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Samstag, 21. September 2019
Ausgabe 6606 | Nr. 264 | 19. Jahrgang

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Mein Gehalt als Bauingenieur angemessen? » Seite 8

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Ingsoc | 24. August 2018 - 08:43

@Wolfgang:
Kleine Rechnung zu deinem "super Verdienst". Ein Freiberufler sollte über den Daumen gepeilt ca. das Doppelte eines Angestelltenbruttogehaltes einspielen, damit beide (Angestellter und Freiberufler) vergleichbar sind. Hat also Kollege angestellt (der, der immer alles versemmelt) ein branchenübliches Gehalt als Bauleiter von 60.000 bis 70.000 EUR plus Auto, so muss der Freiberufler 120.000 bis 140.000 EUR (plus Auto) reinspielen. Er trägt das Risiko (Krankheitsausfälle) und muss alle Versicherungen und Sozialbeiträge selber entrichten. Das kann man ohne grossen Aufwand im Internet abrufen. Also dein Verdienst von ca. 150.000 bis 180.000 EUR brutto wären in Tat und Wahrheit ein 75.000 bis 90.000 EUR Angestelltengehalt, wovon du auch noch dein Auto zahlen musst. Wenn wir nun noch mit dem Faktor 40/60 multiplizieren, fängt es an böse, um nicht zu sagen lächerlich, auszusehen. Dein oberstes Einkommen ist dann nur noch 90 x 40 / 60 = 60.000 auf eine 40 h Basis gerechnet. Wirklich fürstlich. Typisch Bau.

@Maulwurf:
60 h die Woche hält auf Dauer niemand lange durch. Stress und Arbeitsbelastung wachsen exponentiell. Eine 60 h Woche ist nicht einfach die doppelte Belastung einer 30 h Woche, sondern um ein vielfaches höher. Bei solch einer Belastung brauchst du ein angemessenes hohes Einkommen, damit dir einige profane Dinge abgenommen werden. Z.B. eine Putzhilfe, oder genügend Geld um nicht selber kochen zu müssen, sondern Essen zu gehen (und zwar kein Junkfood), dann möchtest du nicht in einem billigen, ständig überfüllten Fitnessstudio sein. Die Reihe lässt sich fortsetzen.

Glücklicher | 21. August 2018 - 22:35

@Wolfgang:
60 h die Woche bedeutet 12 h am Tag. Geht nur wenn man keine Familie hat oder nichts von der eigenen Familie mitbekommt. Kommt aber am Ende aufs das gleiche hinaus. Muss jeder selbst wissen. Aber es ist durchaus gesund, sich immer mal wieder die Frage zu stellen warum und wozu man das alles macht. Ich selbst bin als Bauingenieur mit 7 Jahren Berufserfahrung in der Energiebranche mit 80.000 EUR Jahresgehalt bei 40 h im Tarif. Überstunden werden gesammelt. Ohne Dienstwagen.

ImmoTom | 21. August 2018 - 14:38

Ich habe gerade innerhalb der Wohnungswirtschaft (eigener Bestand) gewechselt. Tarifvertrag mit 14 Gehältern, 30 Tage Urlaub, keine Überstunden und 39 h/Woche. Fixgehalt 72.000 EUR und dann noch der Bonus.

Maulwurf | 21. August 2018 - 11:43

@Wolfgang:
Wenn die Firmen ihre Angestellten gleich besser bezahlen würden, würden die auch weniger anstellen. Dein Geschäftsmodell funktioniert nur so lange, wie du gesund bist. Sobald solchen Einzelkämpfern dann spätestens mit Mitte fünfzig die Luft ausgeht, hat sich's nämlich. Und engangiertes Arbeiten wurde in den letzten zwanzig Jahren in der Branche nicht belohnt, sondern abgesahnt. Es waren ja immer Zwanzig andere da, die es noch billiger gemacht hätten.

Bauwechsler | 20. August 2018 - 23:21

@Bauing | 15. August 2018: Ich bin im Bereich Automotive, da als nicht leitender Angestellter (aber mit 40 h/Woche). Mit einem 35 Stunden-Vertrag würde ich ca. 10.000 € pro Jahr weniger verdienen - würde aber dann auch jeden Tag um 15.30 Uhr gehen können.

@Wolfgang: Mit deinem Posting verkörperst du all das, was mich (gottseidank) veranlasst hat, die Baubranche zu verlassen. Markige Sprüche (“kein Platz für Freizeitmaximierer und Laumanner” etc.) und diese bauernschlaue Art (wer macht was alle machen, der "Kollege angestellt" hat’s wieder mal versammelt etc.) wirken auf die meisten Menschen die ich kenne doch eher befremdlich als cool. Und, auf die Gefahr hin hier ein Weltbild zu zerstören: deine 120.000 € sind im Konzern ein Teamleitergehalt. Bei absoluter Jobsicherheit, einer Arbeitsbelastung die deutlich unter 60 Stunden liegt, guten zusätzlichen Sozialleistungen, Kinderbetreuung, Fortbildungsmöglichkeiten, überschaubarer Reisetätigkeit, 30 Tagen Urlaub im Jahr und vor allem: einem respektvollen Miteinander.

Wolfgang | 17. August 2018 - 15:32

Jetzt habe ich das erstmals hier gelesen, und musste schmunzeln. Wer macht was alle machen, der bekommt auch was alle bekommen.

Wie zum Teufel kann man denn als Bauleiter mit 35 bis 40 Stunden hinkommen? Ich habe ja schon 50 Stunden zu tun, um die uns fehlenden Poliere zu kompensieren. Dazu kommt noch die darüber angesiedelte Arbeit als Bauleiter. Somit habe ich eigentlich immer ca. 60 Stunden die Woche. Und jetzt kommts: Als freiberuflicher Bauleiter streiche ich ca. 150.000 bis 180.000 € / Jahr ein. Natürlich habe ich für alle Abgaben, Steuern und Versicherungen selbst zu sorgen. Es entspricht aber immer noch einem Angestellten-Gehalt von ca. 120.000 € Brutto im Jahr. Leute, ihr müsst engagiert arbeiten, dann wird das auch was. Für Freizeitmaximierer und Laumänner ist auf dem Bau kein Platz. Wenn die Leistung top ist, dann ist Geld kein Thema; das kommt von alleine.

Ich für meinen Teil werde nur noch gerufen, wenn es der "Kollege Angestellt" versemmelt und verbaselt hat. Wenn die Termine kaputt sind und die Qualität suboptimal ist. Ab einem bestimmten Level ist man Troubleshooter, und das lassen sich die Firmen einiges kosten. Es wird nicht mehr nach dem Honorar gefragt, es wird auf das Potential für Verlustminimierung geschaut. Wenn ich einem GU 1 Miollion sparen kann, dann ist mein Honorar 5x erwirtschaftet. Ich koste kein Geld, ich erspare Ausgaben. Und genau dafür nehme ich mein Honorar und verteidige es auch.

Wer macht, was alle machen...

Bauing | 15. August 2018 - 19:57

@Bauwechsler:
In welcher Branche bist Du denn da jetzt? Was hast du dann studiert?

Bauwechsler | 15. August 2018 - 09:50

Wenn ich sehe, wie hier die kleinen Gehälter gefeiert werden ("48.000 - 55.000 € p. a. mit 5 Jahren Berufserfahrung") bin ich gottfroh nach meinem Bachelor im Bauwesen die Reissleine gezogen und mich noch einmal umorientiert zu haben. Habe mit 5 Jahren Berufserfahrung nun rd. 85.000 € Jahresgehalt mit der Option auf weitere (deutliche) Gehaltszuwächse in naher Zukunft, damit bin ich in meiner Branche aber nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Projekting | 10. August 2018 - 07:24

Im zweiten Jahr im Ingenieurbüro, direkt nach der Uni ohne Berufserfahrung. Master Abschluss an der Uni: 48.000 Euro Jahresgehalt bei 13 Gehältern. 40 h die Woche und 28 Urlaubstage. Überstunden können ausgezahlt oder abgefeiert werden.

Civil-Engineer | 09. August 2018 - 09:08

Die Situation ist doch ganz einfach: Wer bereit ist, Einsatz zu zeigen, räumlich flexibel und reisebereit ist, kann auch viel verdienen. Wer eher auf "work-life-Balance" bedacht ist eben nicht (vor 20 Jahren bei meinem Berufseinstig gab es diesen Ausdruck noch nicht). Führungskräfte wie ich (ich leite ein Ingenieurteam mit 30 Mitarbeitern) haben deshalb mit dieser Art der Schonhaltung ihre Probleme. Zur Zeit stelle ich verstärkt räumlich flexibele Mitarbeiter aus dem (europäischen) Ausland ein, bezahle aber ortsüblich. Und das liegt im größeren Ingenieurbüro bei Mitarbeitern mit etwa fünf Jahren Berufserfahrung bei etwa 48.000 bis 55.000 Euro p.a. Dazu kommt (bei Reisebereitschaft) ggf. ein Dienstwagen oder eine Bahncard 100.

Bei überregionalen Einsätzen übernehmen wir die Kosten für eine Dienstwohnung in angemessenem Umfang. Der "Verdienst" (da steckt das Wort "dienen" drin) steigt mit zunehmender Erfahrung, Einsatzbereitschaft, etc. Oder es bewegt sich halt nicht analog zum Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin.

derBachelor | 09. August 2018 - 07:53

M 29, Bachelor Bauingenieurwesen, 0,5 Jahre Fachbauleitung mit 2.500 € Brutto Gehalt, danach Branchenwechsel mit IG Metall-Tarif. Nach 3 Jahren mit ca. dem Doppelten als Bruttogehalt monatlich + Sonderzahlungen und 35 Std./Woche, Überstunden als Freizeit.

Bauingo | 07. August 2018 - 14:58

29 m, Masterabschluss Bauingenieurwesen, seit 2 1/2 Jahren in der Bauleitung im Tiefbau, 4102 EUR Bruttogehalt monatlich, Dienstwagen, offiziell 40 Std./Woche, keine Überstundenvergütung.

BauleiterFHMaster | 24. Juli 2018 - 17:43

Nachdem ich bisher stiller Mitleser war, darf auch ich meine gehaltliche Situation präsentieren: Bauleiter im Rheinland, Master mit Note 1,9 an der FH Ende 2013 abgeschlossen, Werkstudent ab Anfang 2012 bei meinem späteren Arbeitgeber, einem Projektentwickler mit bundesweiten Projekten. Als Bauleiter bin ich nach dem Abschluss mit 3500 € brutto / Monat (42.000 € Jahresgehalt) eingestiegen. Zeitliche Belastung immens, 60 h/Woche Regel, teils Samstagsarbeit zusätzlich, Einstellung auf 2 Jahre befristet. Nach dem ersten erfolgreich abgewickelten Projekt mit viel Stress, aber auch Hingabe und Engagement, Gespräch mit Geschäftsführern über weiteren Verbleib nur unter der Voraussetzung mehr Personal einzustellen und Gehalt anzupassen.

Mehr Personal wurde angestellt, dieses wurde mir fachlich sogar mit 2 Jahren Berufserfahrung unterstellt, Anpassung Gehalt auf 4500 € / Monat (54.000 € Jahresgehalt). Zeitlich immer noch stressig, aber realistisch um 50 h/Woche, für mich persönlich im Rahmen. Nach weiteren 2 Jahren Projekt erfolgreich beendet, Umstieg in Projektleitung kaufmännisch. Gehalt geblieben, aber deutlich weniger Stress. Über die gesamte Zeit keine Boni oder Weihnachtsgeld / Urlaubsgeld, auch kein Dienstwagen. Dennoch bzw. vielleicht auch deswegen zog es mich zurück ins Kerngeschäft, die Bauleitung.

Daher Mitte 2017 umorientiert und nun bei einem großen Mittelständler angestellt als Bauleiter: Projekte stets per Auto am gleichen Tag erreichbar. Stundenbelastung regulär 42,5 h/Woche, Überstunden überschaubar, max. 5 h/Woche, wenn sie anfallen werden sie kulant innerhalb des Baustellenteams "abgefeiert" (nach Rücksprache Freitags mal frei, halber Tag für Behörden- oder Arztbesuche frei). Angestellt bin ich bei einem großen Mittelständler mit mehreren Niederlassungen, Projekte zwischen 8 und 35 Millionen werden derzeit realisiert. Zuständig bin ich für zwei Projekte, hier auch fachlich meinen Bauleiterkollegen vor Ort vorgesetzt, die Projekte werden von einem Oberbauleiter buchhalterisch gemanaged und die Vergaben werden vorbereitet vom Innendienst.

Das Geschäft vor Ort betreue ich mit Bauleiterkollegen und Polieren. Nun zum aktuellen Gehalt: Einstieg Mitte 2017 mit 4650 €/Monat tarifgebunden, Dienstwagen Mittelklasse users-choice VW-Konzern (bis ca. 42.000 € Brutto-Listenpreis, also etwa Passat wenig Ausstattung oder Octavia voll etc.), 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld gem. Tarif 720 €/Jahr, Sonderzahlung prozentual von Projektgewinnen. Nach Anpassung Gehalt mit der Tariferhöhung um 5,7 % im Mai 2018 komme ich nunmehr auf 4.917 € / MOnat + o.g. Zulagen und geldwerten Vorteil aus Dienstfahrzeug mit Privatnutzung und Zulagen aus Tarifabschluss, mithin auf ein Jahresbrutto von fix ca. 70.000 €. Zuzurechnen ist die variable Gewinnbeteiligung in Höhe von ca. 3500-7500 €/Jahr. Darüber hinaus ist eine weitere, außertarifliche Gehaltserhöhung wegen guter Leistungen nach Abschluss des ersten Projekts bereits zugesagt.

Ergo: Sucht neue Herausforderungen und wechselt den Job, es gab noch nie so gute Aussichten für uns Bauingenieure wie derzeit. Selbst im Vergleich mit Freunden, die Maschinenbau im gleichen Zeitraum studiert und abgeschlossen haben, wie ich, stehe ich nicht schlecht da. Grüße aus dem Rheinland.

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