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Studium Bauingenieurwesen beginnen?

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Thema eröffnet von Andre | letzter Kommentar vom 29. März 2017 - 12:23

Hallo,
ich wollte nächstes Jahr ein Bauingenieurstudium an der FH Hildesheim beginnen. Habe bereits eine Berufsausbildung zum Vermessungstechniker und will nun Bauingenieurwesen studieren, weil ich die Richtung schon immer einschlagen wollte. Nun habe ich hier im Forum soviel "schlechtes" gelesen, was die Zukunftsaussichten und das Gehalt eines Bauingenieurs angeht. Würdet ihr mir raten trotzdem mit dem Studium zu beginnen? Wäre über viele Meinungen sehr dankbar!
Gruß Andre

DA71 | 29. März 2017 - 12:23

Nun sind wir also bei den Niederungen des Coaching und der Motivationstrainer angekommen. Erfolg ist also trainierbar. Aha.Dass es Architekten und Bauingenieuren bei gleichem Aufwand wesentlich schlechter geht als Informatikern, Elektroingenieuren und Maschinenbauern liegt einfach daran, dass bei den anderen Technikern das Know-how bezahlt wird und quasi Kapital ist, welches gehegt und gepflegt wird, während die Bauleute schlicht auf der Kostenseite der Investition stehen.

Abgesehen von immer wieder drohenden konjunkturellen Schwankungen ziehen ja genug dunkle Wolken am Horizont auf, nämlich Prüfingenieure werden mehr und mehr werkvertraglich haftbar und die EU hat ein Verfahren gegen die HOAI eingeleitet. Da alle Preisvorgaben wider die reine Lehre des freien Marktes sind, ist ja wohl klar, wie das ausgeht, nämlich mit einer Aufhebung der HOAI, also noch mehr Arbeit, mehr Zeitdruck und mehr Verantwortung bei noch weniger Geld.

Architekten und Ingenieure müssten lernen, sich wie andere - gemessen an ihrer Wertschöpfung - bezahlen zu lassen und sich nicht für ein Zeithonorar zu verdingen, welches am Existenzminimum liegt. Vielen ist nicht klar, dass sie für dreißig Jahre den Kopf in die Schlinge stecken für ihr Werk und die Immobilienbesitzer den Reibach machen.

Flip | 29. März 2017 - 11:25

@GoGoNew:
Erfolg mag trainierbar sein, aber als Bauingenieur hast du dennoch nicht viel zu melden. Denn Erfolg ist auch für einen Maschinenbauer, Chemiker etc. trainierbar. Das heißt, ein "trainierter" Bauingenieur ist dennoch ein Verlierer gegenüber "trainierten" Chemikern, Elektroingenieuren etc. Immer Äpfel mit Äpfel vergleichen.

GoGoNew | 27. März 2017 - 20:00

Es ist unglaublich, aber wahr: Selten oder gar nicht war der Markt für Bauingenieure in den letzten vierzig Jahren (nach 1974! = Willi Brandt, Wir wollen die Leistungskraft der Industrie testen!) besser als heute. Leider spiegelt sich das noch nicht in den Gehältern unbedingt wieder. Woran liegt das? Zuviele kleine Büros / Baufirmen im Vergleich zum starken Maschinenbau im Mittelstand? Ich weiss es wirklich nicht!

Eins jedoch weiß ich ganz sicher. Wer diszipliniert seinen Weg geht, dem Arbeitgeber zeigt, dass er Verantwortung übernehmen will, sich fortbildet und "beständig" ist, verdient schon nach kurzer Zeit (2-4 Jahren) deutlich (+20-40 %) über dem Durchschnitt. Jeder Berufsanfänger sollte in den ersten Jahren versuchen, seinen Mehrwert für seinen Auftraggeber selber zu evaluieren. Das geht eigentlich ziemlich leicht, wenn man ehrlich ist sich selber gegenüber. Kein Arbeitgeber lässt jemanden wegen 5 oder 10 Tsd. EUR im Jahr ziehen, wenn der kontinuierlich Leistung zeigt. Allerdings sollte man auch sein Eigenmarketing etwas trainieren. Wichtig ist, Präsentationen zu üben und seine Darstellungskraft zu verbessern. Früher hatte ich Angstschweiß, wenn ich präsentieren mußte, heute bin ich eher darstellungsgeil, auch in englischer oder niederländischer Sprache. Das macht richtig Spaß.

So ganz nebenbei habe ich in den letzten 23 Jahren ca. 600 Bewerbungsgespräche geführt, häufig mit Anfängern (unter 5 Jahren Erfahrung). Ich war selber "Aussuchender" oder "Beisitzer" bei der Bewerberauswahl von Kollegen. Heute weiß ich nach 10 Minuten, ob jemand für einen Job taugt, ob er überhaupt die richtige Berufswahl getroffen hat. Es ist unglaublich, welche banalen Fehler im Bewerbungsgespräch vorkommen. Andererseits hatte ich Praktikanten in den 90 gern (gab es damals auch schon!), die heute eigene große Büros haben oder Geschäftsführer/Vorstände sind bei großen Firmen im Anlagenbau, Bau oder Softwarebranche.

Bis in die 2000 gab es einen bekannten Unternehmensberater für den VDI - Heiko Mell. Seine individuellen Bewertungen von Kandidatenbewerbungen (erschien monatlich beim VDI) waren sensationell und haben denjenigen, die sich daran orientierten, in jedem Fall Erfolg gebracht. Also: Erfolg ist trainierbar. Erfolgt braucht etwas Zeit und noch mehr Disziplin. Erfolg bringt Lebensfreude und Gesundheit (nachweisslich gesünder als Wellness-Oase). Erfolg stärkt die Persönlichkeit. Erfolg muß immer bodenbehaftet bleiben und relativiert werden. Erfolg = Mehrwert = Geld.

Bauing | 16. März 2017 - 07:22

@Hornisse:
Und von nichts anderem rede ich. Ich bin eben in diese Branche gerutscht, und diese Möglichkeit gibt es auch für viele andere Bauingenieure mit etwas Glück und guten Referenzen. Aber dennoch vertrete ich nach wie vor stark die Meinung, dass auch im Bausektor noch Geld zu holen ist. Nicht so viel wie anders wo, aber es reicht locker zum leben. Und ich denke, ca. 50.000 € Einstiegsgehalt (+- 3000€) mit Master sind in meinem Dunstkreis (Süd-/Ostbayern) durchaus realistisch. Ich habe mich ja selber damals bei einigen Stellen beworben nach dem Studium, und das war so die Reichweite. Versteht sich als Bauleiter natürlich. Wer in die Statik geht, wird wohl eher bei (46.000 € +-3.000 €) Einstiegsgehalt landen.

Aber unabhängig davon ist jeder selbst dafür verantwortlich, an der Gehaltsschraube zu drehen. Gerade in der jetztigen Zeit wird händeringend gesucht, ich selber habe mich vor meiner jetzigen Stelle sehr viel beworben und mir einiges angehört. Gerade wenn man mal die ersten 1-2 Jahre gearbeitet hat, ist man sehr beliebt, weil man die "Einarbeitung" hinter sich hat und dann schon viel mehr bewegen kann für die Unternehmen/Büros. Hier ist in meinen Augen schon der erste größere Sprung im Gehalt drin, indem man wechselt.

Wer aber mit seiner Arbeit verheiratet ist, braucht sich nicht wundern, wenn man sich gehaltsmäßig irgendwann festfährt. Einfach bewerben und anhören was geht, ruhig mal frech 10.000 € Gehalt mehr verlangen wie man vielleicht haben möchte und schauen was passiert. Wenn man im Job ist, hat man nichts zu verlieren. Und irgendwann ergibt sich mal die Chance auf einen besser bezahlten Job.

Hornisse | 12. März 2017 - 13:17

@Bauing:
Eben. Diese Bedingungen sind durchaus realistisch, nur eben nicht im Bausektor. Sondern in den von Dir aufgelisteten Branchen.

MS | 08. März 2017 - 13:50

@Hornisse und @DA73:
Für ein persönliches Gespräch stehe ich Euch gerne unter 0160-3636955 zur Verfügung. Ich erzähle generell keine Unwahrheiten, das entspricht nicht meiner Art. Wenn Ihr wollt, kann ich euch auch ein Jobangebot vermitteln. Und natürlich gibt es 35 Stunden Verträge. Auch Männer dürfen schließlich in Teilzeit gehen. Wir sind ja in unserer familiären Entwicklung schon ein bisschen weiter. Und um dich/Sie zu beruhigen, es sind nur 12 Monatsgehälter. Mir liegt sehr am Herzen, dass die "Jungen" sich für den Beruf des Bauingenieur begeistern. Gerade in meinem Berufsfeld, Verkehrsanlagen, gibt es sehr wenig Nachwuchs. Und das ist sehr schade!

Bauing | 08. März 2017 - 13:37

@Hornisse:
Ich kann Dir nur eins empfehlen: Schau Dir mal die Tarifverträge in der Pharma-, Chemie- oder Autoindustrie an und dann wiederhole deine Aussage. 35 h und 70000 € Gehalt ist hier absolut real, tut mir leid, wenn ich dein Weltbild zerstören muss.

Hornisse | 06. März 2017 - 18:01

@DA73:
Was Du sagst stimmt natürlich. Aber schau Dich mal um hier - nur Leute, die Null Ahnung haben oder bewusst Unwahrheiten verbreiten. Siehe "Beitrag" von @MS vom 03. März. Sowas von weltfremd. 35 h im Planungsbüro und dann nach mageren 7 Jahren im Job bei über 5.000 € pro Monat. Sicherlich bei mind. 13 Monatsgehältern, denn das ist hier imForum Standard. In Planungsbüros gibt es keine 35 h. Aber woher soll er das wissen... Am Besten ist, man postet hier gar nichts mehr und geniesst nur noch still die Beiträge der "Profis".

MS | 03. März 2017 - 09:43

@DK:
Nach nun sieben Jahren im Berufsleben und Verantwortung für Studenten im Praxissemester höre ich leider immer wieder eine ähnliche Frustration raus, wie bei dir. Viele sagen, ich mach meinen Bachelor und dann schau ich das ich meinem Master in einem Fach mache, wo ich weniger Verantwortung habe und mehr Geld verdiene. Den Aussagen von "Bauing" stimme ich vollkommen zu. Wo die Märchen der "reichen" Maschinenbauer herkommen, kann ich nicht nachvollziehen.

Ich war im Studium sehr stark durch mein ehrenamtliches Engagement mit allen Fachbereichen vernetzt und habe immer noch guten Kontakt zu einigen Maschinenbauern, Elektrotechnikern u.a., natürlich haben die, die es z.B. zu BWM geschafft haben, ein hohes Einstiegsgehalt bekommen. Allerdings gibt es auch einige, die sehr lange nach einem Job gesucht haben und/oder schon wieder was anderes suchen weil sie unzufrieden sind.

Momentan sind die Berufsaussichten für Bauingenieure sehr gut, viele Firmen suchen und finden niemanden. Was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrifft, ist da jeder selbst für sich (und seine Familie) verantwortlich. Im Planungsbüro oder in der Behörde geht das natürlich. Ich arbeite in einem Planungsbüro mit 35 Stunden Woche, bin in der Regel von Mo-Do von ca. 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr und am Freitag hau ich um 14.00 Uhr ab. Mein Gehalt liegt bei über 5.000 €.

Man muss halt sein persönliches Netzwerk aufrechterhalten, sich engagieren, selbstsicher auftreten und "am Ball bleiben"! Aber das ist auch bei einem Maschinenbauer nicht anders. Der Unterschied liegt im Beginn des Berufslebens. Willst du einer von wenigen Bewerbern sein oder einer von vielen. Wenn du gut bist und deine familiären Ziele erreichen willst, ist es sicher besser wenn du nicht so leicht durch jemand anders zu ersetzten bist. Das kann in beiden Berufen erreicht werden. Auch bei BMW hast du eine 35 Stunden Woche.

Letzten Endes musst du halt überlegen was dich wohl eher glücklich macht, Maschinenbau oder Bauingenieurwesen? Ich wünsche dir viel Erfolg!

GaLa | 09. Februar 2017 - 10:02

@Hind:
Zur Zeit werden mehr denn je Bauingenieure gesucht. Und es wird in den nächsten Jahren mehr als genug Arbeit für Bauingenieure geben! Auch wenn es immer mehr Absolventen im Bereich Bauingenieurwesen geben sollte, bedeutet das heutzutage leider nicht mehr, dass all die Absolventen auch als "Fachkräfte" zu gebrauchen sind. Daher hast du es eigentlich selbst in der Hand!

Klar, dass Maschinenbauingenieure im Einstiegsgehalt noch etwas höher angesiedelt sind, aber letztendlich bist du selbst dafür verantwortlich, wie sich dein Gehalt in der beruflichen Laufbahn entwickelt. Und viel wichtiger ist doch, dass du einen Beruf ausübst, der zu dir passt und an dem du 40 Jahre lang Freude hast! Das ist auch die Voraussetzung für den Erfolg im Beruf. Mein Tipp: Mach das was dir Spaß macht, nicht das, wo du anfangs vllt. das meiste Geld bekommst.

DA73 | 09. Februar 2017 - 09:01

@Hind:
Maschinenbauer verdienen nach erfolgreichem Studium mindestens zwanzig Prozent mehr als Bauingenieure - ein Leben lang. Das liegt daran, dass Maschinenbauer häufiger in tarifgebundenen Betrieben arbeiten. Außerdem ist Bauingenieurwesen low tech, während Maschinenbau mehr am technischen Fortschritt partizipiert. Wenn dir beides gleich liegt, dann mach Maschinenbau.

Bauing | 08. Februar 2017 - 20:37

@Hind:
Die Entscheidung ob du Bauingenieurwesen studieren willst oder nicht wird dir niemand in diesem Forum abnehmen können. Es ist auch wichtig zu wissen in welchem Bereich des Bauwesens du später arbeiten willst. Hier gibt es in puncto Gehalt gewaltige Unterschiede. Zudem ist deine persönliche geistige Leistungsfähigkeit sehr entscheidend für das spätere Gehalt. Wenn du eher ein schlechter Theoretiker bist und schon bei kleineren mathematischen Modellen an deine Grenzen stößt, dann wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit in den klassischen Disziplinen wie Statik, Geotechnik, Hydromechanik, FE usw. keine überragenden Leistungen bringen können und somit auch kein überdurchschnittliches Gehalt in diesen Bereich erreichen.

Im Projektmanagement sieht es ähnlich aus. Ich sag das jetzt mal ganz ehrlich und frei raus. Wer gut organisieren kann und auch bei hohem Stress nicht aus der Ruhe zu bringen ist, der kann in diesem Bereich durchaus überdurchnittlich verdienen. Wer jedoch zu den typischen 3 Schachtel Zigaretten bei Projekten bis 2 Mio. € Rauchern zählt und schon bei diesen überschaubaren Projekten täglich bis 19 Uhr im Büro sitzt, der wird auch in diesem Bereich wenig verdienen und niemals bspw. ein komplexes Tunnelprojekt mit entsprechendem Gehalt leiten. Es ist leider auch in anderen Ingnenieurdisziplinen so. Wer geistig topfit ist, fachlich überzeugen kann und dazu noch sicher und charmant auftritt, der verdient entsprechend viel Geld.

Diese Geschichten von den besser bezahlten Maschinenbauingenieuren beziehen sich meist auf das Einstiegsgehalt. Es setzt aber auch vorraus, dass man den Einstieg in einen großen Konzern schafft. Das gelingt nicht vielen. Und die die dann wirklich dort anfangen und gut sind, die verdienen dann entsprechend gutes Geld. Die meisten schaffen das jedoch nicht und landen bei irgendeiner Leihbude und verdienen weniger als ein Bauingennieur bei einem Bauunternehmen im Mittelstand. Später ist die Gehaltsentwicklung grundsätzlich abhängig von deinem Können und deinem Netzwerk. Egal ob nun Bauwesen oder Maschinenbau. Die Realität sieht leider so aus. Wer überdurchscnittlich arbeitet verdient entsprechend gut, wer hingegen unterdurchschnittlich arbeitet wird in beiden Branchen niemals viel verdienen und mit hoher Wahrscheinlichkeit mit 45+ mit veraltetem Wissen unvermittelbar auf der Straße stehen.

DK | 08. Februar 2017 - 10:01

Also ich schreibe gerade meine Bachelorarbeit als Bauingenieur und stehe daher auch vor der Frage wo ich nach meinem Studium arbeite. Da ich bislang nur im Umfang meines Ingenieurspraktikum in der Bauleitung eines mittelständischen Unternehmens und danach dort als Werkstudent gearbeitet habe, sind meine Eindrücke vom Beruf des Ingenieurs noch etwas einseitig. Tatsache ist, dass Ingenieure im Maschinenbau mehr verdienen bei weniger Arbeitszeit. Im Baugewerbe kannst du scheinbar, wenn überhaupt, gehaltmäßig mit den Maschinenbauern mitziehen, wenn du in die Bauleitung gehst.

Bauleitung ist ein wirklich interessanter Beruf, keine Frage. Abwechslungsreich, man ist viel draußen, etc. Damit kommt aber auch die Kehrseite der Medaille zum Vorschein wie ich feststellen musste. In der Bauleitung bist du natürlich in erster Linie auf der Baustelle. Und da deine Baustellen als Bauleiter keine Einfamilienhäuser sind, sondern über große Gebiete verteilt, kommst du zumindest für eine gewisse Zeit nicht umhin unter der Woche nicht zu Hause sein zu können. Gegebenenfalls musst du auch Samstags vor Ort sein, wodurch du auch mal zwei Wochen am Stück nicht zu Hause sein kannst.

Hinzukommt, dass du als Bauleiter regelmäßig mindestens 60-h-Wochen hast. Mein Bauleiter z.B. Kommt morgens um 8 und geht abends um 7-9, manchmal sogar bis 10 oder 11 (Was mitunter der Tatsache geschuldet ist, dass er nicht zu Hause ist und es ihm egal ist, wann er Feierabend macht). Außerdem hat man auf der Baustelle enormen Zeitdruck. Es müssen nur ein paar Sachen schief gehen und der ganze Terminplan verschiebt sich nach hinten, wodurch sich dein Stress erhöht. Außerdem musst du immer genauestens auf dein Budget achten, was ich persönlich sehr hinderlich finde. Nach dieser Erfahrung habe ich für mich beschlossen, dass ich nicht in die Bauleitung gehen werde.

Ich bin nun mal in einer Großfamilie aufgewachsen und daher ein Familienmensch, der später um 5 Uhr Feierabend haben möchte und nach Hause kann. Außerdem war mein Vater früher auch immer erst spät zu Hause und gestresst, was ich als Kind nie gut fand. Andere Jobs für Bauingenieure finden dann eher im Büro statt. Bei mehr oder weniger geregelten Arbeitszeiten, dafür aber mit wesentlich geringerem Gehalt.

Ich habe mich damals für Bauingenieurwesen angemeldet, das ich aus einer Handwerkerfamilie entstamme und der Bau immer Teil meines Lebens war. Im Nachhinein bereue ich es nicht, nicht Maschinenbau studiert zu haben, da das auch durchaus eine Option für mich gewesen wäre. Natürlich muss man beachten, dass das aus dem Mund eines Berufsneulings kommt. Ich weiß selber noch nicht genau wo mich die Reise hinführt. Ich habe auch schon über einen Branchenwechsel nachgedacht. Es soll angeblich gute Jobs für Bauingenieure in der Pharmaindustrie und der Windenergie geben. Mal sehen wo mich die Reise hinführt.

Hind | 07. Februar 2017 - 15:47

Ich mache gerade mein Abitur und habe mich für Bauingenieurwesen entschieden, aber da "alle" mir gesagt haben, dass Maschinenbau vom Gehalt und Berufschancen besser wäre, bin ich jetzt ein bisschen verwirrt. Stimmt das, dass Bauingenieure nach dem Abschluss kein Arbeitsplatz finden oder wenn nichts gebaut wird, werden sie arbeitslos? Ist Maschinenbau viel besser? Mich interessieren beide Studiengänge, deswegen bin ich jetzt ratlos. Danke im voraus!

Max | 19. August 2014 - 15:50

Mein Nachbar (Niederlassungsleiter einer Baufirma in München) ist seit 1994 Bauingenieur und stets erfolgreich gewesen. Ihm scheint der Job sehr gut zu gefallen und hat mich, 20-jährigen Jungspund, natürlich ein wenig damit angesteckt, was dazu führte, dass ich zum kommenden WS an der TU München ebenfalls das Studium zum Bauingenieur beginnen werde. Ich weiß in etwa, was Absolventen bei ihm verdienen und muss sagen, dass sie sich gehaltstechnisch keines Falls vor Maschbau- oder E-Technik-Absolventen verstecken müssen. Da in diesem Forum aber überwiegend negative Stimmung bzgl. des Berufsbildes anzutreffen war (siehe Beiträge bis 2011 und früher) wollte ich mal fragen, ob sich seither im Allgemeinen etwas verbessert hat oder die Situation in München eine Ausnahme darstellt. Vielen Dank im Voraus!

abc | 18. August 2014 - 22:43

@Sven:
Als Angestellter sind auch 5000-6000 Brutto drin mit BE und Führungsverantwortung. Es gibt Bauingenieure die verdienen 3000, es gibt welche, die verdienen 10 000, wie in vielen anderen berufen auch. Als Selbstständiger GmbH Geschäftsführer einer Ingenieurgesellschaft auch deutlich mehr. Vor allem soll der Beruf aber Spaß machen, das Geld kommt dann schon wenn man auch bereit ist Risiko einzugehen und Verantwortung zu übernehmen.

Tobias | 15. August 2014 - 12:50

@BauIng25:
Die Kombination aus BWL und Bauingenieurwesen ist aber auch abseits von der Bauleitung eine ungewöhnliche und vor allem gesuchte Kombination. Ich merke das zum Beispiel direkt bei uns im Konzern im Einkauf. Dort wird seit langer Zeit händeringend ein junger Bauingenieur gesucht, der aber eben neben dem technischen Wissen noch vertiefte Kenntnisse in BWL,etc. hat. Ziel soll langfristig die Abteilungsleitung Einkauf sein.

Auch dein Alter ist kein Problem. Gerade im Bauingenieurwesen - so habe ich es selbst im Studium erlebt - gibt es einige, die nach Ausbildung und nachgeholtem Abitur erst mit 30 oder 32 Jahren ihren Abschlus haben. Die angepeilten 10 Semester sind zwar eine sehr optimistische Ansage, aber durchaus zu schaffen. Ich selber habe 12 Semester bis zu meinem Master gebraucht und das mit einem Auszeitsemester im Bachelor und dann noch mit Kind im Master.

Grüße, Tobias

abc | 14. August 2014 - 13:57

BauIng25:
Aus meiner Sicht vollkommen ok. Ich bin 29 1/2 nach Studienabschluss, habe eine 3-jährige Ausbildung allerdings vorher gemacht, aber du ja ein BWL-Studium. Ich finde nur deine Rechnung geht nicht ganz auf. Du gehst von 10 Semestern aus bis zum Master? Also ich brauche regulär ca. 16-17, habe aber auch intensivst vertieft und Jahr 1/2 gearbeitet und 1/2 Jahr Pause gemacht nach dem Bachelor wegen Burnout Symptomen. Um etwas Schwieriges im Bauingenieurwesen zu vertiefen braucht man aus meiner Sicht deutlich länger als 10 Semester. Kommt aber auch drauf an was du machen willst. Für Bauleitung mit deinem BWL-Studium reicht ein Bachelor denke ich.

Sven | 13. August 2014 - 15:35

@BauIng25:
Mein Werdegang ist ähnlich zu Deinem. Zuerst BWL-Studium und anschließend noch den Bachelor im Bauingenieurwesen nachgeschoben. Der Berufseinstieg in die Bauleitung war dann auch erst mit 33 Jahren. Einen Job als Bauingenieur zu finden stellte kein Problem dar. Ich würde dir nur zum nachgeschobenen Bauingenieurstudium raten, wenn du ernsthaft Interesse an der Materie hast. Das Studium ist knüppelhart und nicht mit BWL zu vergleichen. Da sind vom Anspruch wirklich Welten zwischen. Die Regelstudienzeit ist auch kaum einzuhalten.

Gehaltstechnisch bringt es dich vermutlich auch nicht besonders nach vorne. Einstiegsgehalt im Bauhauptgewerbe ca. 3300 - 3500 EUR. Nach ein paar Jahren Berufserfahrung bleibt man dann als Angestellter zwischen 4000 - 4500 EUR stecken. Da sollte man als BWL`er wohl auch hinkommen. Man muss schon wirklich Freude am Bau haben, ansonsten lohnt ein Zweitstudium in diesem Bereich nicht.

Tom | 13. August 2014 - 15:29

@BauIng25:
Mach dir mal beim Alter keine Gedanken! Bei mir damals an der FH waren auch Jungs die um die 30-35 waren und jeder von denen hat einen Job bekommen. Praktika kannst du waehrend des Studiums machen oder sogar als Werkstudent arbeiten. Also meiner Meinung nach kein Problem.

BauIng25 | 13. August 2014 - 14:24

Ich stehe momentan vor einer schwierigen Entscheidung. Ich habe gerade mit Erststudium (BWL) abgeschlossen, kann mir jedoch schwer vorstellen, in dem Bereich zu arbeiten. Während meines Studiums reifte der Entschluss, nach dem Studium was Technisches zu machen, was sich aber mit einem BWL Studium relativ schwierig gestaltet. Daher hatte ich den Entschluss gefasst, Bauingenieurwesen zu studieren. Das Problem ist nur, dass ich bei Beginn des Studiums 25 bin und im Optimalfall (10 Semester für BA und Master) mindestens 30 bin. Zusätzlich wäre für Praktika natürlich nicht wirklich Zeit. Zusätzlich müsste ich mir einen Studienkredit aufnehmen (ca. 500 Euro) im Monat, um das Zweitstudium überhaupt stemmen zu können.

Vor kurzem hatte ich mit einem Bekannten gesprochen, der selbst Bauingenieur ist. Dieser hatte mir davon abgeraten mit der Begründung, dass es sehr wenige Absolventen gibt, die über 30 sind und mir zusätzlich die Berufserfahrung fehlen würde, wenn ich mit 30/31 in den Job einsteigen würde. Daraufhin habe ich bei den großen deutschen Baufirmen angerufen und dieses sagten mir eigentlich das Gegenteil. Oft auch mit der Begründung, dass Diplomstudenten in der Regel auch erst mit 28/29 ihr Studium abgeschlossen haben. Zusätzlich wäre auch ein kaufmännisches Studium eher von Vorteil als von Nachteil im Baugewerbe. Hat jemand dazu Erfahrungen mit einem Einstieg mit 30-32 im Baugewerbe?

Giovanotto | 06. August 2013 - 16:15

Hallo, meine Studienortwahl steht demnächst an und ich habe mich sozusagen schon auf das Fach Bauingnieurwesen festgelegt. Nur der Studienort ist mir noch unklar? Ich habe gehört das die ETH in Zürich sehr gut sein soll. Hat eventuell jemand dort studiert, der mir Tipps geben kann bezüglich Kosten und Vertiefungsrichtungen bzw. Möglichkeiten, die dort geboten werden. Danke im voraus!

Melisse | 30. Dezember 2012 - 15:05

Hallo Anna,
ich studiere an der Fachhochschule in Köln Bauingenieurwesen im 1. Semester. Könntest du mir ein paar Tipps geben.

Markus | 24. März 2006 - 12:39

Hallo Sven,



ich kann mich Michael eigentlich nur anschliessen.

Zu dem Argument, es sei unverantwortlich, jungen Menschen zum Bauingenieur-Studium zu raten, nur soviel:



Ich habe mein FH-Diplom 2002 gemacht, ca. 40 Absolventen aus meinem Semester. Bei einem Treffen vor 2 Monaten stellte sich heraus, dass von unseren Studienkollegen (auch aus anderen Semestern, i.g. ca. 80 Leute), zu denen der eine oder andere noch lose Kontakt hat, nur 8 keinen Job im Grossbereich Bau, incl. Baustoffindustrie etc., haben.



Ich finde, dass sollte optimistisch stimmen. Du kannst mir auch nicht weiss machen, dass wir alle Überflieger oder vom Glück besonders begünstigt sein sollen ;-)



Gestern kam im Radio, wir sind Weltmeister der Pessimisten, macht Euch das Spass?



Optimistische Grüsse

Markus

Enrico | 15. März 2006 - 19:58

Hallo,



ich verfolge die Diskussion schon eine ganze Weile. Ich habe nach meiner Maurer-Ausbildung ein Bauingenieurstudium absoliert und bin sein 5 Jahren in einem mittelständischen Bauunternehmen (Planung+Ausführung) tätig. Mir macht mein Job eigentlich sehr viel Spaß.



Wenn sich jemand für ein Studium interessiert, empfehle ich dringend ein mehrwöchiges Praktikum VOR dem Studium. Fragt in den Firmen nach, ob Ihr die Möglichkeit habt, die Mitarbeiter längerfristig bei ihren Arbeiten zu begleiten. Bietet euch kostenlos an, aber verlangt dafür eine gute Betreuung (nicht nur am Kopierer stehen). Am besten ein Praktikum im Ing.-Büro und ein Praktikum auf der Baustelle.



Wenn Euch trotz der miesen Jobaussichten und der schlechten Bezahlung der Beruf interessiert, dann auf zum Studium! Glücklicherweise habe ich einen Job. Und das Wichtigste, er macht mir Spaß!



Allerdings habe ich auch schon negative Erfahrungen gemacht. Ich habe mich für eine Ausbildung und Tätigkeit als Sachverständiger interessiert. Als ich mein Intresse bekundete, hat man mir schon durch die Blume mitgeteilt, daß es genug Sachverständige gibt. Ohne entsprechende Beziehungen läuft da nichts. Vielleicht kann jemand seine Erfahrungen in diesem Bereich schildern.



Viele Grüsse

Enrico

Sven | 15. März 2006 - 13:17

Hallo Michael,



ein bischen relativieren tut eben gut, was Du hier auch getan hast! Deine Kompetenzen habe ich ja auch anerkannt, was aber nicht sein sollte ist, dass man den Eindruck vermittelt, eine Karriere wie Deine, sei in der Baubranche im Moment ohne weiteres möglich. Dem ist eben nicht so. Dazu gehört neben überdurchschnittlicher Kompetenz auch eine große Menge Glück.



Alles Andere ist blauäugig und wer sich nicht wirklich berufen fühlt, sollte es eben wirklich lassen.



Gruß Sven

MAtze | 15. März 2006 - 11:54

Hallo zusammen,



ich kann Michael nur zustimmen. Jeder jammert, wie schlecht es geht, aber keiner ist bereit mal etwas mehr zu tun.



Zu meiner Person: ich habe einen dreier Notenschnitt und werde direkt übernommen. D.h., ich arbeite 3 Tage die Woche bereits in einem Büro, während ich studiere. Mache Fachplaner Brandschutz nebenbei und habe teilweise Architektur mitstudiert. Es geht ja auch darum, welches Fach einem liegt. Ich kann nur sagen, bauen ist mein Fach.



Man muß schon auch Leidenschaft für das Bauwesen haben, wer nur auf Geld schaut sollte deshalb lieber Maschinenbau machen. Weniger Verantwortung und mehr Geld. Bauwesen bietet hingegen viele Bereiche von Teifbau bis Informatik, wer breit gefächert ins Berufsleben gehen will, sollte meiner Meinung nach Bauingenieurwesen studieren.



MfG

Michael | 15. März 2006 - 10:45

Hallo Sven, Hallo Zusammen,



vor einiger Zeit habe ich einen positiven Artikel über das Bauingenieurstudium und die Folgen geschrieben, deswegen möchte ich an dieser Stelle nicht schweigen. Zunächst, Sven, ist es nicht dumm, wenn man nicht in den Strom der Heuler verfällt, sondern Dinge realistisch sieht.

Ich weiß ebenso wie alle anderen, wie der Markt aussieht, keine Frage, er ist schlecht.



ABER: Nach wie vor gibt es in Deutschland Baufirmen. Nach wie vor wird gebaut. Nach wie vor sind Bauingenieure sehr breitgefächert ausgebildet.



Eine rechtzeitige Orientierung im Studium und das kombiniert mit einer zusätzlichen Qualifikation, ist immer noch eine gute Chance. Ein bischen Kampfgeist gehört heute auch dazu.



Es tut mir leid Sven, daß du enttäuscht bist, aber denkst Du, daß die anderen Brachen boomen? Es gibt bessere, klar, z.B. Verfahrensing. etc, aber wenn man das nicht machen mag? Nicht jeder ist ein WIWI oder Chemieler oder was sonst noch, es gibt Leute, die wollen zum Bau! Und die sollten das auch tun. Eine Garantie gibt einem niemand für irgendwas.



Und: Warum soll man nicht eine gute Karriere als Beispiel anführen? Deutschland: Wir zerkratzen aus Neid den Porsche des Nachbarn.



Amrerika: WOW. Porsche? Das will ich auch, also ran an die Arbeit!



ALLES GUTE UND VIEL ERFOLG,



Euer Michael



PS.: Alles hat zwei Seiten, prüfen und für sich selbst entscheiden.

Sven | 13. März 2006 - 09:06

Hallo,



eigentlich wollte ich mich aus dieser Diskussion heraushalten, aber nun habe ich hier an anderer Stelle Beiträge gelesen, die zum Studium BI raten. Diese fast "selbstbeweihräuchernden" Beiträge von Leuten mit wahrscheinlich sehr hoher Begabung, höchstwahrscheinlich einer Menge Glück und der Empfehlung, diesen Bereich nicht zu meiden, halte ich für unverantwortlich einem jungen Menschen gegenüber. Es gibt immer Menschen die extrem begabt sind und dazu noch eine Menge Glück haben, daran kann aber eine Orientierung nicht erfolgen. Hier seine eigene Erfolgsstory zu erzählen, den Rest des Marktes auszublenden und darauf eine Empfehlung zu gründen ist schlichtweg dumm!



Kurzum: Wer denkt, er kann aufgrund seiner Begabung, seines Intellektes und seines Engagements Tausende Anderer locker hinter sich lassen und dann noch denkt er habe das nötige Quentchen Glück (fragt mal einen Topmanger eines Konzern was der zum Thema Glück und Timing zu sagen hat, solltet ihr die Gelegenheit haben) und auch bereit ist trotzdem wesentlich schlechter zu verdienen als in einer anderen Branchen, dann los.



Jeder der etwas anderes sagt, hat sehr wahrscheinlich die letzten Jahre kein Wirtschaftsblatt von Innen gesehen oder denkt hier stehen Märchen.



Für die denen ich nun auf die Füße getreten habe: Denkt vielleicht mal ein wenig über die Verantwortung nach, wenn man etwas veröffentlicht was junge Menschen lesen.



Gruß Sven

magog | 10. März 2006 - 17:23

Genau so ist es...



ich bin nach Stellenangeboten aus Deutschland,wo Gehälter unter dem eines Taxifahrers geboten werden, nun in der Schweiz gelandet.



Ich konnte mich zwischen drei Stellen entscheiden und habe mich aus dem planerischen Bereich verabschiedet.



Nun bin ich im Produktmanagment bei einer Tochter der Klöckner Werke in der Schweiz tätig, mit einem attraktiven Gehalt.



Deutschland habe ich zumindest beruflich abgehackt.

GradCivilEng | 09. März 2006 - 16:17

Studiert nicht Bauinenieurwesen!



Es ist mir üblicherweise sehr fremd solche reißerischen Aussagen zu machen, aber es geht nicht anders. Hört nicht auf Industrieverbände und auch nicht auf Universitäre Fakultäten, die ihre Studentenzahlen retten wollen. Das Prinzip Hoffnung ist ein ganz schlechter Ratgeber.

Kein Unternehmen würde auf Grundlage von solch offensichtlich wackeligen Prognosen Investitions- und Einstellungsentscheidungen tätigen.



Ich selber habe 9 Sem. Bau.Ing. studiert, und habe während dieser Zeit nebenher im Baubereich und auch an interdisziplinären Projekten der Hochschule gearbeitet. Ich spreche Englisch und Deutsch gleichemaßen als Muttersprache, die Noten sind gut, und man könnte meinen, daß es sich bei mir um einen fleißigen und korrekten Menschen handelt.



Dennoch, nach 2 Jahren und etwa 400 Bewerbungen auf alle möglichen Stellen (geringere Qualifikation, Versuch des Quereinstiegs, Praktikas) werde ich nun die Segel streichen und mich aus dem Bausektor, und mittelfristig aus Deutschland verabschieden. Was mache ich hier überhaupt noch?



Leider haben diesen Schritt viele aus meiner Altersgruppe (nicht nur Bauingenieure) bereits getan. Das ist bedauerlich und zugleich ein riesiger volkswirtschaftlicher Schaden für Deutschland, der zu diesem Zeitpunkt in seinem vollen Umfang noch gar nicht abschätzbar ist. Ich glaube, daß indem die deutsche Wirtschaft ihre Absolventen derart als Fußabtreter benutzt, wird sie sich unter Umständen selbst den Ast absägen auf dem sie in ein paar Jahren sitzen will.



Zu sagen, es läge an der Stimmung in Deutschland ist einfach zu pauschal. War die Henne zuerst da, oder das Ei? Ich glaube, daß es hier einfach zu vielen Menschen zu schlecht geht um gute Stimmung zu verbreiten. Daß dies eine typisch deutsche Charaktereigenschaft ist, wage ich zu bezweifeln.

Michael | 27. Februar 2006 - 12:02

Hallo Zusammen,



zu meinem Artikel vom 08.02.06 möchte ich noch etwas ergänzen:



Wer Interesse am Bau oder den artverwandten Berufen hat, sollte dies schon frühzeitig durch entsprechende Praktika oder Nebenjobs belegen.



Ich kenne auch den ein oder anderen, der im Studium zwar viel Geld durch wasweisdennich verdient hat, aber nie wirklich im oder am Bau tätig war. Es nutzt in meinen Augen nichts, mit "fremden" Nebenjobs Geld zu verdienen und dabei das eigentliche Interesse außen vor zu lassen. Reden wir nicht vom Praktikum, es geht um das kontinuierliche Reinwachsen in die Materie. Sucht Euch nach Eurer Neigung entsprechende Jobs, das wird von vielen Personalern später als Erfahrung gewertet! Denn, man beachte, wo ist der Unterschied zwischen einem Student in den letzten Semestern und einem Berufsanfänger?



Scheut Euch nicht, auch mal für wenig Geld ín den Schlamm zu stellen oder Pläne zu erstellen! Und, es gibt auch ordentliche Büros, die einen vernünftigen Lohn zahlen und gutes Klima bieten!



Aber: Bietet auch den Unis und FHs paroli, sprecht Eure Professoren und Dozenten an, bittet Sie um Hilfe und fragt ímmer wieder nach der Aktualität der Inhalte. Ich kenne viele Dozenten, die gerne aktuelle Dinge mit reingenommen haben.



Noch mal was zum Studium: Es gilt in Deutschland ja das Motto, dass Lehrpläne zu alt sein usw.



Man muss aber auch Grundwissen haben, um die neuen Lehren verstehen zu können. Sicher, TM und HM, Statik und so weiter sind trocken, aber das ändert sich nicht!



In diesem Sinne weiterhin viel Erfolg!

Euer Michael

bauingenieur | 16. Februar 2006 - 23:03

Hallo Michael,



endlich mal jemand, der nicht jammert, weil er Bauingenieur ist.



Ich freue mich auch jeden Tag, dass ich diesen Beruf gewählt habe und nichts anderes studiert habe, weil ich wirklich mit Leib und Seele Bauingenieur bin.



Ich habe meinen Abschluß an der Uni gemacht und nach 10 Semestern in 2001 beendet. Meine Diplomarbeit war noch nicht gebunden, da hatte ich meinen ersten Job in einem Ingenieurbüro, bei dem ich vorher schon als Student gearbeitet habe.



Die Bezahlung war nicht ganz so gut, aber ich habe unheimlich viel gelernt, daraus wurde richtig viel "Humankapital".



Dann gings weiter mit einem Jobangebot in einer großen, weltweit tätigen Firma, die nichts mit dem Bau im engeren Sinne zu tun hat. Dort wurde ich Projektsteuerer und wechselte dann auf Empfehlung meines Chefs zu einer Tochterfirma und wurde Abteilungsleiter mit Dientswagen und jeder Menge Verantwortung inkl..



Außerdem habe ich noch Wirtschaftsingenieurwesen studiert und Weiterbildungen zum Bausachverständigen und zum Gutachter für Immobilienbewertungen abgeschlossen.

Vor meinem Studium habe ich außerdem noch eine Mauererlehre absolviert.



Nachdem ich bei mir noch mehr Potenzial entdeckte,

habe mein eigenes Ingenieurbüro (inkl. Freier Mitarbeiter) gegründet.



Ich freue mich jeden Tag, in mein eigenes Büro zu gehen und zu wissen, dass es der Job meines Lebens

ist. Mir geht es in erster Linie darum einen guten

Job zu machen, so dass meine Auftraggeber zufrieden sind und in zweiter Linie erst um den Verdienst, was natürlich nicht heißt, dass man kein Geld braucht um die Grundbedürfnisse zu befriedigen.



Tipp für alle im Forum; wenn man an sich glaubt und den Job nicht nur wegen der "Kohle" macht, sondern mit Ehrgeiz und Engagement bei der Sache ist, wird man erfoglreich sein. Es nützt nichts nur zu jammern, man muß es ändern.



In dem Sinne viele Grüße

Michael | 08. Februar 2006 - 13:58

Hallo,



ich habe 1996 Bauingenieurwesen begonnen und nach 11 Semestern als Dipl.-Ing. (TH) abgeschlossen. Nach 3 Monaten Suche der erste Job als Bauleiter mit Auto, seit 2004 als Abteilungsleiter tätig. Fachrichtung war Baubetrieb und Facility Management, also zweigleisig.



Wer Lust hat, diesen Weg zu wählen, sollte dies auch tun:

1. Bauingenieure haben die breitgefächertste Ausbildung, z.B. Bau, Recht, Wirtschaft, FM, Prozessbetrachtung, Projektleitung, Umwelt, etc...



2. Schon im Studium sehen, was Freude macht, dass hilft ungemein.



3. Bau hat Klasse! Schaut mal nach unten....der Boden Eurer Wohnung stammt von nem Ing.! oder Architekt, hüstel!



4 . Schnell studiert und dann nen Zusatzstudiengang, das alles hilft, um weiter zukommen.



5. Aus meinem Semester haben, ich glaube alle, nen guten Job, also nicht immer jammern, ran an die Sache!



6. Traumgehälter: Betrachtet man die Entwicklung in Deutschland, sieht man den Wechsel vom Industriellen Sektor in den Dienstleistungssektor. Dies ist ein Gang, den fast jedes Land in seiner wirtschaftlichen Entwicklung vollzieht. Somit fallen Arbeitsplätze aus den produzierenden Bereichen weg und es entstehen neue Arbeitsplätze in der Dienstleistung. Diese Gehälter können nicht mehr in der gleichen Höhe sein, wie bisher, da eine Serviceleistung nicht sehr hoch bewertet ist. Allerdings kann man den Wechsel nicht aufhalten, da sich die produzierende Industrie nach Osten verlagert, also sollten wir uns auf diese Situatioen einstellen. Schaut nach Jobs in der Dienstleistung, z.B. Bauwerkserhalt oder oder Bauservice, Ihr werdet sehen, daß sich da was tut!



7. Kein Absolvent steigt mit 35.000 Euro ein - wo ist den bitte die Erfahrung eines Absolventen? Hm? Richtig....



Allen, die einen Job suchen...toi toi toi! Es klappt, manchmal auch anders, als man denkt!



Grüße

Michael

Heiko | 31. Januar 2006 - 10:06

Hallo,



tu es nicht! Ich würde es nicht nochmal studieren. Harte Branche, schlechte Arbeitszeiten

und Bezahlung, keine Perspektive. Das man als Bauingenieur praktisch keine Ausweichmöglichkeiten hat, finde ich sehr belastend.



Mein Tipp: möglichst allgemein studieren, z.B. Maschinebau oder Wirtschaft.



Gruß Heiko

chris | 20. Dezember 2005 - 20:29

Hallo zusammen!



Mir will es einfach nicht in den Kopf, dass es jetzt nicht bis zum Letzten durchgedrungen ist, dass die Baubranche gleich 0 Perspektive bietet!Ich, selbst Bauingenieur, nach zahllosen aussichtslosen Bewerbungen immer noch ohne job, würde mit dem heutigen Wissen auf gar keinen Fall das Gleiche studieren! Lasst die Finger von diesem Beruf/Studium, Ihr werdet es noch bereuen. Herzblut hin oder her, die Rahmenbedingungen in der Baubranche sind und bleiben auf nicht absehbare Zeit bescheiden!



Ich für meinen Teil sattele ganz um, da ich erst 24 bin ist das noch im Rahmen, jobben kann ich nebenher genauso und bekomme auch nicht viel weniger als ein Baustellenpraktikant!



P.S.: Maschinenbau wäre die einzige Sparte, die noch zu empfehlen wäre, aber in ein paar Jahren? Hellseher müsste man sein!

MaBo | 03. Oktober 2005 - 11:11

Es gibt ca. 130.000 Bauingenieure in Deutschland. Davon sind ca. 8% arbeitslos. Macht ca. 10.000 arbeitlose Bauingenieure bei 4.000-5.000 Absolventen



8% arbeitslose Bauingenieure, die von der Bundesagentur für Arbeit Leistungen beziehen und warscheinlich nochmals 40.000, die in anderen Branchen arbeiten. Ich kenne einen der eine Umschulung zum Pfleger macht, einen der macht ein Zweitstudium in einem anderen Bereich - das sagt eigendlich alles! Da würde der Arbeitsmarkt auch ohne Absolventen in den nächsten 10 Jahren gesättigt werden.



Und immer dieses Argument mit dem Herzblut für das Bauwesen - nach meiner Auffassung ist das Quatsch! Man geht arbeiten um Geld zu verdienen! Ihr müßt auch mal die Kosten für das Studium berücksichtigen:



Verdienstausfall mindestens:

9 Sem. x Hartz IV = 375 Monate x 375 EUR + Miete

Studiengebüren 9 x 500 EUR =4500 EUR

Da habt ihr schon einmal 25.000 EUR weniger als ein Hartz IV-Empfänger bekommt!



Um dann ein Jobangebot von 2000 EUR Brutto zu bekommen und 60 Stunden zu arbeiten!

andreas | 02. Oktober 2005 - 09:52

Hallo Tim,



über Deine Stellungnahme habe ich mich sehr gewundert.



Für das Erreichen der Talsohle gibt es keine Hinweise. Es kann sehr gut sein, dass es weiter mit der deutschen Bauwirtschaft bergab geht. Und zwar aus folgenden Gründen:



- Minimales Wirtschaftswachstum

- Hoher Leerstand an Büroflächen

- Investitionen der Deutschen Industrie werden zunehmend im Ausland getätigt

- Öffentliche Kassen sind leer

- Langfristig sinkende Bevölkerungsanzahl verbunden mit einem Rückgang des Einkommens

- harter Wettbewerb aus dem Ausland

- Demnächst Dienstleistungsfreiheit in der EU. Osteuropäische Firmen können dann Projekte schlüsselfertig in Deutschland erstellen ohne deutsche Beteiligung.



Die Seite "www.werde-bauingenieur.de" ist mit großer Vorsicht zu genießen. Denn es ist eine Werbeseite des Verbandes der deutschen Bauindustrie(http://www.werde-bauingenieur.de/seiten/impressum.html). Meiner Meinung nach soll sie dazu dienen, die Studentenzahlen hoch zu halten, denn die Bauindustrie profitiert natürlich von der ausweglosen Situation vieler Kollegen. Wie es um die deutsche Bauwirtschaft wirklich bestellt ist findet man auf der eigentlichen Seite des Verbandes unter:

http://www.bauindustrie.de

http://hvb.epgmbh.de/seiten/medien/dihk_beschaeftigte.jpg



Es gibt ca. 130000 Bauingenieure in Deutschland. Davon sind ca. 8% arbeitslos. Macht ca. 10000 arbeitlose Bau-Ings bei 4000-5000 Absolventen. Da würde nicht einmal ein Mangel an Bau-Ings eintreten, wenn 2 Jahre keine Absolventen auf den Markt kämen. Und selbst wenn können die Lücken leicht mit den unzähligen arbeitslosen Architekten geschlossen werden.



Du schreibst:

„Diese Branchen können einfach mehr bezahlen“

Auch Bauunternehmen können anständige Gehälter bezahlen, wenn sie müssen. Aus deiner E-Mail Adresse entnehme ich das Du bei Bilfinger arbeitest. Da solltest du mal einen Blick auf eine Gehaltsabrechnung eurer Poliere werfen. Gute Poliere sind selten, gute Bau-Ings gibt’s an jeder Ecke.



Fazit:

In der Bauwirtschaft muss man sehr hart arbeiten und viel Schlucken um überhaupt im Geschäft zu bleiben, wer das nicht kann oder will findet keinen Job, Auswege gibt es nur wenige, und keiner sollte auf Besserung hoffen, denn dafür gibt es keinen Anlass. Mit dem Einsatz, den man im Bauwesen bringen muss, hat man in vielen anderen Branchen ein einfacheres und sicheres Leben. Ich würde nicht wieder Bauingenieurwesen studieren und kann es auch niemandem empfehlen.



Gruß

Andreas

G. | 01. Oktober 2005 - 19:57

Hallo an alle,



ich bin heute das erste Mal auf diese Seite gestossen als ich eigentlich nach Internationalen Uni Rankings im Bereich Bauingenieurwesen gegoogelt habe. Sofort habe ich das Forum angeklickt und musste schon mit etwas Erschrecken erkennen wie die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist.



Ich persoenlich studiere Bauingenieurwesen in London (University College London, www.ucl.ac.uk) und mache einen Masterstudiengang der 4 Jahre dauert. Noch habe ich Zeit mich zu entscheiden in welche Richtung ich gehen moechte, allerdings sieht es doch so aus, als ob viele Bereiche nicht zu empfehlen sind.



Der Kurs den ich mache nennt sich 'Civil Engineering', allerdings gibt es noch die Option 'Civil & Environmental Engineering', welche sehr auf die Umwelt und ihre Aspekte eingeht.

Jetzt ist die Frage ob sich der Wechsel nicht lohnen wuerde, etwas umwelttechnisches im Bereich Bauingenieurwesen zu studieren (quasi mit Recycling, Abgasen, Umweltproblemen etc.) oder doch lieber in die Bereiche der Verkehrsplanung, Hochbau oder Staedtebau zu gehen.



Diesen Sommer habe ich ein Praktikum in einem Verkehrsplanungsbuero in Deutschland gemacht, dass zwar Spass gemacht und mir viel gebracht hat, in dem ich mich aber nicht wirklich erfuellt in der Zukunft sehe. Dafuer war es mir nicht interessant genug. Nennt mich naiv, aber ich moechte vor allem eins als Bauingenieur: die Welt veraendern.

Auch befasst sich mein Studium nicht mit den deutschen Richtlinien, wohl aber mit den EU-Richtlinien. Nach welcher NORM wird denn in Deutschland gebaut/geplant? EU- oder Deutschland-NORM?

Ausserdem kann ich mir schon vorstellen, dass es z.B. in der Verkehrsplanung Richtlinien gibt, die in den deutschen Unis gelehrt werden, allerdings nicht in den britischen.



Ich habe den Wunsch nach dem Studium zurueck nach Deutschland zu kommen und hoffe zuegig einen Job zu finden.



Mein erstes Unijahr habe ich mit einem First-Class-Honours (1,0) abgeschlossen. Ausserdem spreche ich 5 Sprachen fliessend (leider nichts aus dem Osteuropaeischen Raum) und kenne mich mit ein paar hilfreichen Bauingenieurprogrammen (CorelDraw, AutoCad) gut-sehr gut aus.

So wie es aussieht boomt der Osten Europas schon etwas, allerdings sehe ich mich nicht wirklich in einem Land dessen Sprache ich nicht spreche.



Weiss jemand wie es in Laendern wie Kanada und Australien aussieht? Was ist mit Suedamerika und Nord- und Suedeuropa? Sehen dort die Aussichten auf einen Job besser aus?



Jetzt bin ich noch am ueberlegen was ich noch machen koennte, um mich von der breiten Masse abzuheben.



Die wichtigste aller Fragen allerdings ist und bleibt: in welche Richtung sollte man gehen?



Vitamin-B besitze ich einige (Brueckenbau, Atomkraftwerk, Hochbau, Verkehrsplanung), trotzdem moechte ich doch wissen in welchem Bereich die Jobaussichten langjaehrig nicht schlecht aussehen. Was bringt mir wenn ein Bekannter einen hohen Job in einer Firma besitzt, diese Firma in 5-10 Jahren aber Insolvenz beantragt, weil die Auftraege fehlen!?



Ich bezahle mich nicht dumm und daemlich und strenge mich extrem fuer mein geliebtes Fach an, um anschliessend am Arbeitsamt Schlange zu stehen. Nein danke!



Das Studium liegt mir sehr am Herzen und macht mir vor allem eins: Spass.



Nach dem Master spiele ich mit dem Gedanken noch einen Dr. zu machen. Inwiefern ist die 'Forschung' im Bauingenieurwesen moeglich/erstrebenswert? Bringt es was oder kann einem gleich davon abgeraten werden.



Vielleicht klingt das ganze hier etwas arrogant oder man koennte denken ich waere noch gruen hinter den Ohren, aber wenn ich im Sommer 2008 mit 23 Jahren meinen Master habe, dann hoffe ich aufgrund meines Ehrgeizes und Drang zum Perfektionismus eine Arbeit zu finden die Zukunft hat und unsere Gesellschaft ein kleines bisschen unterstuetzt.



Liebe Gruesse und hoffentlich verbessert sich die Lage fuer alle. Es gibt leider zu viele intelligente Menschen mit so viel Inspiration und Ideenreichtum, die nicht dazu kommen ihre Eigenschaften ausleben zu duerfen. Das sollte in einem Land wie Deutschland eigentlich nicht der Fall sein, damit schaedigt sich die Wirtschaft nur selber.

Tim | 30. September 2005 - 19:52

Hallo alle Zusammen !



Fast alle Antworten auf André's Frage raten ihm (dringend) davon ab, Bauingnieurwesen zu studieren. Die Gründe sind verständlich.



Aber habt ihr mal überlegt, daß genau aus diesen Gründen kaum noch einer z.Zt. Bauwesen studiert ?



Die Beschäftigtenzahl im Bauwesen hat sich von 1995 bis 2005 von 1,5mio auf 0,7mio halbiert !



Wir sind im Tal angekommen, weniger geht nicht mehr in einer Industrienation der Größe Deutschlands. Ein Sockel an Beschäftigten wird es immer geben, es wird immer (ein Minimum) gebaut und wir haben großen Aufholbedarf wegen der 10 Jahre Krise.



In diesem Fall antizyklisch zu studieren, also jetzt Bauwesen anzufangen, ist für den, der den Beruf wirklich gern ergreifen möchte, genau das Richtige !



Die entsprechenden Argumente dafür findet ihr unter:

http://www.werde-bauingenieur.de/



Aber eines muß auch klar sein:

die restliche Industrie (Auto, Maschinenbau etc.) hat auch einen großen Bedarf an Maschbauern, E-Technikern etc.

Diese Branchen können einfach mehr bezahlen und auch hier scheint der Bedarf an Ings auf Jahre nicht zu decken zu sein.



Daher muß man sich überlegen, wie wichtig einem das 'Gehaltsargument' ist und in welche Richtung das 'Herzblut' fließt ...



Gruß



Tim

Andre S. | 30. September 2005 - 15:01

Hallo,



ich habe durch eure vielen Postings eine Menge über das Bauingenieurwesen und dem Drumherum mitbekommen. Das Verhältnis Arbeitszeit/Lohn scheint ja echt "misserabel" zu sein.

Ich hatte mir Bauingenieurwesen als Ziel gesetzt, da es mich weitesgehend interessiert und auch ganz gut zu mir passen würde (ausgebildeter Vermessungstechniker und Fachoberschule Technik besucht).



Aber die Umstände, die von vielen von Euch umschrieben werden, machen mich mehr als nachdenklich.



Gruß Andre

sickboy | 30. September 2005 - 13:09

hallo andre,

hallo rest der welt,



zunächst möchte ich vorweg sagen das ich nur für mich sprechen kann und daher durchaus andere argumente habe als alle anderen zuvor!



hey andre,ich habe zufällig 1999 mein studium in hildesheim an der FH zum bauingenieur angefangen und habe dort die ersten drei semester durchgezogen,somit hatte ich dann mein vordiplom! bin dann zur FH oldenburg gewechselt,da ich privat gebunden war usw...,auch wenn hildesheim nicht gut dasteht im hochschulranking, so könnte ich mir noch heute in den arsch beißen das ich nicht bis zum ende des studiums dort geblieben bin! das was ich dort vor allem in der statik,bauchemie und baukonstruktion,also den grundfächern gelernt habe ist ein gutes rüstzeug!!! was oldenburg zu bieten hatte war einfach nur traurig, man mus sich mal vorstellen,dort gab es studenten im sechsten semester die nicht wussten wie man die schnittkräfte für einen einfachen balken auf zwei stützen ermittelt,das ist wahnsinn!!!

sicher, das liegt auch an jedem studenten selbst wie ernst er das studium nimmt, aber oftmals war man dort den professoren hilflos ausgeliefert!!!

sicher es gibt noch weitaus bessere hochschulen als hildesheim aber ich für meinen teil habe dort im grundstudium viel mitnehmen können und das zahlt sich noch heute aus!!!

genau das ist worauf ich hinaus will,du solltest möglichst (das gilt für alle studienanfänger) so viel wissen mitnehmen wie nur möglich und wenn du dich darüber hinaus noch selbstständig mit speziellen themen beschäftigst so wird es dir nützen,da sollte es dann ziemlich egal sein wo man studiert hat wie ich finde!!!



-daher kann ich zu deinem vorhaben nur sagen du solltest es machen,wenn das bauingeneurwesen deine bestrebung ist,jedoch solltest du eine portion fleiss mitbringen!!!



was die job-situation angeht,so ist es in der tat nicht einfach,ich selbst habe im juli 2004 mein studium erfolgreich beendet.



habe eine note von 2,0,zwei praktika während des studiums über je sechs monate vorzuweisen, tätigkeiten in diversen ingenieurbüros während des studiums und habe vor dem studium eine ausbildung als bauzeichner gemacht,mein fazit:



habe von juli 2004 bis januar 2005 unzählbare bewerbungen geschrieben und habe dann eine stelle in einem ingenieurbüro für geotechnik und umwelttechnik ergattern können!!!



ich arbeite im schnitt 50-60std/woche und bekomme dafür 1800euro brutto,mir bleiben dann 1150euro über,ach ich hab noch nicht erzählt das ich dafür jeden tag 120km fahren muss(hin u. zurück),naja und was die sprittkosten angeht so hast du ja bestimmt mal nachrichten gehört!!! überstunden gibt es offiziel nicht,das heißt sie werden nicht bezahlt und man kann sie auch nicht abbummel,wann denn auch bei ca 60std die woche!?



nun ich habe auf der einen seite immerhin einen job,doch manchmal frage ich mich tatsächlich wofür ich das alles auf mich nehme, wäre es nicht friedvoller einfach irgendwo an der kasse zu arbeiten ohne den täglichen stress und die verantwortung,jedenfalls wäre es ein weniger stressiges berufsleben!!!



was das gejammer angeht das es für bauingenieure keine ausweich-chancen gibt so würde ich sagen, daß es durchaus einige nieschen gibt in denen man als bauing tätig werden kann,man muss nur die augen offen halten! ich für meinen teil wollte in den stahlbau/windkraftanlagenbau habe auch daher entsprechende diplomarbeit geschrieben, habe sogar eine gute note bekommen und hatte vom thema her eine durchaus außergewöhnliche aufgabe, mein fazit: mein professor und die firma (ohne namen) haben sich letztendlich alle rechte gesichert,zum dank gab es einen feuchten händedruck für mich!!!



nun bin ich bei einem ing.-büro für geotechnik und umwelttechnik gelandet,wir machen jede menge sachen im bereich von bauwerksgründungen usw, der witz ist ohne vorher jemals im hochbau tätig gewesen zu sein hat man hier kaum eine chance etwas vernünftig auszuarbeiten,es fehlt ansonsten der zusammenhang,ich meine was nützt einem die kenntnis über bodenverhältnisse und deren tragfähigkeit wenn man nicht einmal weiß wie die lasten zusammenkommen!!!



ich will nur damit sagen das man für viele bauwerke immer das gesamtbild vor augen haben muß und dazu braucht man durchaus wissen aus allen bereichen des bauingenieurwesens und damit denke ich hat man als bauingenieur durchaus noch recht viele möglichkeiten in denen man sich betätigen kann!!!



wie gesagt ich kann nur für mich sprechen und vielleicht hatte ich nur glück aber man muss auch mal ernsthaft überlegen will man um jeden preis als bauingenieur arbeiten und seiner berufung nachgehen oder jammern und alles schlecht reden?



ich bin gerne bauingenieur und würde es wieder studieren,vielleicht würde ich dann eine semester-fete weniger mitnehmen und dafür etwas fleißiger sein als beim ersten mal, aber was solls!!!

Markus | 29. September 2005 - 08:26

Die Fakten:



1.) sinkende Baukonjunktur seit 11 Jahren



2.) Einbruch seit ca. 2000/2001



3.) Bund, Länder, Kommunen verschuldet - kein Geld für Investitionen



4.) Neubau (Hochbau) geht weiter zurück - hingegen steigt der Umsatz in der Fertigteilindustrie im EF Hausbau (mit Massen-Statik)



5.) Löhne und Gehälter unter sehr hartem WBW Druck - keine Traumgehälter möglich



6.) Großbaustellen, auf denen keiner mehr deutsch spricht (WBW aus den EU Staaten)



Prognose: Talsohle vielleicht in 1-2 Jahren erreicht?



Fazit: Unsinn, dass der Markt in 4-5 Jahren zusätzliche Bauingenieure braucht. Da hilft auch kein "antizyklisches" Denken...

Karl Hinsinger | 27. September 2005 - 16:36

Das Argument mit den mehr an Arbeitsplätzen durch in Rente gehende Ingenieure ist Schwachsinn. Die gehen zwar in die Rente, es wird dennoch kein Arbeitsplatz frei.



Als ich angefangen hab, war Aufbau Ost angefragt. Da sagte man uns Unwissenden: "Es werden in Zufunft Tausende Bauingenieure im Osten gesucht." Warte immernoch, dass jemand nach einem schon seit langem arbeitslosen Bauingenieur fragt.

Tu es nicht

waldek | 20. September 2005 - 20:10

An Claus:



Das kann ja sein, dass im Ausland Leute gebraucht werden, aber bring das mal deiner Familie bei... Das Problem fängt schon an, wenn man sie nur am Wochenende sieht, weil man irgendwo 500 km weit weg arbeitet. In meinem Büro sind fast alle alleinstehend, geschieden oder haben Eheprobleme wegen dem Job etc.



Gruß

Claus | 16. September 2005 - 21:41

Hallo,



mir ist klar das die Stimmung im Gewerbe besonders bei den Absolventen schlecht ist, da ich seit vier Jahren an der Uni arbeite. Das sie allerdings so schlecht ist, ist mir neu. Ich kann nur raten versucht es im Ausland. In der Schweiz, Östereich, UK etc. werden Bauingenieure gesucht.

Gruss Claus

MaBo | 12. September 2005 - 20:18

10 Gründe NICHT Bauingenieurwesen zu studieren:



1. Schlechte Bezahlung (Einstiegsgehalt ca. 2000 EUR - 2500 EUR)!



2. Lange Arbeitszeiten, keine Freizeit!



3. Hohe Verantwortung (für Fehler, die andere verschulden)!



4. Oft befristete Arbeitsverträge!



5. Deutschlandweiter Einsatz!



6. Schlechte Stimmung im Baugewerbe!



7. Geringe Auswahl an potenziellen Arbeitgebern!



8. Kaum Branchenwechsel möglich, wer will schon Bauingenieure!



9. Kein Bedarf in der Wirtschaft an Bauingenieuren! Sucht doch mal 10 Stellenangebote im Internet für Absolventen!



10. Keine Aussicht auf Besserung!

Waldek | 12. September 2005 - 13:26

ich würde den Studiengang nicht empfehlen. Ich bin Anfang des Jahres fertig geworden und habe sofort einen Job bekommen. Ich arbeite im Bereich Tragwerksplanung und der Job macht Spass. Was keinen Spass macht ist die miese Bezahlung, kein Urlaubs- und Weihnachtgeld, die 300 Überstunden seit Arbeitsbeginn (die weder Vergütet noch abgebummelt werden können)...

Ich hatte Glück einen Job zu bekommen, weil ich als Hiwi gearbeitet habe und mich mit der Software meines Büros bereits auskannte (Sofistik). Das können aber nicht alle während ihres Studiums machen.

Niemand braucht mir zu erzählen, dass das Berufsbild nicht interessant genug wäre, aber damit kann ich meine Miete auch nicht bezahlen!

Studiert lieber Maschbau. Macht genauso viel Spass!

Mic | 07. September 2005 - 12:52

Hallo,



meine Meinung: auf jeden Fall studieren. Die Kombination Vermessungstechniker und Bauingenieur ist super. Habe ich genauso gemacht.

richard | 01. September 2005 - 19:11

hallo andre,



wenn du eine begabung für naturwissenschaften hast und dich bau interessiert, dann studier es!!!

wenn du gut und pfiffig bist und während dem studium die richtigen jobs machst (nicht taxifahrer, pizzabäcker, kellner) dann wirst du danach auch einen job finden.

ich habe so das gefühl, die stimmung in diesem

forum ist identisch mit der in ganz deutschland; jammern das es keine jobs gibt, jammern dass das gehalt zu gering ist, die verantwortung zu groß ist und dass sonst auch nichts geht.

um einen job zu bekommen muß man halt auch mal zum berufspendler werden oder sich einen job im ausland suchen.

in dem sinne.

alles gute richard.

Anna | 01. September 2005 - 16:03

Mir ist noch was eingefallen:

An der FH Köln gibt es seit ca. 2 Jahren den Dualen Studiengang Bauing. Parallel Ausbildung in einer Firma und Studium. Da stehen die Chancen vielleicht besser, nach dem Abschluß in der Firma als Ing. zu bleiben. Man hat dann zumindest schon mal den sprichwörtlichen "Fuß in der Tür" und etwas Berufserfahrung gesammelt. Vielleicht bietet Hildesheim sowas ja auch an?

Anna | 01. September 2005 - 13:29

Hallo,



dass die Studentenzahlen sinken sollen, kann ich nicht bestätigen. Als ich mit dem Studium begonnen haben lag der NC an der FH Köln bei 3,7 oder 4,0 - es gab praktisch keinen und das war auch die letzten Jahre noch so. Dieses Jahr zum Wintersemester liegt er bei 2,7 und es sind deutlich mehr Bewerber als Studienplätze da. Woran das liegt? Keine Ahnung, sind doch die Berufsaussichten für die breite Masse der Absolventen recht mies (und es kann nunmal nicht jeder mit Auszeichnung abschließen). Viele meiner Kommilitonen sitzen seit ihrem Abschluß auf der Straße oder hangeln sich von einer Befristung zur nächsten. Selbst im öffentlichen Dienst sieht es schwarz aus: die meisten Stellen werden kw vermerkt und nicht wieder besetzt. Projektstellen werden die Mittel gestrichen, Stellenanteile für Elternzeit dürfen nicht wieder besetzt werden... Vielleicht hat man noch eine Chance, wenn man sich nicht gerade den gängigen Studienschwerpunkten widmet (die meisten arbeitslosen Bauing., die ich kenne, sind Konstruktive oder Baubetriebler. Mein Tip: wenn es ein Herzenswusch von Dir ist, Bauing. zu studieren, solltest Du dies auch tun, aber schau während des Studiums schon nach Alternativen und Schwerpunkten, so dass Du gezielt schon Studentenjobs etc. in dieser Richtung annehmen kannst und Zusatzqualifikationen erlangst. Nur nicht den Mut verlieren!

absolvent | 17. August 2005 - 15:29

Hallo,



das Negative meiner Vorredner stimmt. Aber bedenke auch das Positive. Ich wollte auch immer BauIng. werden und habe es deshalb gemacht. Ich bin gerade fertig geworden und habe eine Stelle bekommen. Bei uns im Semester (FH) haben aber noch nicht sehr viele eine Stelle. Die, die eine haben, haben schon vorher oder im Praxissemester dort gearbeitet oder über Vitamin B. Der macht sehr viel aus.

Überleg dir was du willst: a) Führungsposition in einem sehr großen Unternehmen, dann mußt du Uni studieren und evtl. noch promovieren für alles andere reicht FH, dann aber mit prakt. Ausbildung auf dem Bau vorher (die kann man auf bis zu 1,5 Jahre verkürzen).

Bei Züblin werden z.B. z.Zt. nur Leute eingestellt die 1) sehr gut Englisch sprechen oder

2) Bauinformatik beherrschen oder

3) einen Abschluss mit 1,.. haben.

Ich habe auf einen Schlag 30 Bewerbungen losgeschickt (weil ich kein Vitamin B habe) und hatte nach 2 Wochen eine Stelle. 33.000 brutto als Einstiegsgehalt ist zwar nicht Tarif aber schon ganz ok. Andere bekommen 25.000€ ein Bekannter der jetzt in München anfängt bekommt 30.000 und nach einem halben Jahr 36.000.

Ich habe von der FH Hildesheim bisher nichts bzw. nichts Gutes gehört. Schau mal im Stern-Ranking nach. Bei uns haben die Professoren auch einige Stellen vermitteln können.

Mein Leitspruch war immer: "Gute Leute werden immer gebraucht" und das ist mir bisher überall aus der Wirtschaft bestätigt worden. Als Gegenargument sagt die DB AG, dass sie zu viele "Leichen" beschäftigt, die sie noch mit durchziehen müssen und die Arbeitsplätze für neue frische Leute besetzen.

Wir wäre es statt BauIng. den mit Jura? und dann auf Baurecht, da wirst Du einen sicheren Job haben.



Viel Glück bei deiner Entscheidung



der Absolvent

Andre S. | 16. August 2005 - 19:43

Hallo!

Bin durch eure Antworten echt etwas ins grübeln gekommen. Der Beruf an sich gefällt mir nämlich echt gut, aber etwas bessere zukunftsaussichten hätte ich schon gerne.

Vielleicht antworten ja noch ein paar von euch zu diesem Thema, würde mich sehr freuen!

Jürgen | 16. August 2005 - 17:26

Hallo Andre,



ich kann nur sagen: Um Himmels Willen lass es bleiben. Die negativen Dinge, die hier von den anderen Schreibern schon aufgezählt wurden, stimmen absolut. Als Bauingenieur stehts du immer auf der Abschußliste, einen sog sicheren Arbeitsplatz, womit man seine Zukunft in etwa planen kann, gibt es zumindest zur Zeit nicht. Und auch die biologische Lösung durch die Verrentung ist ein ganz großer Witz. Ich habe 1998 mit dem Studium angefangen, und da haben die uns schon erzählt, wenn ihr fertig seit, habt ihr ganz ganz tolle Aussichten, weil es so wenige Bauingenieure gibt. Das war damals schon falsch und wird es auch bleiben. Ich bin seit einem Jahr arbeitslos, und habe nach 65 Bewerbungen und einem sehr gutem Abschluß 2 Vorstellungsgespräche gehabt. Ich habe die Schnauze voll.

Als Bauingeneiur verdient man sicherlich auch schlechter als viele andere Ingenieure, zb Chemiker oder Maschbauer. Jetzt kann man sagen, wenn der Beruf Spass macht, ist das Finanzielle nicht so wichtig. Aber Du musst mit der Entlohnung das ganze Leben auskommen, und zwischenzeitlische Arbeitslosigkeit wird Dich immer wieder reinreiten. Unzufriedenheit kann da schnell aufkommen.

Wenn du trotzdem Bauing machen willst, musst du dich gut informieren über Bereiche die gut laufen, zb Facility Management ( gibts auch nen extra studiengang für).

Übrigens: als Vemessungsingenieur ist es nicht besser.



Fazit: Ich kanns niemeandem empfehlen, Bauing. zu studieren, weil ich es nie mehr machen würde. Ich hatte auch großes Interesse dafür, aber es gibt noch viele andere Berufe, die interessant sind, bei denen du eine Zukunft hast. Als Bauing hast du nämlich vorerst mal keine.

Gruß

Jürgen

c.nickisch | 15. August 2005 - 12:36

Hallo,

ich habe 1986 mein Studium an einer FH abgeschlossen und meine Berufsjahre sind immer wieder von Arbeitslosigkeit durchzogen, es ist mir nie gelungen einen Arbeitsplatz in einer größeren Firma zubekommen, um dann aufzusteigen. Ich habe immer sofort zugegriffen wenn ich Arbeit als Ingenieurin bekommen konnte, Frau braucht auch Geld. Und im Augenblick steht der Verdienst als Ingenieur als Bauleiter mit über 10 jähriger Berufserfahrg. über 40 Stunden-Woche, und der Verantwortung in keinem Verhältnis. Ich hatte ein Jahreseinkommen von 36000 Eur und Urlaub durfte ich nicht nehmen und wurde auch nicht bezahlt. Ein guter Polier hat mehr.

Der Preiskampf wird auf den Rücken und Geldbeutel der Angestellten und Arbeiter ausgetragen.

Zur Zeit bin ich wieder arbeitslos, bin 43 Jahre und habe 100 Bewerbungen geschrieben.

Zum Studium möchte ich noch sagen, wir haben damals 6 Semester plus Diplomarbeit benötigt, entspricht ca. 3,5 Jahre. Von dem was wir alles gelernt haben, konnte ich (und vieler meiner Kommolitonen) 30 % im Beruf verwenden.

Oft denke ich wäre eine Techniker-Ausbildung schneller gegangen und das Wissen was man später braucht, wird dort auch vermittelt, Bezahlung ist etwas weniger. Heute würde ich Bauingenieurwesen nicht mehr studieren. Es unterliegt zu vielen und starken Schwankungen.

Gruß c.nickisch

thomas ziegenberg | 13. August 2005 - 16:11

wenn du jetzt schon unsicher bist, was du willst, dann lass es lieber bleiben.

andi | 12. August 2005 - 16:05

Hallo Andre,



verpfuschen wirst Du Dir Dein Leben vermutlich nicht so einfach, aber Dir sollte schon viel daran liegen, wenn Du diese Fachrichtung einschlagen willst. Die Argumente von wegen Rentner und sinkende Absolventenzahlen kenn ich noch vom Anfang meiner eigenen Studienzeit (1998). Den Schmarrn hat der VDI schon damals verzapft. Meiner Meinung nach werden solche Infos ganz gezielt von der Industrie gestreut, damit es Bauingenieure im Überfluß gibt und man Sie dann entsprechend schlecht bezahlen kann.

Ich selbst hab ne verdammt gute Stelle bekommen, aber ich weiß, daß ich da ziemlich viel Glück hatte.



Gruß

Andi

Marijo | 11. August 2005 - 17:27

Hallo Andre,



sei schlau und geh nicht zum Bau ! Ich sehe keinen einzigen grund bauingenieurwesen zu studieren. Die bezahlung ist im vergleich zur verantwortung die man trägt sehr schlecht (als Uni-Absolvent in einem 10-köpfigen Ingenieurbüro für tragwerksplanung erhälst du ca., wenn du glück hast, 2600 Euro. Ein Maschinenbauabsolvent wird mit ca. 3400 Euro (Bosch/DB) entlohnt. Außerdem wirst du dein ganzes leben mit hirnies (architekten) zu tun haben. Ich kenne ne menge leute die voll abkotzen.

Ich habe es selber studiert und fühle mich jetzt voll verarscht. Studiere lieber Luft- und Raumfahrt, ist sicher viel interessanter als Bauingenieur.

Und das Argument, welches ich immer zu hören kriege, daß es in ein paar jahren auf dem bau besser aussehen wird ist kompletter humbug.



Ein erstgemeinter Rat: Machst nicht, wenn du dir dein leben nicht verpfuschen willst.



Gruß! M



Andreas | 08. August 2005 - 14:09

Hallo,

ich würde Dir schon dazu raten, dass Studium zu beginnen. Es spricht vieles dafür.

Zum einen steigt der Bedarf an Ingenieuren wieder da viele in Rente gehen. (Guck hierzu vielleicht einfach mal beim VDI etc.) zum anderen scheint es dein Berufswunsch zu sein. Du mußt deinen Beruf schließlich ein Leben lang ausüben, da sollte man schon etwas wählen, was einem Spaß macht.

Da infolge der schlechten Konjunktur die Studentenzahlen sinken, zumindest in Bezug auf den Bau, wird die Zahl der Abgänger bald den Bedarf unterschreiten. Frag mal bei deinem Arbeitsamt oder bei der Studienberatung deiner Wahlhochschule. Richtig ist, dass viele Ingenieure nicht mehr in den klassischen Positionen wie Bauleiter etc. arbeiten. Dafür werden aber auch Ingenieure in der Industrie, Banken, Versicherungen, Verwaltungen gesucht. Man ist als Bauingenieur doch recht vielseitig einsetzbar.



Ich selber habe trotz schlechter Wirtschaftlage einen Job gefunden, der auch anständig bezahlt wird. Du solltest nur schauen, dass du auch sog. softskills wie Sprachen etc. schon während des Studiums erlernst. Viele Unis bieten entsprechende Kurse mit an. Dies ist zumindest meine Erfahrung. Englisch wird in vielen Stellen mittlerweile einfach vorausgesetzt. Da liegt es Dir sich einen Vorsprung auf zukünftige Mitbewerber um einen Job zu verschaffen.



In diesem Sinne.



Gruss

Andreas

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