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Samstag, 11. Juli 2020
Ausgabe 6900 | Nr. 193 | 19. Jahrgang

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 6

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Bauing2020 | 26. Januar 2020 - 09:53

Ich kann hier manche Aussagen nicht nachvollziehen und möchte daher auch mal meine Erfahrungen mitteilen. Ich habe 2019 mein Studium als M. Sc. Bauingenieurwesen mit baubetrieblich/konstruktiver Vertiefung abgeschlossen. Habe danach bei dem Unternehmen - bei dem ich bereits seit 3 Jahren als Werkstudent gearbeitet habe - als Junior Projektmanager angefangen. Mein Gehalt sind 50.000 € auf 13 Gehälter, 30 Tage Urlaub und bezahlten Überstunden. Reale Arbeitszeit geht selten mal über die 42/43 Stunden.

Meine Kumpels aus der Uni haben relativ zeitgleich angefangen und verdienen zwischen 47.000 € und 50.000 €. Davon sind die meisten als Tragwerksplaner bei kleinen bis mittleren Ingenieurbüros angestellt. Einer hat übrigens bei der Bahn angeheuert und bekommt ca. 50.000 € zum Einstieg bei 34 Urlaubstagen und Überstunden sind ihm unbekannt. Ich habe mir im Studium immer riesen Sorgen gemacht, wenn ich in dieses Forum geschaut habe. Die Realität sieht aber im Moment anders aus.

Sven | 25. Januar 2020 - 10:08

Ich habe das Forum schon länger verfolgt und wollte nun auch mal meine Daten Preis geben: Bauingenieur - Master - Projektierung Strassenbau - 6 Jahre Berufserfahrung. Ingenieurbüro mit ca. 150 Mitarbeiter - Ostdeutschland, Gehalt 47.000 € (inkl. kleiner Jahresbonus), Überstunden können abgefeiert werden.

Statikpro | 24. Januar 2020 - 23:27

Gehälter sind regional sehr unterschiedlich. Ich bin Tragwerksplaner und verdiene 72.000 EUR Gehalt brutto jährlich bei 30 Urlaubstage (4 Jahre Berufserfahrung). Die größten Gehaltssprünge macht man bei Wechsel des AG's. So selbstverständlich es sich anhört: die Leistung am Anfang ist entscheidend. Man muss unentbehrlich für den Chef werden (auch wenn im Allgemeinen gilt: Jeder ist ersetzlich, heißt aber noch lange nicht zur selben Qualität).

M.Eng. | 23. Januar 2020 - 13:36

@Manu:
Ich denke das ist schon hilfreich. Hier geht es weniger darum, dass eine Illusion über das Gehalt aufgebaut werden soll, sondern das soll eher Mut machen, dass man auch mal über den Tellerrand hinausschaut und sich bewirbt. Mir selbst geht es genauso wie Alonso, ich bin aber auch eher in einer Nische gelandet, was nicht dem Durchschnitt eines Bauingenieurgehaltes entspricht.

Nach meiner Erfahrung wird gesucht wie noch nie, ich habe fast wöchentlich 1-2 Angebote, wo wirklich super Positionen besetzt werden sollen über Headhunter, da geht es oft um Projektsteuerung, Projektleitung usw. - mit durchaus guten Gehältern in der Richtung 70.000 bis 100.000 EUR Gehalt. Auch das ist natürlich nicht der Durchschnitt, aber gefühlt gibt es momentan in ganz Deutschland einen Haufen guter Stellen!

Olaf | 23. Januar 2020 - 13:17

@Konstr.-Bauing.:
Wie viele Bauingenieure arbeiten schon bei Stahlherstellern und Energieriesen?! Das ist ein so verschwindend geringer Anteil, das dieser sicherlich im Promillebereich angegeben werden muss. Das sind doch keine aussagekräftigen Angaben, was ein durchschnittlicher Bauingenieur verdient. 80 % werden in irgendeinem Ingenieurbüro arbeiten. Wer da 80.000 bis 90.000 EUR verdient, ist ein absoluter Exot.

@Manu hat das recht treffend gesagt: Sämtliche Gehaltserhebungen zeigen eine ganz andere Welt, die echte Bauingenieur-Bezahlung. Die DURCHSCHNITTLICHEN lächerlichen 50.000 EUR nach 10 Berufsjahren. Der Bauingenieur ist der mit Abstand am schlechtesten bezahlte Ingenieur überhaupt! Und das ist leider nun mal ein Fakt. Da helfen die 80.000 EUR für den "Aussteiger" in die Energie- und Stahlbranche wenig, um darüber hinwegzutäuschen.

ejjjj | 22. Januar 2020 - 22:19

Also ich verstehe die ganze schlechte Stimmung hier nicht. Ich bin jetzt 26 Jahre und seit 4 Jahren als Bauleiter im Tiefbau und Straßenbau angestellt. Zwischenzeitlich berufsbegleitend einen Master gemacht (Firma hat finanziert). Ich habe jetzt 5.698 EUR Gehalt brutto im Monat zzgl. Firmenwagen, Weihnachtsgeld und Gewinnbeteiligung (5.000 bis 10.000 EUR). Da komm ich i. M. bei jährlich 76.000 EUR Jahresgehalt raus. Ich finde die aktuelle Situation könnte nicht besser sein. Gute Leute werden überall gesucht. Man bekommt nicht das was man verdient, sondern das was man verhandelt!

Manu | 22. Januar 2020 - 09:07

@Alonso:
Deine 90.000 € Gehalt sind sicherlich nicht unerreichbar und ich freue mich für dich, dass ein Bauingenieur sowas erreicht hat. Das wird es auch immer mal wieder geben. Allerdings sind solche Aussagen für die Masse leider nicht zutreffend. Die breite Masse der Bauingenieure wird leider das komplette Berufsleben auf die 60.000 € schielen und sie, wenn überhaupt, nur im hohen Berufsalter erreichen. Sämtliche Gehaltserhebungen belegen das ja.

Der Bauingenieur wird im Allgemeinen nur die Pfennige auf Arbeit "einsammeln". Die "fette Beute" werden andere Ingenieure holen. Maschinenbau oder Elektrotechnik.

Konstr.-Bauing. | 21. Januar 2020 - 20:57

Ich möchte auch mal meine Erfahrungen mitteilen. Ich bin 2016 mit meinem Studium fertig geworden und habe als Bauingenieur im Ingenieurbüro im Bereich Brückenbau angefangen (Leistungsphasen 1-7). Ganz entspannt 40 h im Büro. Überstunden wurden erfasst und ausgezahlt oder frei genommen. Das Einstiegsgehalt entsprach 45.000 Euro. (Seit dem Jahr 2019 werden die Absolventen > 50.000 Euro Gehalt angestellt). Im November 2019 habe ich den Arbeitgeber gewechselt. Gleiche Tätigkeit bei einem Gehalt von 60.000 Euro. Ich finde nicht, dass es ein schlecht bezahlter Beruf ist. Von meinen Kommilitonen bilde ich die Mitte. Einige verdienen noch deutlich mehr (bei einem Energieriesen oder Stahlhersteller, Gehalt mehr als 80.000 Euro), andere etwas weniger (Kommune oder Land so ca. 45.000 Euro).

Wir haben das unfassbare Glück, dass Bauingenieure gerade Mangelware sind, also empfehle ich jedem einfach mal in einem Bewerbungsgespräch seinen Marktwert zu testen und als Gehaltsvorstellung eine ordentliche Summe zu nennen. Ich meine ihr tauscht das wertvollste was ihr besitzt (Lebenszeit) gegen Geld. Ich habe das Gefühl das manche bei einem Autokauf mehr verhandeln als bei ihrem Gehalt und das sollte so nicht sein. Zu der Aussage, dass andere Ingenieure ja deutlich mehr verdienen, kann ich nur sagen:

  1. ist ein Maschinenbau-Studium schwieriger
  2. findet von denen nicht jeder direkt einen gut bezahlten Job. (Siemens, Bosch, Thyssen usw. haben auch nur begrenzte Stellen).
  3. studiert man nicht direkt des Geldes wegen, sonst sollte man versuchen Fluglotse oder Unternehmer zu werden.
Viel zu viel geschrieben. Der Kern der Aussage sollte sein, führt einfach mal Bewerbungsgespräche und traut euch mal eine große Summe zu nennen. Ihr werdet überrascht sein was möglich ist. Behaltet dabei im Hinterkopf, dass ihr eure Lebenszeit verkauft, das Wertvollste was ihr besitzt. Gutes Geld lässt sich auch als Bauingenieur verdienen.

ALE | 21. Januar 2020 - 20:32

@Alonso:
Ja ja, ganz genau 90.000 EUR Gehalt, sehr glaubhaft.

Alonso | 20. Januar 2020 - 21:21

Ich schließe mich der Meinung von "Noch1Bauing" an. Ich bereue es auch nicht Bauingenieurwesen studiert zu haben. Es ist ein klasse, vielfältigiger und sehr interessanter Beruf. Am Ende des Tages sieht man, was man geleistet hat. Da steht dann eine Talbrücke, ein Gebäude, ein Klärbecken, eine Straße, ein Wasserkraftwerk und und und. Und wenn man aus dem Tellerrand schaut, lässt sich gutes Geld verdienen.

Im Dez. 2019 habe ich die 90.000 Gehalt EUR brutto geknackt. Und das mit 30 Tagen Urlaub, Überstundenkonto, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice. Ständige Fortbildung inbegriffen. Arbeitgeberseite, Süddeutschland, 18 Jahre Berufserfahrung, keine Personalverantwortung. Ich bin sehr zufrieden. Natürlich muss man was leisten! Es ist ein krisensicherer Job im Infrastrukturbereich! Schaut euch um nach Jobs. Jetzt oder nie! Derzeit ist ein Arbeitgeberwechsel genial! Oder einfach mal mit dem Chef sprechen.

Wolfgang | 20. Januar 2020 - 09:42

Thema: Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? Antwort: NEIN! Begründung: Diverse Gehaltsstatistiken!

Chemie/Pharma: 76.700
Fahrzeugbau: 72.000
Energieversorgung: 65.800
Maschinenbau: 65.700
Elektro: 64.800
Infromationstechnologie: 61.200
Baugewerbe: 55.000
Ingenieurbüro: 52.500

Bei einer weiteren Gehalststatistik, welche hier auf der Internetseite zu finden ist, kann man sich eigentlich nur noch gruseln!
Gehaltsreport 2015 TGA-Ingenieur:
Durchschnitt:
bis 5 Jahre: 39.530
6-10 Jahre: 40.300
11-20 Jahre: 48.540
20+ Jahre: 44.230

Noch Fragen?! Ist DAS ein angemessenes Gehalt für einen Ingenieur? Wohl ehr nicht. An alle Studenten des Bauingenieurwesens: Wenn Ihr Bauingenieur werden könnt, schafft Ihr auch Maschinenbau oder Elektrotechnik! Tipp von mir: Sattelt lieber um, oder beschwert euch bitte nicht im Nachhinein über die vergleichsweise lächerlichen Gehälter im Bauwesen. Ihr könnt gerne weitere Statistiken suchen. Ihr werdet keine "schönere" finden. Versprochen!

Noch1Bauing | 17. Januar 2020 - 13:50

Da ich hier bereits seit Jahren immer mitlese und mir die Diskussionen, obgleich des negativen Grundrauschens, doch geholfen haben, hier mal kurz meine Anmerkungen.

Wie die meisten wissen, gibt es den Beruf Bauingenieur als solchen gar nicht. Ein Absolvent des Bauingenieurwesens kann Tragwerksplaner/Statiker, Bauleiter, TGA-Planer, Sachverständiger etc. werden. All dies lässt sich nochmal um diverse Richtungen ergänzen wie bspw. Bauleiter im Straßenbau, Sachverständiger für Betontechnik und so weiter. Da es nicht den einen Beruf gibt, gibt es auch nicht das eine Gehalt. Die meisten gehen tatsächlich in den Bereich Tragwerksplanung oder Bauleistung, was man als "klassische Bauingenieurberufe" auffassen kann.

Aus dem Kreise meiner Kommilitonen/Absolventen (Bundesland NRW) weiss ich, dass im Bereich Tragwerksplanung das Eimstiegsgehalt bei ca. 40.000 EUR liegt. Bauleiter liegen so bei 50.000 EUR, meist mit Firmenwagen (Golfklasse). Die beiden Berufsfelder wurden hier bereits oft angeführt und grundsätzlich stimmt es auch, dass Tragwerksplaner weniger verdienen, dafür aber auch weniger und vor allem geregelter arbeiten als Bauleiter. Horrorstories a la 80 Stunden jede (!) Woche sind mir aber auch bei den Bauleitern nie zu Ohren gekommen. Das man im Projektgeschäft während der heißen Phasen auch mal länger knüppelt, ist natürlich wahr.

Ein paar Kommilitonen, so auch ich selbst, sind in der Immobilienwirtschaft gelandet. Von der Projektentwicklung über die Projektsteuerung/das Projektmanagement von laufenden Projekten, bis hin zu Management von Bestandsimmobilien, dem Verkauf oder der Vermittlung gibt es hier mannigfaltige Möglichkeiten. Grundlegendes betriebswirtschaftliches sowie juristisches Verständnis ist natürlich essentiell bzw. die Bereitschaft, sich dieses anzueignen. Das Gehalt variiert hier auch je nach Beruf. Im Facility Management ist weniger zu holen als in der Projektentwicklung.

Jetzt habe ich mehr geschrieben als geplant, die Message soll einfach sein: Schaut mal nach links und rechts, es gibt sehr viele Möglichkeiten abseits der klassischen Berufsfelder. Warum nicht mal ein Praktikum bei CBRE, Drees & Sommer oder der ECE machen? Warum nicht mal auf eine Karrieremesse der Immobilienwirtschaft gehen? Man hat hier sehr viele Möglichkeiten und kann auch wirklich gutes Geld verdienen ohne sich zu Tode zu arbeiten. Haben meine Kommilitonen und ich auch geschafft. Über 50.000 EUR Gehalt zum Einstieg sind drin, auch mit 40 Stunden pro Woche sowie zusätzlich Firmenwagen.

Die einzigen Leute, die gehaltstechnisch auf der Strecke bleiben, trauen sich entweder nicht, ihre Situation zu ändern bzw. sind gemütlich/ortsgebunden, mögen Ihren Job vielleicht sogar und wollen nur des Geldes wegen nicht wechseln oder haben es teilweise auch einfach nicht drauf (ja, sowas gibt es und ich möchte hiermit niemandem ans Bein pinkeln). Das gibt es aber immer und die haben es auch in anderen Branchen schwer, was das Erzielen von hohen Gehältern angeht.

Ich bereue mein Studium zum Bauingenieur nicht. Es ist kein Garant für Topverdienst, führt aber auch nicht in die Armut. Letzten Endes muss jeder zwischen seiner fachlichen Eignung, den eigenen Interessen sowie Fähigkeiten und dem Streben nach viel Geld abwägen. Dieser Spagat gelingt aber sicherlich auch als Absolvent des Bauingenieurwesens.

M.Eng. | 16. Januar 2020 - 20:47

Also wie gesagt, ich bin mit 50.000 EUR im Monat bei 40 h eingestiegen und habe 28 Urkaubstage in einem relativ kleinen Ingenieurbüro. Ich arbeite in der Geotechnik. Also 50.000 EUR als Einstiegsgehalt IST drin. Vieler meiner Kommilitonen sind vor 2 Jahren damit eingestiegen!

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