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Montag, 18. Februar 2019
Ausgabe 6391 | Nr. 49 | 18. Jahrgang

Tauschen Sie sich mit anderen Bauingenieuren über ihr Gehalt aus. Berufseinsteiger: Welches Einstiegsgehalt? Jungingenieure: Wie die Gehaltsverhandlung führen? Berufserfahrene / Professionals: Wann die nächste Gehaltserhöhung? Senior: Welche Tarif-Gruppe? Finden Sie in den Kommentaren die Gehaltsangaben von Kollegen über Einkommen, Verdienst und Arbeitszeiten. Oder schreiben Sie selbst zum Thema Gehälter.

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 5

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EST | 15. April 2018 - 12:31 2018-04-15

@einsteigerin:
3000 € Gehalt für einen Bachelor-Einsteiger ist nicht schlecht. Grundsätzlich krankt die ganze Brache an mangelhafter Lobbyarbeit. Es fehlt ein "Marburger Bund" oder eine "Vereinigung Cockpit". Solange die Büros und zugehörigen Berufsverbände nur auskömmliche und keine sehr guten Honorare anstreben, werden sie auch nur auskömmliche aber keine guten Gehälter anbieten können.

GST | 15. April 2018 - 09:19 2018-04-15

@Einsteigerin:
3500 € x 12 macht 42000 € Jahresgehalt nach der Probezeit in Bayern. Das ist sicherlich angemessen und du liegst damit auch in der Statistik. Die 500 € kann man ruhig einfordern, wie ich finde.

Einsteigerin | 10. April 2018 - 16:41 2018-04-10

Ich würde mich auch gerne mal zu diesem Thema äußern: Ich 24 w, habe einen Bachelor (TH) und habe ein Einstiegsgehalt von 3000 € im Monat Brutto. Ich arbeite in Bayern, bin in der Tragwerksplanung tätig und habe eine 40 h Woche. Vertraglich wurde eine Neuverhandlung des Bruttolohns nach der Beendigung der Probezeit festgehalten, da ich auch im Vorstellungsgespräch schon ein höhere Gehaltsvorstellung geäußert habe. Diese wurde mit der Begründung Einsteiger und man weiß ja nicht ob die Person im Betrieb bleibt abgelehnt. Nun steht bald die Verhandlung an und ich persönlich finde eine Gehaltserhöhung von 500 € im Monat angemessen. Mein Einstiegsgehalt war mir gefühlt zu gering. Nun würde ich gern eure Meinungen / Ratschläge dazu hören. Danke!

Aussteiger | 10. April 2018 - 08:34 2018-04-10

@Nocheinaussteiger:
Natürlich sollte man das nicht mit dem Ziel studieren, aus der Baubranche rauszukommen. Ich habe es studiert, weil mir der Bau Spaß macht. Und ich bin nach wie vor darin tätig, nur eben in einer anderen "Branche". D.h. für mich aber nicht, dass ich das Studium bereue. Mir hat der Job in der Baufirma genauso auch Spaß gemacht, trotz höherer Stundenbelastung. Ich hatte eben das Glück, dass mir diese Chance ermöglicht wurde und da habe ich zugepackt. Das würde jeder so machen. Und natürlich bin ich jetzt noch viel zufriedener. Aber grundsätzlich sollte man das studieren, was einen interessiert. Und das Gehalt auch in der Baubranche ist momentan nicht schlecht. Auch wenn man mehr Stunden dafür leisten muss, so stehen doch am Ende ganz gute Ergebnisse (Gehalt) da.

Ich sehe das wie @Man.Bauing., man sollte hier nicht anfangen, den Stundenlohn auszurechnen. Mehr Stunden ist Teil des Bauwesens (v.a. Bauleitung/Projektleitung). Dafür kann man aber auch hier relativ schnell in Richtung 70.000-80.000 € Jahresgehalt aufsteigen. Natürlich muss man weiterhin viele Stunden dafür leisten, aber wenn man gut verdienen will, dann geht das auch in der Baubranche. Und ein Söldnerleben ist das nicht zwingend. Ich war immer in meiner Region unterwegs. Es kam so gut wie nie vor, dass ich nicht zu hause geschlafen habe, mein Privatleben war also weiterhin existent.

Aber grundsätzlich denke ich, dass man Bauingenieur studieren kann und auch soll, wenn einen der Bau fasziniert. Wer es etwas "fairer" haben will, sollte eher in Richtung Maschinenbau, Elektroingenieur etc. gehen. Aber das sind ja komplett unterschiedliche Berufswege. Einen "Bauverrrückten" wirst du nicht glücklich sehen als Elektroningenieur.

Ich denke zusammenfassend kann man es so sehen: Bauingenieure sind gesucht und gefragt. Der Einstieg momentan nicht schwer, und man kann gut was verdienen. Bewusst muss einem halt sein, dass man dafür auch mal eher 50 h arbeiten muss, während es in anderen Branchen das selbe Gehalt für 35-40 h gibt. Aber das sind Stundenlohnrechnungen, die ich persönlich nicht für sinnvoll halte. Jeder muss das für sich selber entscheiden.

BauDde | 25. März 2018 - 18:33 2018-03-25

Ich würde gern wissen, ob sich mein Gehalt bzw. meine Gehaltsentwicklung eurer Meinung nach im Durchschnitt befindet, oder ob ich doch langsam einen Wechsel in Betracht ziehen sollte. 2014 habe ich bei einem kleinem bis mittelgroßen Planungsbüro im Westen als Projektingenieur im Straßenbau für 2650 Euro/Monat angefangen (als Bachelor.) Seitdem jährliche Erhöhungen bis zum jetzigen Gehalt von 3300 Euro/Monat + Weihnachtsgeld mit fast 4 Jahren Berufserfahrung. Die meiste Zeit habe ich Ausführungsplanungen und Leistungsverzeichnisse erstellt und seit einem halben Jahr bin ich zusätzlich in der Bauüberwachung tätig. Meistens arbeite ich 40-45 h die Woche, wobei Überstunden abgefeiert oder ausbezahlt werden können.

Petersens | 24. März 2018 - 12:47 2018-03-24

Ich bereue meine Entscheidung - vor fast einem Jahrzehnt das Studium begonnen zu haben - auch kein bisschen. Ich bin nach dem Abschluss des Studiums direkt in den öffentlichen Dienst gegangen und bin im TV-L in der E12/4 mit Zulagen eingestuft (allerdings keine Bereitschaft oder Wochenendarbeit, sondern dafür, dass ich einen technischen Hintergrund habe). Alles in allem sind das gute 60.000 EUR Jahresgehalt bei wirklich festen 40 h pro Woche. Montag bis Donnerstag je eine halbe Stunde länger, dafür wird freitags bereits nach 6 Stunden ausgestochen. Vollkommen frei in der Gestaltung meiner Arbeitszeit, keine Kernzeit, keine bösen Vorgesetzten, alles sehr freundschaftlich. Ich kann wirklich sagen, dass ich vollkommen zufrieden bin. Klar ist die Arbeit oft sehr viel Verwaltung, allerdings betreue ich doch regelmäßig selbst Baustellen. Für mich persönlich ein zufriedenstellender Mix.

BauBob | 23. März 2018 - 11:33 2018-03-23

Meiner Meinung nach ist die Sache ganz einfach! Hier gibt es Leute, die rechnen das Gehalt in Stundenlohn um und stellen fest: Oh, der Stundenlohn ist geringer als bei einem Maschinenbauer oder was auch immer. Ich sehe das so: Ich verdiene für eine Arbeit, die mir sehr sehr viel Freude bereitet, monatlich gutes Geld! Alternativ kann ich auch einen Job ausüben, der mir Zeit und Geld bringt, aber keinen Spaß macht. Es geht doch nicht immer nur ums Geld. Man verbringt schließlich 50 % seiner Lebenszeit im Beruf! Dann sollte die Sache Spaß machen.

Man. Bauing. | 22. März 2018 - 12:31 2018-03-22

@nocheinaussteiger:
Keine der hier genannten Personen in der Bauleitung haben eine 60 h Woche. Und als Einstiegsgehalt ist das meines Erachtens gut. Ein Kumpel im Personalbüro (ebenfalls mit Uni Abschluss) verdient, in einer anderen Branche bei gleicher Arbeitszeit, deutlich weniger. Auch das unten genannte Gehalt als Tragwerksplaner mit einem unterdurchschnittlichen BA-Abschluss und viel mehr Semester, ist doch OK als Einstieg. Also man muss nicht alles schwarzmalen. Natürlich gibt es Branchen, die besser bezahlen, aber life isn't fair. Ich werde mich nicht kaputt machen und bin meines eigenen Glückes Schmied.

Lolo | 20. März 2018 - 07:40 2018-03-20

Meine Erfahrungen mit dem Gehalt: Ingenieurbüro, Bauoberleitung mit 53.000 EUR Jahresgehalt und mit 6 Jahren Berufserfahrung. Fahrzeit zur Arbeit 40 min und mehr. Dann gewechselt zum öffentlichem Dienst: TVÖD 12 mit Zulagen (Rufbereitschaft und Überstunden) ca. 65.000 EUR (Grundgehalt 59.000 EUR) Fahrzeit zur Arbeit 18 min. Trotz Überstunden und Rufbereitschaft habe ich deutlich mehr Zeit für meine Familie. Ich sehe kein Anlass wieder in die Wirtschaft zu wechseln.

Nocheinaussteiger | 19. März 2018 - 23:35 2018-03-19

@Ma.Bauing.:
Die genannten Gehälter sind doch nicht gut, die angeführten 52.000 EUR entsprechen bei der in der Bauleitung üblichen 60 Stundenwoche einem Stundenlohn von lächerlichen 16 EUR. Bei der im Maschinenbau üblichen 35 Stundenwoche entsprechen die 52.000 EUR dann schon ca. 28 EUR, hieraus resultiert eine Gehaltsdifferenz von 75 %. Um angemessen (= vergleichbar mit einem Durchschnittsmaschinenbauer) bezahlt zu sein, müsste ein Bauleiter demnach ca. 91.000 EUR Jahresgehalt verdienen - tut er aber nicht. Die Baubranche -und hier insbesondere die Bauleitung - ist das richtige für Charaktere die sich gerne für klein(st)es Geld kaputtarbeiten.

Ma.Bauing. | 18. März 2018 - 12:53 2018-03-18

Also da sich mein Masterstudium dem Ende zuneigt, und einige Kommilitonen schon einen Job haben, weiß ich was so ca. gezahlt wird:

  1. Jobs, gerade in der Bauleitung, gibt es wirklich wie Sand am Meer. Wenn man jetzt noch örtlich flexibel ist, ist das mal 0 Problem.
  2. Zwei Kumpels von mir fangen in 2 größeren Baufirmen an (360-500 Mitarbeiter) und verdienen als Berufsanfänger mit einem Masterabschluss ca. 52.000 EUR Brutto + Firmenwagen im Jahr. Natürlich in der Bauleitung mit einigen Überstunden, aber das ist safe drin.
  3. Ein weiterer verdient als Tragwerksplaner (Hessen) mit einem Bachelorabschluss (keine Regelstudienzeit) ca. 42.000 EUR Einstiegsgehalt.
Der Markt gibt diese Gehälter einfach momentan her und wer sich gerade jetzt unterm Wert verkauft, ist meines Erachtens selbst Schuld.

ThyEngi | 17. März 2018 - 17:01 2018-03-17

Ich arbeite in Österreich und habe etwas länger als Durchschnittsstudiendauer studiert und nicht all zu gut verhandelt - Wollte schnell einen Job, auf der Baustelle sein und keine Überstundenpauschale haben. (Habe kaum Berufserfahrung, aber einen Abschluss mit Auszeichnung) Verdiene montatlich 2762,- Euro Brutto. Da es hier ein 13 und 14 Gehalt gibt, verdiene ich somit jährlich 38.668,00 brutto. Ich bekomme je Arbeitstag 15,10 € Essensgeld und ca. 24 € KM-Geld (netto). Dazu mache ich ca. 35 bezahlte Überstunden im Monat. Somit verdiene ich Netto zwischen 3200 - 3300 Netto monatlich und wenn ich das 13 und 14 Gehalt umlege, verdiene ich ca 3550 bis 3650 Netto monatlich. Ehrlich gesagt, finde ich das ganz ok. Bin jetzt seit ca 1,2 Jahren bei der Firma und werde nach Projektende eine Gehaltserhöhung (Grundgehalt) fordern.

AlHu | 16. März 2018 - 22:04 2018-03-16

@Oida Hund:
Ein Weg, der natürlich mit Leichen gepflastert ist. Nicht wenige endeten als Einzelkämpfer, die nach den Zahlen in den Bürokostenvergleichen weniger verdienen als Angestellte. Auch die Zukunft der HOAI ist noch nicht in trockenen Tüchern. Das wird weiter zu beobachten sein. Planungsbüros haben keine Lobby, zukünftig wird man sich dort auch mit den personellen Brosamen abfinden müssen, die vom Tisch des Öffentlichen Dienstes und der Baukonzerne herabfallen. Klar, auch in den Baukonzernen wird besser verdient als in Planungsbüros, aber gerade die Älteren werden noch in Erinnerung haben, wie schnell vor anderthalb Jahrzehnten bei Holzmann, Dywidag, Walter Bau et. al. das Licht aus war und der Schlüssel zum Firmenwagen beim Pförtner abzugeben war. Diejenigen, die das durchgehalten haben, haben teils einen hohen Preis dafür gezahlt.

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