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Montag, 25. Oktober 2021
Ausgabe 7371 | Nr. 298 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 4

1727 Kommentare | 762064 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Ice | 04. Februar 2020 - 21:12

Ich bin Bauleiter im Hoch- und Tiefbau, seit ungefähr 10 Jahren im Job. Zuerst eine Ausbildung und dann ein Studium in Osnabrück im Bereich Baumanagement. Tiefbau von der Pike auf gelernt, Hochbau erst in den letzten Jahren mit "abgefrühstückt". Ca. 50 Stunden / Woche bei Auto mit privater Nutzung für ca. 45.000 EUR, Gehalt 5.500 EUR im Monat, wenn es läuft auch ein 13. Gehalt. Und ich glaube bei dem Gehalt ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Seit 4 Jahren im jetzigen Unternehmen, ca. 1000 Mitarbeiter. Bin mehr als zufrieden!

Haywan | 04. Februar 2020 - 08:17

Ich habe Bauingenieurwesen studiert, den Master draufgesattelt (war eig. nicht nötig). Danach in den öffentlichen Dienst. Seit ca. 5 Jahren "ackere" ich dort. Habe meine Arbeitszeit reduziert, sodass ich nur bis Mittags da bin und arbeite seit einem halben Jahr nebenbei für 25 netto/Stunde für einen Immobilieninvestor (Projektentwicklung, Hausmeister, Bauleitung). Insgesamt komme ich auf 4.000 bis 5.000 EUR netto im Monat (davon ca. 2.300 EUR vom Öffentlichen Dienst). Ich wollte nie Bauingenieur werden, bereue es aber auch irgendwie nicht.

Kassandra | 03. Februar 2020 - 19:57

Immer das gleiche Muster in diesem Forum. Nach ein-zwei realistischen Angaben zu den Gehältern kommen die Lobbytrolle zum Einsatz und überbieten sich gegenseitig in ihren wahnwitzigen Postings. Statiker mit 4 Jahren im Job (wer schon mal im Tragwerksplanungsbüro reingeschnuppert hat, weiss was diese Experten mit ihren wertlosen Fachhochschulabschlüssen und 4 Jahren im Job so alles „können“) und dann 80.000 EUR bis 90.000 EUR Jahresgehalt. Was für ein Müll. Oder der Herr Polier, der mal neugierig in das Ingenieursforum vorbeischaut. Klar, ist halt die lowtech Branche schlechthin. Da geht nur was mit viel und dreistem Lügen. Beim Nachwuchs anlocken genauso wie im richtigen Bauleben (Nachtragsverhandlungen).

Alex | 30. Januar 2020 - 18:57

@Sven:
Mit deinen rund 4.000 EUR Brutto bist Du im normalen Rahmen hier im Osten. Mehr geht schon, aber das Abfeiern der Stunden ist natürlich auch viel wert. Das muss man mit betrachten.

Mller | 29. Januar 2020 - 08:22

Meine Situation ist ähnlich wie die von Statikpro (kann sein das viele hier das einfach nicht glauben wollen): Anfang nach Masterstudium (2016) als Tragwerksplaner im Ingenieurbüro --> 49.000 EUR/Jahr. Nach einem Jahr bin ich zum technischen Büro einer Baufirma (IG-Bau) gewechselt --> A8 in 2017 ca. 62.000 EUR/Jahr. Momentan bin ich in der Gehaltsgruppe A9 als Planungsleiter von Infrastrukturprojekten und habe ein Gehalt von ca. 74.000 EUR/Jahr (5798 * 12,55 + 24 * 30). Und das alles nach ca. 4 Jahren Berufserfahrung als "Statiker". Peace out.

Ludwig | 28. Januar 2020 - 11:24

@Ms_bauing:
Kommt natürlich stark auf die Region an. Ein Büro mit 5 MA kann natürlich nicht viel zahlen. Ich würde mit 42.000 EUR rangehen und mich nicht unter 40.000 EUR Gehalt handeln lassen.

Sebastian | 28. Januar 2020 - 11:22

Einstieg vor 5 Jahren, Beispiele von mir und Kommilitonen:

  • Ingenieurbüro Ostdeutschland: 39.000 Tragwerksplanung
  • Ich - Ingenieurbüro Süd-Westdeutschland: 42.000 Strassenbau - jetzt ca. 50.000
  • Bauleitung Ostdeutschland: 42.000 - Jetzt 50.000
  • Ingenieurbüro Hamburg: 45.000
Diese Zahlen spiegeln wohl eher die Wirklichkeit wieder (zeigen ja auch eindeutig alle Gehaltsstatistiken im Internet). Ich kenne aus meinem Abschlussjahrgang niemanden der auch nur annähernd an 70.000 € nach 5-6 Jahren Berufserfahrung herankommt. Selbst 60.000 hörte ich nirgends, da wir uns in Abständen untereinander austauschen.Zum Geld verdienen ist dieser Studiengang nicht unbedingt geeignet. Man bleibt in der Wirtschaft nur Mittelmass.

Ich | 28. Januar 2020 - 00:18

Ich bin Bauleiter in Berlin mit 27 Jahren Berufserfahrung. Kein Ingenieur, aber Baupolier. Jahresgehalt 85.000 EUR. Man muss nicht immer Ingenieur sein, um Geld zu verdienen.

ALE | 27. Januar 2020 - 15:20

@Statikpro:
Genau, nach 4 Jahren 72.000 € und nach 8 Jahren 72 x 2 = 144.000 €, sehr sehr realistisch!

Ms_bauing | 26. Januar 2020 - 15:17

Was kann man als Berufseinsteiger (BA an der FH) bei einem Ingenieurbüro mit 5 MA als Einstiegsgehalt verlangen? Aufgabenfelder sind Statik, Pläne, ENEV.

Björn | 26. Januar 2020 - 12:11

@Statikpro:
Nach 4 Jahren Berufserfahrung als Tragwerksplaner und 72.000 € Gehalt stehst Du über 99,99 % aller gleichaltrigen Bauingenieure. Die Zahl wirkt fast utopisch, trotzdem Glückwunsch! Wenigstens einer der sich anscheinend verkaufen kann oder es wirklich drauf hat! Der Rest von uns verkümmert finanziell bei weitaus schlechteren Bezügen, leider! Schade, dass der Beruf so ausgenutzt wird.

Bauing2020 | 26. Januar 2020 - 09:53

Ich kann hier manche Aussagen nicht nachvollziehen und möchte daher auch mal meine Erfahrungen mitteilen. Ich habe 2019 mein Studium als M. Sc. Bauingenieurwesen mit baubetrieblich/konstruktiver Vertiefung abgeschlossen. Habe danach bei dem Unternehmen - bei dem ich bereits seit 3 Jahren als Werkstudent gearbeitet habe - als Junior Projektmanager angefangen. Mein Gehalt sind 50.000 € auf 13 Gehälter, 30 Tage Urlaub und bezahlten Überstunden. Reale Arbeitszeit geht selten mal über die 42/43 Stunden.

Meine Kumpels aus der Uni haben relativ zeitgleich angefangen und verdienen zwischen 47.000 € und 50.000 €. Davon sind die meisten als Tragwerksplaner bei kleinen bis mittleren Ingenieurbüros angestellt. Einer hat übrigens bei der Bahn angeheuert und bekommt ca. 50.000 € zum Einstieg bei 34 Urlaubstagen und Überstunden sind ihm unbekannt. Ich habe mir im Studium immer riesen Sorgen gemacht, wenn ich in dieses Forum geschaut habe. Die Realität sieht aber im Moment anders aus.

Sven | 25. Januar 2020 - 10:08

Ich habe das Forum schon länger verfolgt und wollte nun auch mal meine Daten Preis geben: Bauingenieur - Master - Projektierung Strassenbau - 6 Jahre Berufserfahrung. Ingenieurbüro mit ca. 150 Mitarbeiter - Ostdeutschland, Gehalt 47.000 € (inkl. kleiner Jahresbonus), Überstunden können abgefeiert werden.

Statikpro | 24. Januar 2020 - 23:27

Gehälter sind regional sehr unterschiedlich. Ich bin Tragwerksplaner und verdiene 72.000 EUR Gehalt brutto jährlich bei 30 Urlaubstage (4 Jahre Berufserfahrung). Die größten Gehaltssprünge macht man bei Wechsel des AG's. So selbstverständlich es sich anhört: die Leistung am Anfang ist entscheidend. Man muss unentbehrlich für den Chef werden (auch wenn im Allgemeinen gilt: Jeder ist ersetzlich, heißt aber noch lange nicht zur selben Qualität).

M.Eng. | 23. Januar 2020 - 13:36

@Manu:
Ich denke das ist schon hilfreich. Hier geht es weniger darum, dass eine Illusion über das Gehalt aufgebaut werden soll, sondern das soll eher Mut machen, dass man auch mal über den Tellerrand hinausschaut und sich bewirbt. Mir selbst geht es genauso wie Alonso, ich bin aber auch eher in einer Nische gelandet, was nicht dem Durchschnitt eines Bauingenieurgehaltes entspricht.

Nach meiner Erfahrung wird gesucht wie noch nie, ich habe fast wöchentlich 1-2 Angebote, wo wirklich super Positionen besetzt werden sollen über Headhunter, da geht es oft um Projektsteuerung, Projektleitung usw. - mit durchaus guten Gehältern in der Richtung 70.000 bis 100.000 EUR Gehalt. Auch das ist natürlich nicht der Durchschnitt, aber gefühlt gibt es momentan in ganz Deutschland einen Haufen guter Stellen!

Olaf | 23. Januar 2020 - 13:17

@Konstr.-Bauing.:
Wie viele Bauingenieure arbeiten schon bei Stahlherstellern und Energieriesen?! Das ist ein so verschwindend geringer Anteil, das dieser sicherlich im Promillebereich angegeben werden muss. Das sind doch keine aussagekräftigen Angaben, was ein durchschnittlicher Bauingenieur verdient. 80 % werden in irgendeinem Ingenieurbüro arbeiten. Wer da 80.000 bis 90.000 EUR verdient, ist ein absoluter Exot.

@Manu hat das recht treffend gesagt: Sämtliche Gehaltserhebungen zeigen eine ganz andere Welt, die echte Bauingenieur-Bezahlung. Die DURCHSCHNITTLICHEN lächerlichen 50.000 EUR nach 10 Berufsjahren. Der Bauingenieur ist der mit Abstand am schlechtesten bezahlte Ingenieur überhaupt! Und das ist leider nun mal ein Fakt. Da helfen die 80.000 EUR für den "Aussteiger" in die Energie- und Stahlbranche wenig, um darüber hinwegzutäuschen.

ejjjj | 22. Januar 2020 - 22:19

Also ich verstehe die ganze schlechte Stimmung hier nicht. Ich bin jetzt 26 Jahre und seit 4 Jahren als Bauleiter im Tiefbau und Straßenbau angestellt. Zwischenzeitlich berufsbegleitend einen Master gemacht (Firma hat finanziert). Ich habe jetzt 5.698 EUR Gehalt brutto im Monat zzgl. Firmenwagen, Weihnachtsgeld und Gewinnbeteiligung (5.000 bis 10.000 EUR). Da komm ich i. M. bei jährlich 76.000 EUR Jahresgehalt raus. Ich finde die aktuelle Situation könnte nicht besser sein. Gute Leute werden überall gesucht. Man bekommt nicht das was man verdient, sondern das was man verhandelt!

Manu | 22. Januar 2020 - 09:07

@Alonso:
Deine 90.000 € Gehalt sind sicherlich nicht unerreichbar und ich freue mich für dich, dass ein Bauingenieur sowas erreicht hat. Das wird es auch immer mal wieder geben. Allerdings sind solche Aussagen für die Masse leider nicht zutreffend. Die breite Masse der Bauingenieure wird leider das komplette Berufsleben auf die 60.000 € schielen und sie, wenn überhaupt, nur im hohen Berufsalter erreichen. Sämtliche Gehaltserhebungen belegen das ja.

Der Bauingenieur wird im Allgemeinen nur die Pfennige auf Arbeit "einsammeln". Die "fette Beute" werden andere Ingenieure holen. Maschinenbau oder Elektrotechnik.

Konstr.-Bauing. | 21. Januar 2020 - 20:57

Ich möchte auch mal meine Erfahrungen mitteilen. Ich bin 2016 mit meinem Studium fertig geworden und habe als Bauingenieur im Ingenieurbüro im Bereich Brückenbau angefangen (Leistungsphasen 1-7). Ganz entspannt 40 h im Büro. Überstunden wurden erfasst und ausgezahlt oder frei genommen. Das Einstiegsgehalt entsprach 45.000 Euro. (Seit dem Jahr 2019 werden die Absolventen > 50.000 Euro Gehalt angestellt). Im November 2019 habe ich den Arbeitgeber gewechselt. Gleiche Tätigkeit bei einem Gehalt von 60.000 Euro. Ich finde nicht, dass es ein schlecht bezahlter Beruf ist. Von meinen Kommilitonen bilde ich die Mitte. Einige verdienen noch deutlich mehr (bei einem Energieriesen oder Stahlhersteller, Gehalt mehr als 80.000 Euro), andere etwas weniger (Kommune oder Land so ca. 45.000 Euro).

Wir haben das unfassbare Glück, dass Bauingenieure gerade Mangelware sind, also empfehle ich jedem einfach mal in einem Bewerbungsgespräch seinen Marktwert zu testen und als Gehaltsvorstellung eine ordentliche Summe zu nennen. Ich meine ihr tauscht das wertvollste was ihr besitzt (Lebenszeit) gegen Geld. Ich habe das Gefühl das manche bei einem Autokauf mehr verhandeln als bei ihrem Gehalt und das sollte so nicht sein. Zu der Aussage, dass andere Ingenieure ja deutlich mehr verdienen, kann ich nur sagen:

  1. ist ein Maschinenbau-Studium schwieriger
  2. findet von denen nicht jeder direkt einen gut bezahlten Job. (Siemens, Bosch, Thyssen usw. haben auch nur begrenzte Stellen).
  3. studiert man nicht direkt des Geldes wegen, sonst sollte man versuchen Fluglotse oder Unternehmer zu werden.
Viel zu viel geschrieben. Der Kern der Aussage sollte sein, führt einfach mal Bewerbungsgespräche und traut euch mal eine große Summe zu nennen. Ihr werdet überrascht sein was möglich ist. Behaltet dabei im Hinterkopf, dass ihr eure Lebenszeit verkauft, das Wertvollste was ihr besitzt. Gutes Geld lässt sich auch als Bauingenieur verdienen.

ALE | 21. Januar 2020 - 20:32

@Alonso:
Ja ja, ganz genau 90.000 EUR Gehalt, sehr glaubhaft.

Alonso | 20. Januar 2020 - 21:21

Ich schließe mich der Meinung von "Noch1Bauing" an. Ich bereue es auch nicht Bauingenieurwesen studiert zu haben. Es ist ein klasse, vielfältigiger und sehr interessanter Beruf. Am Ende des Tages sieht man, was man geleistet hat. Da steht dann eine Talbrücke, ein Gebäude, ein Klärbecken, eine Straße, ein Wasserkraftwerk und und und. Und wenn man aus dem Tellerrand schaut, lässt sich gutes Geld verdienen.

Im Dez. 2019 habe ich die 90.000 Gehalt EUR brutto geknackt. Und das mit 30 Tagen Urlaub, Überstundenkonto, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice. Ständige Fortbildung inbegriffen. Arbeitgeberseite, Süddeutschland, 18 Jahre Berufserfahrung, keine Personalverantwortung. Ich bin sehr zufrieden. Natürlich muss man was leisten! Es ist ein krisensicherer Job im Infrastrukturbereich! Schaut euch um nach Jobs. Jetzt oder nie! Derzeit ist ein Arbeitgeberwechsel genial! Oder einfach mal mit dem Chef sprechen.

Wolfgang | 20. Januar 2020 - 09:42

Thema: Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? Antwort: NEIN! Begründung: Diverse Gehaltsstatistiken!

Chemie/Pharma: 76.700
Fahrzeugbau: 72.000
Energieversorgung: 65.800
Maschinenbau: 65.700
Elektro: 64.800
Infromationstechnologie: 61.200
Baugewerbe: 55.000
Ingenieurbüro: 52.500

Bei einer weiteren Gehalststatistik, welche hier auf der Internetseite zu finden ist, kann man sich eigentlich nur noch gruseln!
Gehaltsreport 2015 TGA-Ingenieur:
Durchschnitt:
bis 5 Jahre: 39.530
6-10 Jahre: 40.300
11-20 Jahre: 48.540
20+ Jahre: 44.230

Noch Fragen?! Ist DAS ein angemessenes Gehalt für einen Ingenieur? Wohl ehr nicht. An alle Studenten des Bauingenieurwesens: Wenn Ihr Bauingenieur werden könnt, schafft Ihr auch Maschinenbau oder Elektrotechnik! Tipp von mir: Sattelt lieber um, oder beschwert euch bitte nicht im Nachhinein über die vergleichsweise lächerlichen Gehälter im Bauwesen. Ihr könnt gerne weitere Statistiken suchen. Ihr werdet keine "schönere" finden. Versprochen!

Noch1Bauing | 17. Januar 2020 - 13:50

Da ich hier bereits seit Jahren immer mitlese und mir die Diskussionen, obgleich des negativen Grundrauschens, doch geholfen haben, hier mal kurz meine Anmerkungen.

Wie die meisten wissen, gibt es den Beruf Bauingenieur als solchen gar nicht. Ein Absolvent des Bauingenieurwesens kann Tragwerksplaner/Statiker, Bauleiter, TGA-Planer, Sachverständiger etc. werden. All dies lässt sich nochmal um diverse Richtungen ergänzen wie bspw. Bauleiter im Straßenbau, Sachverständiger für Betontechnik und so weiter. Da es nicht den einen Beruf gibt, gibt es auch nicht das eine Gehalt. Die meisten gehen tatsächlich in den Bereich Tragwerksplanung oder Bauleistung, was man als "klassische Bauingenieurberufe" auffassen kann.

Aus dem Kreise meiner Kommilitonen/Absolventen (Bundesland NRW) weiss ich, dass im Bereich Tragwerksplanung das Eimstiegsgehalt bei ca. 40.000 EUR liegt. Bauleiter liegen so bei 50.000 EUR, meist mit Firmenwagen (Golfklasse). Die beiden Berufsfelder wurden hier bereits oft angeführt und grundsätzlich stimmt es auch, dass Tragwerksplaner weniger verdienen, dafür aber auch weniger und vor allem geregelter arbeiten als Bauleiter. Horrorstories a la 80 Stunden jede (!) Woche sind mir aber auch bei den Bauleitern nie zu Ohren gekommen. Das man im Projektgeschäft während der heißen Phasen auch mal länger knüppelt, ist natürlich wahr.

Ein paar Kommilitonen, so auch ich selbst, sind in der Immobilienwirtschaft gelandet. Von der Projektentwicklung über die Projektsteuerung/das Projektmanagement von laufenden Projekten, bis hin zu Management von Bestandsimmobilien, dem Verkauf oder der Vermittlung gibt es hier mannigfaltige Möglichkeiten. Grundlegendes betriebswirtschaftliches sowie juristisches Verständnis ist natürlich essentiell bzw. die Bereitschaft, sich dieses anzueignen. Das Gehalt variiert hier auch je nach Beruf. Im Facility Management ist weniger zu holen als in der Projektentwicklung.

Jetzt habe ich mehr geschrieben als geplant, die Message soll einfach sein: Schaut mal nach links und rechts, es gibt sehr viele Möglichkeiten abseits der klassischen Berufsfelder. Warum nicht mal ein Praktikum bei CBRE, Drees & Sommer oder der ECE machen? Warum nicht mal auf eine Karrieremesse der Immobilienwirtschaft gehen? Man hat hier sehr viele Möglichkeiten und kann auch wirklich gutes Geld verdienen ohne sich zu Tode zu arbeiten. Haben meine Kommilitonen und ich auch geschafft. Über 50.000 EUR Gehalt zum Einstieg sind drin, auch mit 40 Stunden pro Woche sowie zusätzlich Firmenwagen.

Die einzigen Leute, die gehaltstechnisch auf der Strecke bleiben, trauen sich entweder nicht, ihre Situation zu ändern bzw. sind gemütlich/ortsgebunden, mögen Ihren Job vielleicht sogar und wollen nur des Geldes wegen nicht wechseln oder haben es teilweise auch einfach nicht drauf (ja, sowas gibt es und ich möchte hiermit niemandem ans Bein pinkeln). Das gibt es aber immer und die haben es auch in anderen Branchen schwer, was das Erzielen von hohen Gehältern angeht.

Ich bereue mein Studium zum Bauingenieur nicht. Es ist kein Garant für Topverdienst, führt aber auch nicht in die Armut. Letzten Endes muss jeder zwischen seiner fachlichen Eignung, den eigenen Interessen sowie Fähigkeiten und dem Streben nach viel Geld abwägen. Dieser Spagat gelingt aber sicherlich auch als Absolvent des Bauingenieurwesens.

M.Eng. | 16. Januar 2020 - 20:47

Also wie gesagt, ich bin mit 50.000 EUR im Monat bei 40 h eingestiegen und habe 28 Urkaubstage in einem relativ kleinen Ingenieurbüro. Ich arbeite in der Geotechnik. Also 50.000 EUR als Einstiegsgehalt IST drin. Vieler meiner Kommilitonen sind vor 2 Jahren damit eingestiegen!

Laura | 16. Januar 2020 - 13:19

Wir hatten im Bauingenieurstudium einen echt coolen Professor. Er war Anwalt und hat zusätzlich noch Physik und Geschichte studiert. Hammer Typ! Warum auch immer hatten wir mit Ihm Baurecht. Auf die Frage wie er mit diesem Hintergrund zu den Bauingenieuren kommt, kam eine weniger motivierende Antwort: Er habe sich schon immer für den Bau und das Technische interessiert und wollte das auch studieren.

Allerdings musste er in jungen Jahren ein Haus abzahlen und er hat sich deswegen gegen den Ingenieur und für den Anwalt entschieden um dies schnell zu tun. Als das dann recht zügig geklappt hat, wollte er Ingenieur werden, ist dann aber irgendwie im Physikstudium gelandet (hat dort auch promoviert). Weil er aber immer Interesse am Bau hatte, hat er sich irgendwann dazu bereit erklärt die Baurechtvorlesung zu führen.

Ein extrem interessanter Lebenslauf mit einer (für mich) wichtigen subtilen Message: Er hat sich gegen das Bauingenieurwesen entschieden, weil er schnell Geld benötigt hat. Nicht grade motivierend im Studium.

Paul | 16. Januar 2020 - 12:36

Der Bauingenieur ist und bleibt schlecht bezahlt! Es soll keiner diesen Beruf wählen und sich dann wundern was nach einem anspruchsvollen Studium und viel Verantwortung übrig bleibt (finanziell). Nämlich nicht viel. 2700 € nach 4 Berufsjahren bei @Hans, muss noch mehr gesagt werden!? Und das ist wohl eher die Regel als die Ausnahme. Ich kenne ähnliche Beispiele aus meinem Umfeld. Das verdienen andere Ingenieure fast als Einstiegsgehalt, netto!

Die angestellten Ingenieure im Ingenieurbüro haben generell verloren. Ich hoffe es macht dann wenigstens Spass und man kann um 4 nach Hause! Der Bauingenieur wird auch nach 10 Berufsjahren noch irgendwo zwischen 50.000 bis 60.000 € rumdümpeln, wenn überhaupt! Andere ähnlich anspruchsvolle Studiengänge werden wesentlich besser bezahlt! Schaut in die Statistik! Wer noch auf die wahnwitzige Idee kommen sollte irgendwann mal finanziell unabhängig zu leben, früher in Rente zu gehen oder keinen popeligen Golf Jahrestagen zu fahren, sollte von diesem Beruf Abstand nehmen.

Lasst es sein, oder beschwert euch nicht im Nachhinein über die Bezahlung. Und falls ihr es doch studiert, kleiner Tipp, fragt bloß nicht was andere Ingenieure oder BWL-er verdienen! Das demotiviert nur! Schaut die Gehaltsstatistiken aller Ingenieure an bevor ihr diesen mies bezahlten Beruf erlernt und lasst euch nicht von den statistischen Ausreißern blenden! Das ist nicht die Regel sonder die Ausnahme! Mögen die Mieten nicht weiter steigen!

Ich für mein Teil habe leider zu spät realisiert, dass ich das Falsche studiert habe um meine gesetzten finanziellen Ziele im Berufsleben zu erreichen. Hatte zu meiner Zeit leider nicht das heutige Internet als Recherche zur Verfügung. Viel Glück allen künftigen Bauingenieuren!

Has | 16. Januar 2020 - 11:57

Ich arbeite seit Anfang 2019 in einem kleinen Ingenieurbüro als Tragwerksplaner und werde bald beginnen mich auf eine ähnliche Stelle zu bewerben. Zu meiner Person: Ich bin 29 Jahre alt, Bachelor im Ausland und Master an einer Deutschen Universität, Masterabschluss (Konstruktiver Ingenieurbau) mit Endnote 2,6 und während des Studiums als Werkstudent (1 Jahr) in einem Ingenieurbüro gearbeitet.

Ich würde mich gerne im Bereich Statik oder im BIM-Bereich bewerben, deutschlandsweit. Was glaubt Ihr wäre ein angemessenes Gehalt für mich ?

Ale | 15. Januar 2020 - 20:30

@Hans:
Viel viel zu wenig! Minimum 4000 Euro Gehalt, ansonsten was anderes suchen.

MM | 15. Januar 2020 - 15:55

@Hans:
2.700 EUR mit 4 Jahren Berufserfahrung sind viel zu wenig. Du solltest mindestens 3.500-4.000 EuroGehalt verdienen. In welcher Region arbeitest Du denn? Insbesondere im Verkehrswegebau werden derzeit viele Ingenieure gesucht.

Hans | 14. Januar 2020 - 16:50

Mich interessiert, ob ein Gehalt von 2.700 EUR monatlich fair ist. Zu mir: Ich bin 29 und habe vor fünf Jahren erfolgreich mein Diplom (Note 2,0) an der FH Bremen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft / Verkehrswegebau abgeschlossen. Nun arbeite ich seit 4 Jahren in einem kleinen Ingenieurbüro.

Leon | 25. November 2019 - 17:08

Ich hätte eine Frage was die Gehaltsvorstellungen angeht. Ich bin kurz vor Ende meines Masterstudiums und werde bald beginnen mich auf Stellen zu bewerben. Zu meiner Person: Ich bin 26 Jahre alt, Bachelor und Master an einer technischen Universität, Masterabschluss mit voraussichtlicher Endnote 2,3 und während des Studiums mehrere Hiwi-Anstellungen im Bereich Bauphysik und Statik. Praktische Erfahrung nur aus kurzen Praktika.

Ich würde mich gerne im Bereich Bauphysik oder Statik bewerben, kann mir aber auch eine Stelle im Bereich Bauleitung vorstellen. Für den Berufseinstieg werde ich mit meiner Freundin zurück in ihre Heimat in den Osten ziehen, wahrscheinlich nach Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb die Frage: was kann ich dort in den Verhandlungen als Einstiegsgehalt verlangen? Mir ist bewusst dass im Osten die Löhne und Lebenskosten allgemein geringer sind und habe damit auch kein Problem, möchte mich aber dennoch nicht unter Wert verkaufen. Mir ist auch bewusst dass es natürlich immer von der Stelle, Unternehmen etc. abhängt, wäre aber trotzdem sehr froh über zumindest ungefähre Anhaltswerte.

hans | 20. November 2019 - 15:53

@ms_133:
In welcher Position befindest du dich gerade? Möchtest du unbedingt in diesem Büro bleiben oder glaubst du eher, dass dein Chef dich auf keinen Fall verlieren will? Folgendes möchte ich dir empfehlen. Bleibe in dem Gespräch auf jeden Fall freundlich und loyal. Sage ihm aber deine Vorstellung vom Gehalt. Ich würde die o.g. 55.000 EUR ansetzen, das macht ca. 4600 pro Monat. Wenn du es nicht bekommst, dann ist das ok, nicht drohen oder sowas (wechseln kannst du ja immer noch). Dein Chef soll aber wissen, dass eure Vorstellungen weit auseinander liegen. Und wenn er dich behalten will, bekommst du das Geld in nächster Zukunft. Bei mir hat das funktioniert.

Klaus | 20. November 2019 - 15:06

Hier meine Daten:

  • Duales Studium bei mittelständischen Bauunternehmen in Bayern
  • deutschlandweit tätig - Tiefbau, Spezialtiefbau
  • Ausbildung erfolgreich abgeschlossen
  • Studium in der Regelstudienzeit - voraussichtlich 2,3 bis 2,4
  • zusätzlich: Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, Ausbilderschein
Während der Ausbildung deutschlandweit tätig, kenne das gesamte gewerbliche Personal, Praktikum zur Fachkraft für Arbeitssicherheit wurde im Betrieb durchgeführt. Im Praxissemester als Polier für kleinere Baustellen zuständig, anschließend als Bauleiter eingearbeitet.

Firma möchte mich auf jeden Fall halten - soll so schnell wie möglich anfangen -> ich selbst möchte auch so schnell wie möglich anfangen und freue mich auf meinen Berufsstart!

Gehalt: Chef meinte zu mir, dass wir nach Leistung bezahlen, also zum Beginn nach Tarif und dadurch dass ich schon länger dabei bin und ich die Firma in allen Bereichen kenne kann ich mit mehr rechnen.

Wie viel ist der Tarif als Bachelor? Wie viel wäre der Tarif als Master? Wäre es in meiner Situation sinnvoll, das Einstiegsgehalt als Master zu fordern - Firma möchte mich auf jeden Fall halten, setzt und baut auch auf mich! Soll ich mich auch bei anderen Firmen bewerben, um meinen Marktwert zu kennen? Ich bin über jeden Ratschlag dankbar!

Bauing | 20. November 2019 - 12:15

@ms_133:
Ich kenne einige Statiker (Bayern), die deutlich mehr bekommen, z.B. Statikbüro mit ca. 3 Jahren Berufserfahrung: 5000 €. Prüfstatik 5 Jahre Berufserfahrung: 4700 € usw. Ich weiß, im Osten sind die Gehälter niedriger, aber 3700 € Gehalt als neue Bezahlung? Ein Witz. Du solltest locker 55.000 bis 60.000 € Jahresgehalt wert sein.

ms_133 | 19. November 2019 - 20:05

Da sich das Jahr dem Ende neigt, würde ich gern für das Nächste mein Gehalt steigern. Ich weiß allerdings, so wie scheinbar alle hier, nicht so recht was ich verlangen kann. Ein paar Infos zu meiner Person. Ich habe einen Diplomabschluss (Uni) und 6 Jahre Berufserfahrung. Das Planungsbüro, in dem ich als Tragwerksplaner angestellt bin, hat deutschlandweit so ca. 80 bis 100 MA (genau weiß ich es nicht). Ich selbst bin im Raum Leipzig im Ingenieurbau tätig. Vorgestellt hatte ich mir so 3700 €/Monat bei 12 Gehältern. Was meint ihr, ist das in Ordnung?

Flix | 13. November 2019 - 23:31

So, ich habe mir hier mal alles durchgelesen. Ich habe dieses Jahr mein Abitur absolviert und studiere jetzt Bauingenieurwesen. Ich bin im ersten Semester und lese häufig das Bauingenieure sehr schlecht verdienen. Sieht die Realität wirklich so aus? Höre immer wieder, dass der Beruf eine gute Zukunft hat durch den Bau-Boom. Für mich bedeutet jedoch eine gute Zukunft, dass man auch gut verdient.

Bauhaus | 12. November 2019 - 08:33

Zu meinem Lebenslauf:

  • 2009 Abschluss Dipl.-Ing. (FH) Bauingenieurwesen
  • bis 2011 im Ing.-Büro mit Anfangsgehalt 3.000 € brutto
  • ab 2012 Wechsel in den öffentlichen Dienst
  • 2013 Ausbildung in QE 3 für Beamtenlaufbahn
Das Anfangsgehalt im öffentlichen Dienst war sogar noch etwas niedriger als mein Einstiegsgehalt im Ingenieurbüro, in der Ausbildung sind es im Monat ca. 1100 € netto (für 15 Monate). Das war hart und lässt einen am Anfang hadern, für wen oder was man so etwas auf sich nimmt.

Das Bruttogehalt eines Beamten ist mit dem eines Angestellten schwer zu vergleichen. Nehme ich mein Netto und vergleiche das mit einem Angestellten mit gesetzlicher Krankenversicherung, komme ich mittlerweile auf ein Jahresbrutto von knapp 70.000 € (inkl. aller Zulagen). Die Arbeitszeit ist flexibel, ein Tag home-office ist auch drin. Ich habe eigene Projekte und Baustellen, muss aber auch viel Verwaltungskram machen. Der Stress ist aber überschaubar und die Tätigkeit sehr abwechslungsreich. Warum ich das gemacht habe wird jetzt, mit Ehefrau und 2 Kindern, auch klarer. Ich bin pünktlich zuhause und habe was von der Familie.

Dienstwagen ist nicht. Dafür aber eine reale 40-Std.-Woche. Anfangs wurde ich von meinen Kommilitonen wegen meines Gehalts belächelt. Mittlerweile verdiene ich ungefähr das Gleiche bei meist geringerer Arbeitszeit und geringerer Anfälligkeit für Tinitus und Burn-Out.

Die Bauingenieur-Tätigkeit ist abwechslungsreich und kann daher sehr befriedigend sein. Man sollte aber auch aufpassen, dass das Gehalt angemessen ist und die Arbeitsbelastung nicht zu hoch wird! Ich kenne einige Kollegen, die zu sehr am Limit arbeiten und dabei ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.

Manuel | 09. November 2019 - 13:31

Was denkt ihr kann man als Berufseinsteiger mit gutem Masterabschluss in einem Ingenieurbüro (ca. 100 MA) verlangen bzw. was ist nach eurer Meinung realistisch?

Tiefbauer | 06. November 2019 - 16:34

Ich wollte hier einmal kurz von meiner aktuellen Einkommenssituation berichten, kurz ein paar Daten zu mir. Ich habe vor 9 Jahren mein Studium mit einem Master Abschluss beendet. Anfang dieses Jahres bin ich zu meinem dritten Arbeitgeber gewechselt.

Aktuell bin ich für ein großes Ingenieurbüro als Projektleiter im Norden tätig. Jahresgehalt inklusive Boni beläuft sich auf 84.000 € einschließlich Dienstwagen zur privaten Nutzung. Meine Arbeitszeit ist im Mittel 40-45 h/Woche, je nachdem was im Projekt so los ist. Ab und zu mache ich auch etwas am Sonntag, meistens für Akquise von neuen Projekten. Die Zeiten werden dann aber auch zeitnah abgefeiert. Ich kann jedem nur empfehlen regelmäßig seinen Marktwert zu prüfen und die gängigen Karriereseiten aktuell zu halten.

Bauing | 05. November 2019 - 07:33

@Ero:
Mit Bachelor und deiner Vorgeschichte sollten ca. 50.000 € Gehalt im Jahr schon drin sein als Einstieg. Wie meine Vorredner schon gesagt haben, solltest du aber beim Thema Auto noch nachverhandeln, falls du es auch privat nutzen möchtest. Andernfalls ist das nichts was zu erwähnen ist, weil du davon und dem Handy NICHTS hast, sondern nur ein Arbeitstool ist. Eine Firma die private Nutzung untersagt, ist in meinen Augen aber mit Vorsicht zu genießen.

Horschti | 29. Oktober 2019 - 21:47

@Ero:
Wie muss man sich einen Bauleiter mit Auto ohne Privatnutzung vorstellen? Wohnst du direkt in der nähe der Firma? Ansonsten jeden Früh 30 min in die Firma fahren, das Auto holen, dann 150 km mit dem Auto zur Baustelle, dann 150 km zurück in die Firma und dann heimfahren? Das wird besonders ärgerlich, wenn die Firma im Norden vom Wohnort liegt und die Baustelle im Süden.

War das ein expliziter Wunsch Ihrerseits (um Steuern zu sparen?) oder ist das von der Firma so gewollt. Wenn es firmenseitig so gewünscht ist, würde ich Abstand nehmen. Eine Firma die dem Bauleiter noch nicht mal die Privatnutzung gönnt, wird wohl kaum akzeptable Gehälter zahlen. Ich habe von sowas noch nie gehöhrt.

Schotterigel | 28. Oktober 2019 - 21:28

@Ero:
"ein Auto (keine Privatnutzung) und ein Firmenhandy" das sind keine Vergütungen sondern reines Werkzeug für deine Tätigkeit! ich kenne zwar deine Branche nicht, aber würde 60.000 € Gehalt als Ziel ansetzen.

bobby | 20. Oktober 2019 - 21:33

Abschluss B.Eng, Bauleitung im Straßenbau in einer Großstadt seit einem Jahr, nach Tarif 43.000 EUR Gehalt + Firmenwagen (Wert 30.000 EUR) + 30 Tage Urlaub, dafür keine festen Arbeitsstunden laut Vertrag, sondern nach "Bedarf des Unternehmens", d.h. ca. 40-50 h.

Ero | 16. Oktober 2019 - 14:18

Was glaubt Ihr wäre ein angemessenes Einstiegsgehalt für mich? Ich bin schon länger als Werkstudent in diesem Unternehmen und werde demnächst - wenn alles klappt - als Bauleiter eingestellt:

  • 1 Jahr als Dachdeckergeselle gearbeitet
  • Fortbildung zum Meister und 1 Jahr als Meister in einem Kleinunternehmen
  • 2 Jahre Selbstständigkeit
  • Studium Bauingenieurwesen
  • Werkstudententätigkeit ab dem 4. Semester in diesem Unternehmen
  • Unternehmen hat mehr als 1000 Mitarbeiter, verteilt auf vielen Standorten, Hauptsitz im Osten
Leider sehe ich viele verschiedene Gehälter im Internet, aber leider wird nur selten auch die Zeit vor dem Studium mit einbezogen, denn ich denke ich kann mehr verlangen als jemand der ,,nur" studiert hat. Falls es einen Unterschied macht, ich bekomme definitiv ein Auto (keine Privatnutzung) und ein Firmenhandy.

Hen66 | 15. Oktober 2019 - 23:11

Ich habe ein Problem: Ich bin dabei mich dual bei einem mittelständigen Unternehemen (ca. 50 MA) zu bewerben. Als Bauingenieur ohne zusätzliche Berufsausbildung. Im Internet habe ich die tariflichen Gehälter so gelesen: 750 € brutto (1. LH) bis 1.500 € (4. LH). Andere Unternehmen bieten allerdings schon 1.400 € im 1. LH an ( 200 € steigend pro Jahr). Nun meine Frage: Welche Gehaltsvorstellungen sind realistisch und kommen für mich in Frage?

Alex | 12. Oktober 2019 - 10:36

@ChristianH:
Der öffentliche Dienst zahlt anständig für eine überschaubare Belastung. Ich verstehe auch nicht, wie sich gute Leute teilweise so ausbeuten lassen. Entweder mit massig Überstunden oder witzigen Gehältern. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, der Öffentliche Dienst hat auch seine Kehrseite. Sehr verwaltungslastig tendenziell und weniger Freiheit, weil 5 andere Abteilungen mit reinreden überall.

Bauwechsler | 09. Oktober 2019 - 22:45

  • Berater Deloitte (BWL Studium): 62.000 € - 29 Jahre alt
  • Elektroingenieur Würth: 58.000 € - 27 Jahre alt
  • Projektleiter ausländische Bank (BWL Studium): 80.000 € - 34 Jahre alt
  • Berater Bain (Medizin Studium): 110.000 € - 33 Jahre alt
  • Assistenzarzt: 59.000 € - 30 Jahre alt

—> Die Wahrheit ist, dass die meisten der angeführten Beispiele in ihrem klassischen Karrierepfad eine Position mit deutlich 6-stelligem Jahreseinkommen anstreben (und in der Regel bei guter Performance auch erreichen). D. h. die genannten Gehälter sind überwiegend (zumindest für die beiden Berater und den Assistenzarzt) Gehälter für Juniorpositionen (< 3 Jahre Berufserfahrung) mit gewaltigem finanziellen Entwicklungspotenzial.

Long story short: Wer nach dem Studium Geld verdienen möchte sollte besser nicht Bauingenieur werden!

Holger | 09. Oktober 2019 - 08:21

Zitat "Irgendjemand":

  • Berater Deloitte (BWL Studium): 62.000 € - 29 Jahre alt
  • Elektroingenieur Würth: 58.000 € - 27 Jahre alt
  • Projektleiter ausländische Bank (BWL Studium): 80.000 € - 34 Jahre alt
  • Berater Bain (Medizin Studium): 110.000 € - 33 Jahre alt
  • Assistenzarzt: 59.000 € - 30 Jahre alt
Ich wage zu behaupten, dass keiner dieser Bekannten ebenfalls eine 35/40 h-Woche hat, wie der im Fahrzeugbau genannte Ingenieur.

ChristianH | 09. Oktober 2019 - 08:16

Ich bin im öffentlichen Dienst auf einer E12-Stelle in Stufe 5 bei einer großen Kommune. Kann mich mit fast 70.000 € Gehalt/Jahr bei festen 39 h nicht beschweren. Die ganzen Leute, die sich über die niedrigen Bauleiter-Gehälter beschweren, sollten sich bei uns einfach bewerben. Leute mit Erfahrung werden mit Kusshand sofort genommen und müssen sich nicht mit (angeblich) nur 60.000 € bei 60 h abspeisen lassen.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass draußen so schlecht gezahlt wird, wie oft hier dargestellt. Wäre dem so, würden doch viel mehr in den öffentlichen Dienst wechseln, oder? Mehr Gehalt, weniger Stunden, das wäre doch ein Klacks.

Beamter Techn. Dienst | 08. Oktober 2019 - 21:06

36 Jahre, Bauingenieur, Öffentlicher Dienst, ca. 3.300 € netto (LK1) mit Tendenz nach oben.

Irgendjemand | 04. Oktober 2019 - 09:20

Im Durchschnitt ist der Bauingenieur immer der am schlechtesten bezahlte Ingenieur. Ja, es gibt Leute die auch mit dem Baustudium gut bezahlte Stellen finden. Aber die Masse ist und bleibt - im Vergleich für viel Verantwortung und viel Arbeit - schlecht bezahlt. Das zeigen ja eindeutig die Statistiken.

  • Bauleiter mit 50 h Woche 60.000 € = 48.000 € auf 40 h
  • Ingenieur Fahrzeugbau mit 35 h Woche 60.000 € = 68.500 € auf 40 h

Das macht ein Lohnunterschied von ca. 43 %! Jetzt kann man sich ja über den Dienstwagen als Bauleiter noch freuen, ganz toll. Dazu noch Druck, Stress und enorme Verantwortung (Sicherheit, Kosten). Und der Bauleiter ist schon der bessere bezahlte Bauingenieur!

Wer studieren will und ein gutes Gehalt verdienen möchte, lasst die Finger vom Bauingenieurwesen! Ihr werdet vom Berater, Controller, Maschinenbauingenieur, Elektroingenieur, Einkäufer, Wirtschaftsjurist und und und nur ausgelacht! Oder ihr seid mutig und von euch überzeugt, dass ihr einer derjenigen statistischen Ausreisser seid, die auch als Bauingenieur mit all den anderen gehaltstechnisch mithalten könnt. Oder ihr legt einfach keinen wert auf Gehalt und habt ganz viel Spass bei der Arbeit. Damit kann man sich dann vielleicht den schlechteren finanziellen Lebensstandard wenigstens versüssen.

Ich bin Bauleiter - 45-50 h Woche - 31 Jahre - 2 Jahre Projektierung - 3 Jahre Bauleitung - 55.000 € Gehalt + Auto

Viel Spass in der irgendwann kommenden Baurezession! Ein paar Beispiele aus meinem Freundeskreis:

  • Berater Deloitte (BWL Studium): 62.000 € - 29 Jahre alt
  • Elektroingenieur Würth: 58.000 € - 27 Jahre alt
  • Projektleiter ausländische Bank (BWL Studium): 80.000 € - 34 Jahre alt
  • Berater Bain (Medizin Studium): 110.000 € - 33 Jahre alt
  • Assistenzarzt: 59.000 € - 30 Jahre alt

leonoel | 30. September 2019 - 23:06

  • Chemie- und Pharmaindustrie 83.060 Euro
  • Fahrzeugbau 67.500 Euro
  • Energieversorgung 64.850 Euro
  • Informationstechnologie 63.680 Euro
  • Maschinen- und Anlagenbau 62.700 Euro
  • Elektronik / Elektrotechnik 61.100 Euro
  • Baugewerbe 50.400 Euro


Also dass der Unterschied so groß ist, ist schon bitter! Mir war schon klar, dass wir Bauingenieure von allen Ingenieuren am schlechtesten verdienen, aber so arg.

Leider bin ich unter meinen Freunden, die Elektrotechnik, Informatik, Mechatronik, Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen studiert haben, der absolute Geringverdiener. Ich bin letztes Jahr mit knapp 42.000 EUR eingestiegen. Meine Freunde alle mindestens mit 48.000 EUR. Zwei sind bei Unternehmen mit IGM-Tarifbindung, verdienen zum Einstieg sofort über 60.000 EUR, bei einer 35 h Woche. Dabei haben wird doch aktuell den Boom und die Krise!

Alex | 30. September 2019 - 07:30

Leider kann man Beiträge nicht ändern. Meine Zahlen sind bezogen auf den Osten. Für die West-Ingenieure müsste man sicher einige Prozent draufpacken. Aber ich kenne ja die HOAI, die ist nun wirklich nicht üppig teilweise, da kann gar nicht so sehr viel gezahlt werden. Das ist zumindest mein Bild.

Alex | 26. September 2019 - 19:03

Mich würden die Gehälter der Ingenieure in einem Ingenieurbüro interessieren. Ich habe ein Angebot über 4.500 € plus Auto, mit 4 Jahren Erfahrung. Ist das bereits das obere Ende?

baobabau | 07. September 2019 - 11:57

Da ich von diesem Forum sehr profitiert habe bei der Einschätzung meines Gehalts als Berufseinsteiger, möchte ich meine Gehalts-Infos gerne für die Nächsten weitergeben. Seit Ende 2018 fertig mit Master Bauingenieurwesen an einer TU im Bereich Wasserbau. Im Februar eine Arbeit gefunden mit:

  • Einstiegsgehalt 50.000 € als Projektingenieur
  • Planungsbüro mit 200-500 Mitarbeitern in Großstadt
  • 40 h / 30 Urlaubstage

LT | 22. August 2019 - 11:02

Ich möchte mal meinen Werdegang und Gehaltsverlauf zum Besten geben.

  • Abitur
  • Lehre Beton- und Stahlbetonbauer (Unternehmen 250 MA)
  • Duales Studium Bauingenieurwesen (Unternehmen zahlt Gebühren, Gehalt lag gemittelt die 3,5 Jahre bei 800 €)
  • Einstiegsgehalt (bin nun 24) liegt mit Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld bei 43.500 €. (Firmenwagen zur privaten Nutzung)
  • Ab Mitte 2020 laut Vertrag 48.500 €
  • ab nächsten Monat ein berufsbegleitendes Masterstudium im Baurecht für 4 Semester.
  • Ab Mitte 2021 kann ich dann voraussichtlich mit 53.500 € rechnen.

Keeper83 | 21. August 2019 - 09:04

@Ale:
Diese Zahlen sind mir durchaus bekannt und die habe ich auch nie angezweifelt. Was möchtest du mir damit sagen? Ich selber liege über dem Durchschnitt der Bauingenieure bei super Arbeitsbedingungen und kenne die Arbeitsbedingungen außerhalb von Nischenjobs bei entsprechend mehr Gehalt. Für mich ist ein Gesamtpaket entscheidend.

Die Pharmaindustrie lasse ich mal außen vor. Bei den Fahrzeugbauern habe ich darauf hingewiesen, dass die hohen Gehälter bald zum Problem werden. Wir steuern auf eine Rezension zu und Fahrzeug- und Maschinenbauer merken das nun mal erfahrungsgemäß als erstes.

Robert | 17. August 2019 - 07:30

Ich verfolge das Thema schon einige Zeit und muss sagen, dass die Gehälter sehr stark variieren und sehr davon abhängen, wo man landet. Kurz zu meiner Person:
- gelernter Maurer
- Dipl.-Ing. (FH)
- 6 Jahre Ingenieurbüro (75 Angestellte) als Planer für Industrieanlagen (MVA, Biogas, HGÜ)
- 54.000 €/a + Auto (GTD Variant)
- ca. 45h/Wo

Seit Mai bin ich nun bei einem öffentlichen Versorger:

- Tarifvertrag TVV E12 / Stufe 3
- 70.000 €/a
- 39 h/Wo

Wer in den öffentlichen Dienst wechseln will, sollte in naher Zukunft wechseln. Die Entgeltgruppen sind zurzeit deutlich höher angesetzt als vor 6 Jahren. Z. T. bieten hier die Kollegen des TVöD sogar die E14 an. Z.Z. sucht die Privatwirtschaft und der öffentliche Dienst. Daher herrscht eine gewisse Konkurrenz. Wenn es in der Privatwirtschaft nicht mehr läuft, kann sich der ÖD wieder zurück lehnen.

Es wird auch kaum noch zwischen FH und Uni unterschieden. M. E. auch zu Recht, da das Ergebnis zählt! Daher bitte alle FH-ler mit Berufserfahrung, auch auf "Uni-Stellen" bewerben. Meine Frau ist im Personal und dort sind in diesem Fall beide Bewerber gleichwertig.

@Lucs:
Finger weg von Massivhäusern aus der Schublade. In 5-6 Jahren ist der Hype vorbei und es haben sich viele überschuldet. Schau bei den Versorgern und Netzbetreibern nach. Das hat m. E. Zukunft. Strom, Wasser und Abwasser wird es weltweit immer geben bzw. benötigt.

@Alonso:
Ich kann dir nur zustimmen. Mich belächelte mal ein Maschinenbauer. Dann war sein Sockel am Haus feucht und ich lächelte.

Hobbymaurer | 16. August 2019 - 19:57

Hier mal meine Zahlen:
- Praktikant mit 14 Jahren auf der Baustelle
- Ausbildung Stahlbetonbauer, Familienbetrieb 80 Mitarbeiter
- Studium im klassischen Bauingenieurwesen (FH), Abschluss M.Eng
- 3 Jahre Ausland beim Konzern (während und nach dem Studium)

Gehalt im Ausland beim Konzern war natürlich sehr lukrativ, 75.000 € als Einstiegsgehalt.

Inzwischen bin ich wieder in meinem Ausbildungsbetrieb als Bauleiter für Hochbau, Sanierung und Denkmalschutz. Gehalt wird hier nach Stunden bezahlt. Einstieg vor 4 Jahren mit 24 €/h, jetzt bin ich bei 30 €/h. Arbeitsumfang ist von Kalkulation, AV, Bauleitung und Abrechnung alles dabei. Das Unternehmen liegt 5 km zum Wohnort, Baustellen im Umkreis bis 25 km. Regelarbeitszeit 8-9 h/Tag, Überstunden werden abgefeiert. Baustellen bis 1,5 Mio. €. Ich bin sehr zufrieden, kann mir momentan keinen Wechsel vorstellen.

Alonso | 16. August 2019 - 07:04

Mal ehrlich, wollen wir als Bauingenieure nicht auch in der Baubranche arbeiten? Wir wollen Häuser, Brücken, Tunnel usw. planen und bauen und nicht in der Chemie- oder der Automobilindustrie stranden. So sehe ich es zumindest. Und in der Baubranche lässt sich bei klasse Bedingungen auch gut verdienen, siehe meine alten Beiträge.

Im Übrigen, in meinem Freundeskreis arbeiten einige in der Automobilbranche. Manche Banken haben wohl den Status bei Kreditvergaben einiger Angestellter von Automobilzulieferern und eines Automobilherstellers derzeit auf rot gesetzt. Bleibt dem Bau erhalten und schaut euch nach gut bezahlten Jobs um! Die gibt es, bei tollen Konditionen!

Bauwechsler | 14. August 2019 - 20:57

@ALE
Guter Beitrag! Anzumerken wäre noch dass in den Branchen, die bei den Gehälter führend sind (Chemie und Pharma, Automobil) in der Regel 35 h/Woche gearbeitet wird, während der Bauingenieur für im Schnitt 60 % weniger Gehalt 45 - 60 Stunden (30 - 70 % mehr!) arbeiten muss. Der Bauingenieur verdient - auf die Stunde herunter gebrochen - mit Glück die Hälfte eines in der Pharma-, Chemie- oder Automobilbranche beschäftigten Ingenieurs.

@Keeper93:
Schön dass du mir mein Gehalt gönnst! Vergleichbare Gehälter sind bei uns branchenüblich (mit einem 40 Stundenvertrag), Teamleiter und die Führungsebenen darüber verdienen selbstverständlich noch einmal (deutlich) mehr, arbeiten dann aber auch mehr als 40 Stunden.

ALE | 12. August 2019 - 23:39

@ keeper83:
Bitte lesen. Jahresgehalt (Durchschnitt) Ingenieure:

  • Chemie- und Pharmaindustrie 83.060 Euro
  • Fahrzeugbau 67.500 Euro
  • Energieversorgung 64.850 Euro
  • Informationstechnologie 63.680 Euro
  • Maschinen- und Anlagenbau 62.700 Euro
  • Elektronik / Elektrotechnik 61.100 Euro
  • Baugewerbe 50.400 Euro
(Quelle: merkur.de)

@an alle Kollegen:
Bitte verkauft euch nicht zu billig. Viel Erfolg und Mut!

Lucs | 12. August 2019 - 15:28

Ich bin derzeit noch 18 und mache nächstes Jahr mein allgemeinbildendes Abitur. Ich habe mich in den letzten Monaten für den dualen Studiengang Bauingenieurwesen bei verschiedenen Betrieben beworben. Ein Betrieb zeigt besonderes Interesse. Dort habe ich schon 3 Tage lang eine sogenanntes "Probearbeit" absolviert, um zu schauen ob die Aufgaben des Betriebs meinen Vorstellungen entsprechen. Der Betrieb kümmert sich um das Planen von Massivhäusern.

Nun habe ich also in naher Zukunft vor mein duales Studium bei diesem Betrieb mit ca. 50 Mitarbeitern zu beginnen. Mein Ziel für die ferne Zukunft ist es diesen Studiengang mit einem Master abzuschließen und danach als Bauleiter tätig zu werden, um möglichst viel praktische Erfahrung sammeln zu können.

Die Frage ist nun was kann man sich bei so einem "kleineren" Betrieb als Einstiegsgehalt vorstellen? Mir wurde berichtet das der Betrieb letztes Jahr einen Umsatz von 40 Millionen Euro erreicht hat. Leider weiß ich nicht ob das gut oder schlecht ist. Als Bauleiter mit einem abgeschlossenen Master Studium hätte ich dem Betrieb 47.000 € - 50.000 € als Einstiegsgehalt vorgeschlagen. Was haltet ihr davon? Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Einstiegsgehalt? Ich würde mich über ein paar Berichte freuen!

Kurt | 12. August 2019 - 08:05

Da ich hier dieses Forum seit einiger Zeit ebenso verfolge und einige nützliche Beiträge daraus ziehen konnte, werfe ich nun auch mal meine Fakten in die Runde:

  • Abschluss M.Eng (Konstruktiver Ingenieurbau)
  • Handwerkliche Lehre im Bauhauptgewerbe, darin knapp 5 Jahre Berufserfahrung
  • Während dem Studium immer wieder Werkstudententätigkeit in der Tragwerksplanung
  • Einstieg in der Bauleitung bei einem großen Konzern mit A7 (Auto etc. ist inklusive)
  • Baustellen sind Deutschlandweit, dafür gibts aber eine Zulage pro Tag
  • Nachverhandeln des Gehalts nach spätestens einem Jahr
  • Überstunden sind im Gehalt mit drin, wie so üblich bei der Bauleitung
Insgesamt bin ich für den Anfang zufrieden. Da ich jedoch schon fast alles selbst draußen ausgeführt habe, was ich später anleiten/organisieren soll, sehe ich die Erhöhung nach einem Jahr mehr als gerechtfertigt an. Insbesondere wenn man tendenziell von eher 50 Std/Woche ausgeht. Wie seht ihr das? Was sind die Erfahrungen von Kollegen, die ebenso schon praktisch am Bau gearbeitet haben?

Martin | 08. August 2019 - 10:05

Ich habe das Thema nun verfolgt und bitte um eine Einschätzung. Kurz zu mir: 25 J, B.Eng. Abschluss Dezember 2018, ab Januar 2019 bei einem Bauträger angestellt (davor dort 1 Jahr als Werkstudent) und dort mache ich seit April die Bauleitung eines 14 Mio. Projektes. Übernahme der Baustelle bei Hälfte Rohbau, da eigentliche Bauleitung aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden ist. Mache momentan im Schnitt 45 - 50 Std.
Gehalt: 42.000 € + Firmenwagen (BMW X1). Passt das? Ende des Jahres wollte ich eine Gehaltssteigerung ansprechen, was kann man da fordern?

keeper83 | 07. August 2019 - 11:26

Ich bin vor 2 Jahren in den Öffentlichen Dienst gewechselt. Die Vorzüge und Freiheiten bei gleichzeitig interessanter Tätigkeit (Planung und Bauleitung im Tiefbau meist ohne Ingenieurbüros dazwischen), die ich hier genieße, würde ich niemals gegen 15.000 EUR im Jahr mehr wieder eintauschen. Die Rechnung geht in jeglicher Hinsicht nach hinten los. Meine feste Überzeugung, nachdem ich auf beiden Seiten meine Erfahrung gemacht habe.

@Bauwechsler:
Ich weiß ja nicht was du wo für deine 98.000 Euro genau machen musst, aber nach 5 Jahren im Beruf solch eine Summe hier als Standard festzulegen, bei gleichzeitig vollem Ausleben eines Privatlebens (ohne zwangsweisen Umzug, berufliche Verwirklichung des Partners möglich bei gleichzeitiger Gründung einer Familie, etc.))., halte ich für etwas gewagt. Es sei dir aber gegönnt.

@ALE:
Frag mal bei den Automobilzulieferern nach aktuell. Die Ingenieure freuen sich gerade mega über ihre üppigen Gehälter.

Alonso | 02. August 2019 - 07:10

Wer sich bei diesem Bauboom schlecht bezahlen lässt, ist selbst Schuld. Ich hatte letztes Jahr drei Interviews. 20 bis 30 % Gehaltserhöhung sind locker drin.

@Constantin:
Und die weichen Faktoren kommen auch nicht zu kurz. Und dürfen heutzutage auch nicht zu kurz kommen. Ich bin nun in einem Büro in der Innenstadt einer Großstadt. Perfekte Lage, Bahnhofsnähe, 40 h Woche, Zeitkonto, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice Möglichkeit, flache Hierarchien und top eingerichtetes Büro. Klar, Leistung ist zu bringen und Verantwortung ist zu übernehmen!

Bauwechsler | 01. August 2019 - 21:49

@Constantin:
All die von dir genannten Punkte haben wir in einem Großkonzern (kostenlose Getränke, schönes Büro, Weiterbildungsangebote, geförderte Kantine, geförderte Mitgliedschaft im Fitness, Fahrkostenzuschuss etc.), darüber hinaus Anspruch auf eine (nicht zu verachtende) Betriebsrente. Trotzdem haben wir ein Top-Gehaltsniveau. Du siehst, dass eine schließt das andere nicht aus, ganz im Gegenteil, die Bauingenieure die ich kenne arbeiten überwiegend in kleinen Firmen/Büros und da gibts in der Regel weder ein gutes Gehalt, noch sonstige Benefits. So schaut’s halt aus!

ALE | 31. Juli 2019 - 18:09

@Constantin:
Totaler Schwachsinn, sorry! Bauingenieure sind sehr schlecht bezahlt im Vergleich zu anderen Ingenieuren. Und das muss sich schnell ändern, Punkt Ende.

Constantin | 31. Juli 2019 - 09:15

Kommt bei der Betrachtung der reinen Gehälter nicht ein Aspekt viel zu kurz? In die meisten Bewertungen in diesem Forum wird das Gehalt seitens des Arbeitgebers gegen die Wochenstunden (ja, wichtig), Mitarbeiteranzahl, Anzahl der Urlaubstage etc. gebenchmarkt. Aber die weichen Faktoren werden kaum erwähnt. Muss nicht viel mehr gleichzeitig ein ganzheitliches Augenmerk auf den Arbeitgeber gerichtet werden?

Lage des Büros, Ausstattung der Arbeitsplätze (auch das Design des Büros kann eine Rolle spielen), Weiterbildungsangebote, Kollegenzusammenhalt (und was tut der Arbeitgeber hierfür), Mitarbeiterzufriedenheit, flexible Arbeitszeiten, Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb des Büros, Verantwortung der Mitarbeiter, Führung und Förderung - und vieles vieles mehr.

Bis zu den Kleinigkeiten, wie Getränke, Kaffeemaschine, Sportangebote und Gadgets wie höhenverstellbare Schreibtische etc. Das alles muss doch auch betrachtet werden. Natürlich will ich ein faires Gehalt, aber alle die o.a. Themen kosten dem Arbeitgeber auch Geld und wenn er mir ein Arbeitsumfeld schafft, in dem ich mich richtig wohl fühle, dann muss ich auch dies bei meinen Gehaltswünschen betrachten und mit einfließen lassen.

Bauwechsler | 30. Juli 2019 - 23:34

@Ronny:
Mal im Ernst, bist du mit den paar € zufrieden?! Dafür ein schweres Studium absolviert?

Ronny | 30. Juli 2019 - 13:04

Ich habe meinen Master gemacht (FH) und bin danach in den öffentlichen Dienst als technischer Sachbearbeiter (Verkehrsplanung) - wegen Work-Life-Balanace. Nun bin ich seit 5 jahren hier im Büro (Stadt mit über 200.000 Einwohner) und verdiene E11/Stufe 3 ca. 52.000 EUR Brutto Jahresgehalt.

Meine Arbeitszeit liegt bei 39/h die Woche. Davon bin ich zwei Tage im Homeoffice (da ich Vater geworden bin) - und kann da nebenbei auf meinen Sohnemann aufpassen. Also ich bereue es nicht in die freie Wirtschaft gegangen zu sein.

Bauwechsler | 29. Juli 2019 - 20:39

Ganz knapp meine Daten: Einstieg nach Master (Mitte 2014): 50.000 €, Stand jetzt (Mitte 2019): 98.000 €, 40 h/Woche im Bereich Konzernumfeld, wenig Reisezeit, nette Kollegen, gute Work-Life-Balance!

Wenn ich mir die Gehaltsstrukturen hier anschaue und mich mit ehemaligen Komillitonen vergleiche, mit Sicherheit eine der besten Entscheidungen meines Lebens. An alle, die hier immer den Wechsel in die (nicht Bau-) Industrie empfehlen: vergesst das. Die Chancen als Bauingenieur in der Industrie unterzukommen sind verschwindend gering, wenn ihr in die Industrie gehen wollt macht besser gleich was Passendes!

Bauhans | 24. Juli 2019 - 19:30

Kurz und knapp meine Daten:

  • Abschluss als Master an TU (Vertiefung Baubetrieb)
  • Während des Studiums über 2 Jahre als Werkstudent / Praktikant in der Bauleitung (Ingenieur- und Tunnelbau) gearbeitet
  • Einstieg als Jungbauleiter im Ingenieur- und Brückenbau bei Baukonzern
  • Einstiegsgehalt A7 nach Tarifvertrag (ca. 60.000 €/Jahr) mit Firmenwagen
  • ca. 50 h/Woche
  • Baustellen im Radius von ca. 200 km um Niederlassung und bis 40 Mio. €
  • Peile Tarifstufe A8 (= ca. 65.000 €/Jahr) nach dem aktuellen Projekt an

Sami | 24. Juli 2019 - 13:31

Ich bin vor 4 Jahren nach Deutschland gekommen, seit Mai 2018 in einem Architektenbüro als Bauleiter erwerbstätig. Berufserfahrung habe ich ca. 5 Jahre in meinem Heimatland gesammelt. Mein Gehalt als Einstieg ist 2800 € Brutto im Monat und bis jetzt wurde es nicht erhöht. Ist das Gehalt so plausibel?

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