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Freitag, 06. Dezember 2019
Ausgabe 6682 | Nr. 340 | 19. Jahrgang
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Produktverantwortung durch Hersteller von Bauteilen

1 Kommentare | 980 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Chris_DA | Thema eröffnet vor 1 Jahr

Ich schreibe gerad eine Hausarbeit im Bereich Baumanagement und stehe vor der Frage, inwiefern garantiert werden kann, dass Bauteile richtig eingebaut werden, um den Informationen im Datenblatt langfristig gerecht zu werden.

Konkret geht es um die Folgekosten bedingt durch Wartung, Instandsetzung ect. Diese Intervalle können nur eingehalten werden, wenn ein Produkt sach- und fachgerecht verbaut wurde. Wer übernimmt diese Verantwortung? Geschieht dies bei der Schlussabnahme? Muss hierzu nicht jeder Hersteller eine eigene Bestätigung auf der Baustelle zusichern? Macht es Sinn, den Hersteller eine Produktverantwortung aufzuzwängen?

Hierzu interessiert mich die praktische Sicht der anderen Nutzer und würde mich über Beiträge freuen. Ich selbst bin der Meinung, dass eine Abnahme lediglich auf Mängel abzielt. Dieser Zustand jedoch unabhängig davon ist, ob ein Bauteil korrekt eingebaut wurde. Der Aufwand, jeden Hersteller überprüfen zu lassen, ob sein Bauteil richtig eingebaut wurde, wird als utopisch eingeschätzt.

WT | 09. Januar 2018 - 00:18

Planer, Überwacher und Ausführende gehen im Bauwesen juristisch einen Werkvertrag ein. Das heißt, sie schulden dem Bauherren ein mangelfreies Werk. Gemäß BGB beträgt die Gewährleistung fünf Jahre, nach VOB ist sie geringer. Bei Mängeln haftet der Verursacher, allerdings wird bei Ausführungsfehlern gerne auch auf die Bauleitung zugegriffen, denn die Baubeteiligten haften, sofern sie einen Anteil am Mangel hatten, gesamtschuldnerisch, heißt der Bauherr kann sich aussuchen, wer blutet.

Für die Bauüberwachung verlängert sich de facto die Haftung um fünf Jahre nach Ablauf der Gewährleistung, also auf zehn Jahre nach Abnahme, da hier auch die Verfolgung von Mängeln zum Leistungsbild gehört und die Verjährung erst dann beginnt, wenn ein aufgetretener Mangel hätte noch angzeigt werden können. Die richtige Verarbeitung von Bauprodukten kann nicht erst bei der Abnahme geklärt werden, sondern muss durch eine baubegleitende engmaschige Überwachung flankiert werden. Hier ist die Arschkarte, dass je schlechter die Baufirma, desto mehr Arbeit hat der Bauüberwacher, da er quasi für die Fehler der ausführenden Firma mithaftet. Übrigens stellt ein "nicht richtig eingebautes Bauteil" einen Mangel dar, der nicht abgenommen werden darf und abgestellt werden sollte. Fällt so ein Mangel durch Bauschäden erst nach Ablauf der Gewährleistung auf, bleibt der Immobilieneigentümer darauf sitzen.

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