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Donnerstag, 24. Oktober 2019
Ausgabe 6639 | Nr. 297 | 19. Jahrgang
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Praktikum als Bauingenieur

9 Kommentare | 11300 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Hauger | Thema eröffnet vor 5 Jahren

Ich stehe jetzt kurz davor mein Studium als Bauingenieur (Diplom) erfolgreich zu beenden. Vertiefung in Massivbau, Baubetrieb und Integrierte Hochbautechnik. Nun würde ich doch gerne noch ein Praktikum machen. Habe aber ehrlich gesagt etwas Muffe.wo anzufangen. Man liest und hört ja ganz oft dass das was man an der Uni lernt, man später zu max. 15% braucht.

Jetzt stelle ich mir vor dass ich an meinem ersten Tag als Praktikant, ausser Kaffee zu kochen und Löcher ins Papier zu machen, etwas wirklich sinnvolles machen muss und ich es nicht gebacken bekomme. Wird man da einfach ins kalte Wasser geworfen oder stimmt es wirklich dass man nach der Uni nochmal wirklich 2-3 Jahre im Büro lernt?

Klar kann man die Antwort auf meine Frage nicht pauschalisieren, aber vllt. könnt Ihr mir von euch berichten, wie es bei euch so war. Last but not least, habt Ihr eine gewisse Vergütung als Praktikant/Werksstudent bekommen?

Danke, Grüße

PM | 25. September 2019 - 15:49

@Manuel:
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 9,19 Euro pro Stunde. Wenn das Büro dich schlechter bezahlt, macht sich dein Chef strafbar.

Manuel | 24. September 2019 - 16:55

Ich habe bald ein Bewerbungsgespräch bei einem Ingenieurbüro, welches Statik macht. Ich bin mir sicher, dass irgendwann die Frage nach dem Verdienst kommt. Ich werde bei der Firma im Sommer 2-3 Monate arbeiten, wenn ich die Stelle bekomme und habe noch keine Erfahrung in der Statik, studiere aber seit 2 Jahre Bauingenieurwesen.

Und deswegen glaube ich, dass ich nicht wirklich viel Geld verlangen kann, aber ich weiß auch nicht was ich sagen soll, wenn sie mich das fragen. Sind 6 € pro stunde realistisch?

DasDing | 18. Februar 2015 - 16:57

"Muss ich wirklich alle Rechnungen aus der Statik direkt auf Anhieb nachvollziehen können?"

Das Themengebiet der Baustatik ist so umfangreich, dass man immer was neues dazu lernt und nie alles Wissen kann... außerdem machen die Aufsteller teilweise so abstrakte Sachen... also NEIN. Direkt auf Anhieb nachvollziehen geht selten!

Praktikant123 | 18. Februar 2015 - 12:41

Ich arbeite derzeit in einem Ingenieurbüro, wo ich auch alleine Statik "prüfen" darf. Meine Frage ist wie viel darf man einem Praktikanten zumuten? Ich weiss nicht ob ich mich teilweise dumm anstelle oder es normal ist in der Anfangsphase. Ich muss gestehen meine Kollegen sind super nett und beantworten auch wirklich jede Frage.

Muss ich wirklich alle Rechnungen aus der Statik direkt auf Anhieb nachvollziehen können? (Ich stehe kurz vor meinem Bachelor).

BauIng | 26. Januar 2015 - 08:39

@Praktikant:
Es kommt dabei auf viele Faktoren an. Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem genannten vierwöchigen Praktikum um ein Pflichtpraktikum handelt? Maßgeblich wird die aktuelle Projektlage im Büro sein. Wenn du Glück hast wirst du ein eigenes Projekt, bzw. einen Teil aus einem Projekt eigenverantwortlich bearbeiten dürfen. Es muss natürlich in der Zeit bearbeitbar sein inklusive Einarbeitung in EDV, Dokumentation und Materie.

Auch die vorhandenen Systeme spielen eine Rolle, da bei solchen Arbeiten auch entsprechende Lizenzen vorgehalten werden müssen. Wenn die Auftragslage das nicht hergibt wirst du wohl hauptsächlich zuarbeiten. In jedem Fall wirst du aber auch Handlangerarbeiten machen müssen, wie Pläne falten, Dienstfahrten, Archiv, Unterlagen digitalisieren etc. Wenn du vernünftige Kollegen hast, nehme sie dich mit Sicherheit auch mit auf die Baustellen.

Praktikant | 23. Januar 2015 - 14:33

Ich wüsste gerne, was einen Praktikanten in den 4 Wochen so an Tätigkeiten/Aufgaben erwarten. Es ist ein Ingenieurbüro bzw. ein Tragwerksbüro, Leistungen sind unter anderem der Massivbau und Stahlbau. Zu meine Person, ich bin gerade im letzten Semester meines Bachelorstudiums und habe daher Erfahrungen/Kenntnisse in Sachen Stahlbetonbau-Stahlbau etc. aus den Vorlesungen.

Der Jung | 13. Juni 2014 - 09:09

Also ich bin Berufsanfänger in einem kleinen Unternehmen mit ca. 25 Mitarbeitern. Aufgabengebiet: Statik (Grundbau, Glas, Holz, Stahl, StbBeton), Gutachten (Instandsetzung, Abriss), Ausschreibung. Bin jetzt genau ein ganzes Jahr dabei und lerne jeden Tag etwas dazu. Natürlich klappt anfangs nicht wirklich viel, aber es wird von Tag zu Tag besser. Teilweise ist man auch ganz schön gefrustet und man würde gerne hinschmeißen, aber das ist ja auch keine Alternative. An deiner Stelle würde ich mir direkt eine Firma suchen und als richtiger Berufseinsteiger beginnen. Praktikanten werden meistens dann doch nicht so gut betreut und außerdem stimmt die Kohle bei einer Festanstellung. Alles andere kommt dann mit der Zeit. Jeder war mal Berufsanfänger!

BauIng | 11. Juni 2014 - 11:09

@Hauger:
Ich muss mapei recht geben. Wenn du schon fertig bist, dann fang auch gleich richtig an. Verscheuer dich nicht als Praktikant für etwas, wofür du nachweisbar qualifiziert bist. Klar, du wirst die ersten Jahre ziemlich viel dazu lernen, vor allen Dingen Projekte ganzheitlich zu betrachten und nicht nur die Teilaspekte, so wie es in der Uni gelehrt wird. Viele praktische Dinge lernst du erst on the Job. Alleine das strukturieren einer Statik ist anfangs eine Herausforderung, weil das an der Uni keinen Interessiert. Du wirst aber selber merken, wie schnell du am Anfang Neues lernst und direkt umsetzt und damit deine eigene Effektivität steigerst.

Wichtig ist vor allem, dass du bei Problemen deine Kollegen/Betreuer frühzeitig fragst, aber auch versuchst eigene Ideen einzubringen. Außerdem wirst du immer wieder in Teilgebiete geschubst, die du in der Uni vielleicht nur rudimentär gelernt hast. Nur weil Du Massivbau vertieft hast, heißt das nicht, dass Du dich nicht auch mal intensiver mit Grundbau beschäftigen musst, oder zu großen Teilen im Stahlbau landest. Das schöne im Bauwesen ist die Vielfältigkeit der Themengebiete und das jedes Projekt anders ist. Daher wirst du schnell feststellen, dass man sowieso nie auslernt (zumindest sollte man den Anspruch an sich selber haben).

mapei | 05. Juni 2014 - 12:39

@Hauger:
Das handhabt sicher jeder Arbeitgeber unterschiedlich. Von uns kann ich sagen, dass uns ein Berufseinsteiger sicher zu teuer ist, um ihn Kaffee kochen zu lassen (außer für sich selbst)!

* Ab dem ersten Arbeitstag gibt es für den Neuling einen Paten/Mentor, der für die gesamte Ausbildungszeit (mehrere Jahre) Hauptansprechpartner ist für alles (fachlich, administrativ, persönlich, Weiterbildung, Kollegium).
* Dieser erste Tag wird recht penibel geplant (vom ersten Kennenlernen, EDV-Einschulung, 1. Projekt)
* Bei der Ausbildung zum Statiker gehen wir strategisch vor, so dass von Projekt zu Projekt neue Aspekte dazu kommen (soweit das die aktuellen Aufträge zulassen)
* Die Ausbildung dauert mehrere Jahre und läuft bei Bedarf über in die Ausbildung zum Projektleiter (kleine Projekte anfangs bis später große Projekte)
* Auch hier gibt es einen Mentor
* Anfang Mai hat in meiner Abteilung ein junger Statiker begonnen. Ich sitze fast täglich mit ihm zusammen, damit er möglichst schnell immer eigenständiger arbeiten kann. Dieser nahe Kontakt ist wichtig für ihn und für den Projektleiter. Ihm gefällt diese Betreuung und ich lerne ihn und seine Fähigkeiten/Arbeitsweisen kennen. Und von der bin ich sehr angetan (Er bündelt seine Fragestellung, hinterfragt sehr viel, denkt weiter und bringt stets mindestens einen Lösungsvorschlag zu seinen Fragen)

Und auch bei Praktikanten schauen wir, dass es eine win-win-Zeit wird. Er lernt was/viel und hilft uns bei der operativen Arbeit und wir lernen einen potenziellen neuen Kollegen kennen. Aber bitte, wenn Du schon fertig bist mit dem Studium, dann habe bitte das Selbstbewusstsein und bemühe Dich gleich um eine richtige Anstellung.

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