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Donnerstag, 24. September 2020
Ausgabe 6975 | Nr. 268 | 20. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 4

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BauIngNrw | 29. Juni 2020 - 01:12

Ich habe über mehrere Jahre sehr viele Beiträge hier in dem Forum gelesen und war anfangs ein bisschen verzweifelt, weil ich die Befürchtung hatte, die falsche Branche gewählt zu haben. Aber jetzt denke ich alles doch irgendwie richtig gemacht zu haben bzw. dass ich das Glück hatte, bei einem vernünftigen Arbeitgeber angefangen zu haben, der die Arbeit seiner Mitarbeiter schätzt und entsprechend vergütet. Anbei meine berufliche Entwicklung (Bauleitung, über 100 MA im Bauunternehmen inkl. Gewerbliche):

  • im Jahr 2015 mit 23 Jahren, Einstiegsgehalt als Bauleiter ohne Projektverantwortung 39.000 EUR - fix + VW Polo mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 60 bis 70 h die Woche, keine Sonderzahlung, in Summe ca. 42.600 EUR Jahresbrutto
  • Uni-Abschluss B.Sc. Bauingenieurwesen im Jahr 2016, Jahresgehalt 42.000 EUR - fix + VW Polo mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 60 bis 70 h die Woche, eine kleine Sonderzahlung, in Summe ca. 48.600 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2017, Jahresgehalt 46.200 EUR - fix + VW Polo mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 50 bis 60 h die Woche, eine große Boni, in Summe ca. 62.800 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2018, Jahresgehalt 54.000 EUR - fix + VW Golf mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 45 bis 55 h die Woche, eine sehr große Boni, in Summe ca. 82.800 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2019, Jahresgehalt 66.000 EUR - fix + VW Golf mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 40 bis 50 h die Woche, eine sehr große Boni, in Summe ca. 98.400 EUR Jahresbrutto
  • im Jahr 2020, Jahresgehalt 75.000 EUR - fix + VW Golf mit 1 %-Regelung und privater Nutzung, 40 bis 50 h die Woche, in Summe ca. 81.600 EUR Jahresbrutto + Boni
Bitte lasst euch nicht weiter ausnutzen für vergleichsweise geringe Bezahlung, sprecht mit euren Kollegen offen über eure Gehälter und hört euch auch mal bei anderen rum!

Bauingenieure sind sehr knapp auf dem Markt, macht es euch zu eurem Vorteil, wenn die nächste Gehaltsverhandlung ansteht! Vor allem junge Bauingenieure können sehr viel rausholen, weil das Durchschnittsalter in vielen Betrieben in Richtung 50 Jahren geht. Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Verhandlung bzw. Arbeitgeberwechsel.

Civileng | 27. Juni 2020 - 09:40

Nach dem ich im April 2020 hier im Forum nach einer entsprechenden Gehaltsvorstellung gefragt habe, bin ich im neuen Job sehr glücklich. Zu mir:

  • keine Erfahrung, frisch aus der Uni
  • Einstieg als Bauleiter
  • Dienstwagen
  • monatlich 3.800 EUR Brutto + 13. Gehalt + angeblich Prämienzahlung am Ende des Jahres
  • ich arbeite ca. 40 - 43 Std. pro Woche
Ich denke, es ist ein sehr gutes Einstiegsgehalt. Was denkt ihr?

Marco | 25. Juni 2020 - 14:01

@Frank:
Genau so. Ganz genau so war es bei mir. Gleiches Alter, fast gleiches Gehalt, gleiche Arbeit und genau das gleiche Gefühl. Ausnahme, mein Auto durfte ich uneingeschränkt privat nutzen und meine Bekannten in den Konzernen verdienten "nur" 70.000 bis 80.000 EUR bei realen 39-40 Stunden.

Mit einem etwas anderen Auftreten hätte ich zwar noch auf die 60.000 bis 65.000 EUR Gehalt kommen können. Ich habe auch viele Fehler gemacht. Aber sei es drum. Ich habe dann deine Idee in die Tat umgesetzt und schiebe derzeit eine ruhige Kugel bei einer Behörde. Nicht falsch verstehen, ich muss da auch arbeiten und Leistung bringen. Die Arbeitsweise ist aber gemütlich und nahezu stressfrei. Lustigerweise empfinden es nur jene Kollegen und ich, die von der Baustelle kommen als stressfrei. :D

Ich komme jetzt ausgeruht nach Hause und kann Zeit mit Freunden und Familie verbringen und sogar ehrenamtlich arbeiten. Gehalt war bei mir unwesentlich geringer, Stundenlohn und Lebensqualität ist erheblich gestiegen. Für mich hat es sich gelohnt.

Unbekannter | 24. Juni 2020 - 19:12

Nachdem ich hier viele Eindrücke gewinnen konnte, möchte ich hier auch mal meine Meinung und Situation teilen: Ich persönlich würde die Bauleitung nur einige Jahre nach dem Studium der Erfahrung wegen antreten und dann schnell wechseln. Ich habe kein Problem damit, in meinem jungen Alter viel zu arbeiten, aber nur als Investition. Ich werde als Trainee mit 49.ooo EUR Gehalt einsteigen, möglicherweise noch mehr durch die aktuelle Bautarifrunde - da ich keine Projektverantwortung haben werde, ist das in Ordnung.

Als Werkstudent der Bauleitung bekam ich mit der Zeit schon gut mit, wie es läuft und arbeite auch gerne länger, da ich die Stunden bezahlt kriegte, aber wenn ich die Angestellten sehe, verstehe ich nicht, warum man sich das auf Dauer antut. Und das meine ich nicht abfällig, mein Team war menschlich wirklich klasse und kompetent. Ich würde die Bauleitung nur jemanden empfehlen, dessen Leidenschaft es ist. Es sind mir vor allem vier Punkte aufgefallen:

  • Man fährt lange zur Baustelle
  • Man leistet auf dieser Baustelle viele Arbeitsstunden
  • Hat Verantwortung und Druck
  • Und kriegt im Vergleich wenig Gehalt.
Aber jedem das Seine, für mich wäre das nichts auf Dauer. Durch mein Studium bin ich etwas breiter aufgestellt und werde dann später kaufmännisch / rechtlich eingesetzt. Gehaltssteigerungen sind abzusehen oder es geht dann ins Ref. / Vorbereitungsdienst als Beamter.

Frank | 24. Juni 2020 - 13:54

Ich habe es aufgegeben und die komplette Motivation verloren. Ich bin Bauleiter, 32 Jahre, 50+ Stundenwoche. Man leitet eine 24 Mio. Baustelle bei einem Konzern und wird für eine 2. grade neu eingeteilt, hat Verantwortung für die Sicherheit, Kosten und Termin, hat Druck und nie Ruhe. Dafür dann 54.000 EUR Gehalt und einen Dienstwagen (Seat), welcher für private Kilometer auch noch abgerechnet werden muss.

Wenn man dann hört, dass einer seiner Freunde, die auch noch jünger sind, in die Inhouseberatung eines Konzerns wechseln und dort um die 100.000 EUR + Dienstwagen (Audi A6 - Klasse) verdienen, frage ich mich warum ich nicht auch BWL studiert habe, anstatt Bauingenieur zu werden.

Warum tue ich mir sowas eigentlich an?! Ich überlege gerade, ob ich mir nicht einfach irgendwo im Amt die Beine in den Bauch sitze und ähnlich verdiene wie jetzt. Leute, wir werden hier einfach nur ausgenutzt. Lasst den Bauingenieur sein, geht auf BWL, Recht oder sonst etwas. Ich für meinen Teil, habe die Lektion gelernt und was es heiẞt in der falschen Branche "aufgewacht" zu sein. Das ist schon frustrierend.

Pille | 19. Juni 2020 - 21:21

Ich möchte auch kurz meinen Senf dazu geben: Abschluss Bachelor an einer FH, ich bin direkt in den öffentlichen Dienst gegangen, Einstiegsgehalt ca. 3100 EUR brutto. Jetzt nach 3 Jahren ca. 4100 EUR Gehalt Brutto + eine jährliche Sonderzahlung von 80% eines Monatsgehalts (Weihnachtsgeld). Am Jahresende also ca. 53000 EUR brutto. Bin bei einem Großprojekt eingesetzt und sitze direkt auf der Baustelle. Kriege daher auch viel aus der Praxis mit.

Ich überlege aktuell aber doch zu einem Bauunternehmen in die Bauleitung zu wechseln, um noch etwas näher an die Praxis zu kommen und weil mich dieses Aufgabenfeld reizt. Nun bin ich mir unsicher, ob ich die Vorteile des öffentlichen Dienstes (z.B. Zeitausgleich von Überstunden --> dadurch letztes Jahr 15 zusätzliche freie Tage) aufgeben soll. Wenn ich die Beiträge richtig gelesen habe, habe ich als Bauleiter nicht übermäßig mehr in der Tasche am Monatsende!? Wie ist eure Meinung?

BauingAA | 19. Juni 2020 - 11:02

@Joe1108:
Von einem guten Freund weiß ich, dass die Schwarz-Gruppe Bauingenieuren mit Master und etwas Berufserfahrung 66.000 EUR als Einstiegsgehalt zahlt.

joe1108 | 16. Juni 2020 - 16:56

Ich überlege mir einen Wechsel von einem mittelständischen Bauunternehmen in die Bauabteilung eines großen Einzelhändlers. Jedoch ist mir nicht klar, welcher Tarifvertrag hier zählt, um mich einordnen zu können. Weiß hier jemand Bescheid? Die Arbeitsstelle ist in Baden-Württemberg und ich habe 20 Jahre Berufserfahrung.

Marco | 15. Juni 2020 - 16:53

Bei mir: Abschluss 2012, 25 Jahre alt, als Bachelor Bauingenieur und Einstieg im Projektmanagement / Projektsteuerung mit 42.000 EUR / Jahr (inkl. kleine Prämie + 13. Gehalt). Inzwischen verdiene ich bei der selben Firma knapp über 80.000 EUR (inkl. Prämie, kein 13. Gehalt mehr) + Firmenwagen. Arbeitszeit beträgt im Schnitt ca. 45 Stunden/Woche, Urlaub 30 Tage, Überstunden werden nicht vergütet und können nicht abgefeiert werden.

Nachdem ich hier nun schon viel mitgelesen habe, fällt doch auf, wie unterschiedlich die Gehälter sind. Ich würde hier erstmal niemanden als Lügner und Vertreter der Baulobby bezeichnen, gerade weil ich gemäß den Angaben hier auch eher zu den Besser-Verdienern gehöre. Ich glaube allerdings auch das man mein Gehalt in einem Ingenieurbüro nur sehr schwer erreichen wird.

Theodor | 15. Juni 2020 - 08:01

Auch ich möchte mal zu meiner Gehaltssituation berichten. Nachdem ich vor und im Studium schon Bedenken mit meiner Wahl hatte, sehe ich es mittlerweile etwas gelassener. Ich habe mein Studium "nur" mit dem Bachelor 2014 abgeschlossen und bin danach direkt in den öffentlichen Dienst gegangen. Durch diverse Entgeltgruppen- und Stufenaufstiege seitdem, sitze ich momentan auf einer sehr angenehmen Position in einer Behörde, habe meine fixe 40 Stunden / Woche mit Gleitzeit ohne Kernarbeitszeit sowie Home-Office.

Mein Gehalt beläuft sich auf relativ exakt 65.000 € p.a. (mit allem), was auch noch weiterhin, wenn auch jetzt langsamer, steigen wird. Firmenwagen und dergleichen gibt es natürlich nicht, aber dafür eine planbare Woche und einen sicheren Job mit einer doch recht hohen Betriebsrente (VBL). Da ich erst 30 Jahre alt bin, finde ich das ehrlich gesagt relativ okay, auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass ich mit einem anderen Studienabschluss mehr Geld hätte verdienen können.

Mantra | 11. Juni 2020 - 19:06

Ich finde Aussagen wie "man verdient richtig gutes Geld" immer nicht so sinnvoll. Was ist für jemanden auf dem Bau "richtig gutes Geld"? 60.000 € Gehalt? Das ist so subjektiv, dass man sich die Aussage gleich sparen kann. Ich wette dass jeder studierte Controller, Banker, Berater, IT Profi, alle anderen Ingenieure ausser vom Bau, Piloten, Einkäufer, Regionalverkaufsleiter und und und über ein richtig gutes Gehalt auf dem Bau nur lachen.

Wenn die dann hören, dass man dafür 50 h, 12-15 Jahre Berufserfahrung und lokale Flexibilität benötigt, kommen die aus den Lachen garnicht mehr raus, weil die meisten anderen Studiengängen die Kohle nach ein paar Jahren bereits erreicht haben. Mit 40 h und besserer Work-Life Balance. Ein Bauingenieurstudium ist sicherlich nicht so leicht, sodass man locker auf andere lukrativere Branchen gehen kann und dort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit besser verdient.

Die restlichen Bauingenieure reden sich dann den Job schön, z.B. mit: "toller Job", "nette Kollegen", "abwechslungsreich", und "man sieht was man erreicht hat"

Bert | 11. Juni 2020 - 09:13

Ein Bauleiter mit 18 Jahren Erfahrung bekommt ein Angebot über 43.200 € Gehalt (Bauingenieur aus Iran). Die Rezession steht vor der Tür und im Bauboom ist der Bauingenieur der am schlechtesten bezahlte Ingenieur. Oh Oh Oh, da werden sich noch einige Absolventen umschauen, wenn die ersten Angebote einflattern. Der Erleuchtung kommt dann nach ein paar Jahren, wenn man mitbekommt, was andere Berufe so verdienen. Dann geht die Motivationskurve aber steil nach unten! Liebe Absolventen die sich hier eventuell über das Gehalt eines Bauingenieurs erkundigen: Macht euch bitte eines bewusst, ihr werdet schlecht verdienen!

Bautechniker | 10. Juni 2020 - 00:39

Ich bin Bautechniker und seit 12 Jahren in einem Konzern als Projektleiter tätig. Bei knapp 50 h in der Woche verdiene ich richtig gutes Geld und habe einen schönen Firmenwagen - was aber nicht ausschließlich mein Antrieb ist - ich finde den Job einfach geil und habe Spass. Ich freue mich jeden Tag auf die neuen Herausforderungen und das kein Tag wie der andere ist. Ich finde, dass auch eine etwas schlechter bezahlte Stelle attraktiv sein kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Der Focus liegt bei mir auf Zufriedenheit, nicht nur auf den monetären Reizen. Der Bau ist sicher im Vergleich zu anderen Branchen schlecht bezahlt - wir haben m. E. aber den abwechslungsreichsten Joballtag.

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