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Dienstag, 31. März 2020
Ausgabe 6798 | Nr. 91 | 19. Jahrgang
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Studium Bauingenieurwesen abbrechen? » Seite 2

30 Kommentare | 10398 Aufrufe Kommentar hinzufügen
Ole | 26. November 2015 - 12:19

@Michael:
Ich wollte immer Bauingenieur werden. Das hat dann auch geklappt und ich muss sagen, dass ich die ersten Jahre oefter das Gefuehl hatte, voellig falsch zu sein. Ueberstunden, schlechte Bezahlung, Idioten die pausenlos bruellen, Volltrottel auf Baustellen und gerade im Sommer, wo andere Urlaub machen, Urlaubssperre. Ich mache seit zirka 10 Jahren nur sehr grosse Projekte, ueberwiegend im Ausland und ich bin sehr froh, dass ich Bauingenieur geworden bin. Ich verdiene auch aussergewoehnlich gut. Bauingenieurwesen war eigentlich rueckblickend die richtige Wahl. Mann darf allerdings nicht daruber hinweg sehen, das wir mit Abstand den schlechtesten Ingenieurlohn haben, jeder Industriemechanikermeister hat ohne Studium genauso viel und dank der IG Metal ne unter 40 Stunden Woche. FAZIT: Wenn Dir Geld und schneller Erfolg wichtig ist, mach was anderes.

WiMi | 23. November 2015 - 15:19

Ich arbeite als WiMi an einer TU. Seit Jahren nimmt die Anzahl von Bauingenieur-Studenten stetig zu. Es sind natürlich zahlreiche Prüfungen zu korrigieren und sehr viele Abschlussarbeiten zu betreuen. Die Hörsäle platzen inzwischen aus allen Nähten. Die Kapazitäten an den TU's reichen nicht mehr, um eine qualitativ hochwertige Betreuung anzubieten. Dazu kommt die bequeme Haltung der Studenten, dass wir ihnen alles vorgeben müssen, als wären sie inmmer noch in der Schule. Fast niemand übernimmt Selbstverantwortung und lernt selber.

Es geht so weit, dass wir teilweise Maßnahmen überlegen und umsetzen müssen, mit denen wir mit den großen "Massen" an Studenten fertig werden! Es geht um "Massenabfertigung". Durchfallen dürfen fast keine (Vorgabe von der TU-Verwaltung!). Da kann sich jeder vorstellen, wie heutzutage die Qualität des Studiums ist. Es kommt demnächst eine Absolventenlawine auf den Arbeitsmarkt, die die Löhne weiter drücken wird.

@Michael und @alle Träumer
Ich rate den Studenten, sich zu überlegen, ob sie wirklich diesen Beruf unter den kommenden Bedingungen ausüben wollen. Noch haben sie Zeit, um zu wechseln! Sonst geht es den Bauingenieuren bald schlechter als den Architekten. Und meine Rat an Schüler: Finger weg von diesem Studium! Die Arbeitskonkurrenz später ist extrem hart. Was einige Träumer hier posten sind nur Träume. Nicht die Realität.

Hornisse | 23. November 2015 - 13:54

@Tdior:
Du glaubst wohl auch alles was so im www veröffentlicht wird? Nur mal so am Rande zum Villenbau beim Diplommauer:
Kreditsumme: 400.000 €
erforderliches Eigenkapital: 80.000 €
Jährliche Zins- und Tilgungsbelastung bei einem 25-jährigen Kredit: ca. 25.000 € (runde 2.000 € pro Monat wohlwollend geschätzt!)

Und der Rohbau beim Hausbau macht nicht 50 % der Gesamtsumme aus, so wie Dein Lobbyspezi Diplommaurer es hier suggeriert. Ich habe schon seit sehr langer Zeit nicht mehr so eine hirnverbrannte Lobbygeschichte wie von Diplommaurer lesen müssen. Neben dem Studium 3 Tage die Woche als Mauerer gearbeitet und obendrein auch noch viel im Ausland gewesen und dann das Haus im Wert von 900.000 für 450.000 bekommen. Geht es nicht auch eine Nummer kleiner?

Hat er das Stück Land auch billiger bekommen, die ganze Innenausstattung auch und alle mit dem Erwerb von Wohneigentum verbundenen Kosten kamen wahrscheinlich auch mit Rabatt - bestimmt kannte er den Bankberater und Notar auch vom Studium. Alle haben mit angepackt. Zum Nulltarif natürlich.

Bei einem Haus im Wert von 900.000 € macht der Rohbau ca. 20 % aus (maximal). Der Rest ist das Stück Land, der Innenausbau, alle möglichen Gebühren und Abgaben etc. Hier gibt es scheinbar nur noch Beiträge von Schülerpraktikanten. Kann sich die Bau-Lobby keine ordentlichen Schreiber mehr leisten?

Malcolm | 20. November 2015 - 22:21

@Markus:
Wir meckern nicht, wir wollen die Jungs wie Michael vorwarnen.

Tdior | 20. November 2015 - 17:51

@Diplommaurer:
Das mit dem Wissen und Hausbau in Eigenregie finde ich ist wirklich ein relevanter Punkt. Wenn man sich das dann doch mal auf sein lebenslanges Gehalt bezogen ausrechnet, was für eine Summe man beim Hausbau spart, kommt da einiges zusammen. Die meisten Wirtschaftsingenieure / Elektroingenieure / Maschinenbauingenieure hüpfen fröhlich zum GÜ und zahlen sich dumm und dusselig.

Kevlar | 20. November 2015 - 17:31

Das was "Diplommaurer" hier erzählt hört sich wie die klassische Vorstellung von klein Fritzchen über das Berufsleben eines Bauingenieurs an. Alles dabei. Angefangen von der schönen Geschichte des Maurers, der Bauingenieurwesen studiert und trotzdem 2-3 Tage in der Woche weitermalocht (bestimmt trotzdem in Regelstudienzeit und als Jahrgangsbester abgeschlossen). Dann der Brüller schlechthin: der Architekt, den man von Studienzeiten her kennt. Muhaha. Wann bitte soll man sich denn getroffen haben? Auf der Baustelle? Als man während des Studiums pro Woche 3 Tage Steine geschleppt hat? Aber den Vogel schiesst die Phrase des "es gibt viele, die im Studium nichts gelernt haben und deshalb den Beruf mies machen" ab. Fehlt eigentlich nur noch das idiotische "wer gut ist, verdient auch gut".

Ich habe dieses scheiss verlogene Land so dermassen satt. Ich wage mal die kühne These, dass nicht nur der Islam, sondern auch die Lüge zu Deutschland gehört.

Ach ja. Und die Krönung der ganzen Lügerei hier im Forum: die Gehaltsangaben. Als Statiker bekommt man mit 3 Jahren Berufserfahrung nie und nimmer 50.000 €. Schon gar nicht wenn man EFH's rechnet. Wer Brücken macht ist halt auf Brücken spezialisiert und wird keine EFH's rechnen. Bei den EFH sind die Honorare um die 10.000 € inklusive Pläne zeichnen und Bauabnehmen. Wieviele von den EFH muss man denn da so am Tag rechnen um ein Gehalt von 50.000 € zu bekommen? Nur Lügen, nur Heuchelei.

Markus | 20. November 2015 - 14:12

Seit Jahren lese ich hier die Kommentare etc. Alle beklagen sich. Ganz einfach. Sollen doch alle die sich beklagen das Fach bzw. den Job wechseln.

widmax | 20. November 2015 - 12:26

@Michael:
Ich bin selbständiger Tragwerksplaner (Einzelkämpfer). Für mich wars das Richtige. Natürlich kannst du in der Industrie (Maschinenbau) arbeiten. Dort verdienst du als Angestellter eher besser als am Bau. Aber, du hast Vorgaben und musst dich recht eng spezialisieren. Und in dieser Spezialisierung bleibst du "gefangen". Als Bauingenieur hast du eine viel größere Bandbreite. Aus eigener Erfahrung halte ich den Beruf des Tragwerkplaners für einen unglaublich kreativen Job, der von dir verlangt Lösungen zu suchen. In der Industrie hast du dafür Vorgaben, die nicht verlassen werden dürfen. Jeder Arbeitsschritt ist durch die Vorgabe eines QM-Systems geregelt. Das muss man auch mögen.

Also: für mich war es das Richtige - aber eine Entscheidung kann ich dir nicht abnehmen. Noch was zum "Märchen" Fachkräftemangel: Ich würde liebend gerne einen Bauingenieur einstellen! Aber Im Bereich Tragwerksplanung scheint das aussichtslos. Es gibt schlichtweg Niemanden. Ich wünsche dir, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst. Widmax

BauIng | 20. November 2015 - 09:35

@Malcolm:
Wie Tiefbauer schon sagt, der Nettoverdienst hat keinen Vergleichswert. Aber das sagt ja schon einiges über Ihre Kompetenz aus...

Ich verdiene zur Zeit BRUTTO 3500 EUR/Monat auf 14 Monatsgehälter + bezahlte Überstunden + Bonuszahlung bei 3 Jahren Berufserfahrung. Ich arbeite im Ruhrgebiet. Meine Aufgaben sind hauptsächlich Tragwerksplanung und Prüfung. Vom MFH über Industrie und Wasserbau bis zum Brückenbau ist alles dabei.

Malcolm | 19. November 2015 - 20:04

@Tiefbauer:
Birnen oder Äpfel oder was der Teufel weiss. Bauingenieure sind die billigsten Ingenieure Punkt Ende.

Diplommaurer | 19. November 2015 - 17:08

Ich war vor 6 Jahren in der gleichen Situation. Hab mein Bauingenieurstudium durchgezogen und den Master auch noch gemacht. Während dem Studium hab ich 2-3 Tage die Woche nebenher noch als Maurer gearbeitet und war viel im Ausland. Nun bin ich Oberbauleiter in einem Familienunternehmen.

Meiner Meinung nach wird oft unterschätzt, welches Wissen und Können Bauhandwerker haben. Bei uns im Unternehmen baut jeder sein Haus selber, die Materialien bekommst mit gut 30 % Rabatt. Wer schon viel Berufserfahrung hat kennt auch viele Handwerker in anderen Gewerken. Ich hab mein Haus komplett in Eigenregie gebaut. Meinen Architekten kenne ich vom Studium, der hat alles gezeichnet. So konnte ich mir innerhalb von 2 Jahren ein sehr großes schönes Haus bauen zum halben Preis (450.000 € statt 900.000 €).

Das mit dem Fachkräftemangel stimmt zum Teil. Gute Maurer sind schwer zu finden und Ingenieure auch. Es gibt viele, die einfach im Studium nix gelernt haben. Die tun sich später schwer und bekommen keine guten Jobs.

Tiefbauer | 19. November 2015 - 14:20

Welches Aussagekraft hat denn bitteschön der Nettoverdienst? Du vergleichst doch auch keine Äpfel mit Birnen.

Malcolm | 18. November 2015 - 22:19

@Bauing:
Veratt uns bitte was du monatlich netto verdienst? Dann weiss er wenigstens was ihn erwartet.

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