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Ausgabe 6487 | Nr. 145 | 18. Jahrgang
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Studium Bauingenieurwesen beginnen? » Seite 3

60 Kommentare | 33044 Aufrufe Kommentar hinzufügen
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thomas ziegenberg | 13. August 2005 - 16:11 2005-08-13

wenn du jetzt schon unsicher bist, was du willst, dann lass es lieber bleiben.

c.nickisch | 15. August 2005 - 12:36 2005-08-15

Hallo,

ich habe 1986 mein Studium an einer FH abgeschlossen und meine Berufsjahre sind immer wieder von Arbeitslosigkeit durchzogen, es ist mir nie gelungen einen Arbeitsplatz in einer größeren Firma zubekommen, um dann aufzusteigen. Ich habe immer sofort zugegriffen wenn ich Arbeit als Ingenieurin bekommen konnte, Frau braucht auch Geld. Und im Augenblick steht der Verdienst als Ingenieur als Bauleiter mit über 10 jähriger Berufserfahrg. über 40 Stunden-Woche, und der Verantwortung in keinem Verhältnis. Ich hatte ein Jahreseinkommen von 36000 Eur und Urlaub durfte ich nicht nehmen und wurde auch nicht bezahlt. Ein guter Polier hat mehr.

Der Preiskampf wird auf den Rücken und Geldbeutel der Angestellten und Arbeiter ausgetragen.

Zur Zeit bin ich wieder arbeitslos, bin 43 Jahre und habe 100 Bewerbungen geschrieben.

Zum Studium möchte ich noch sagen, wir haben damals 6 Semester plus Diplomarbeit benötigt, entspricht ca. 3,5 Jahre. Von dem was wir alles gelernt haben, konnte ich (und vieler meiner Kommolitonen) 30 % im Beruf verwenden.

Oft denke ich wäre eine Techniker-Ausbildung schneller gegangen und das Wissen was man später braucht, wird dort auch vermittelt, Bezahlung ist etwas weniger. Heute würde ich Bauingenieurwesen nicht mehr studieren. Es unterliegt zu vielen und starken Schwankungen.

Gruß c.nickisch

Jürgen | 16. August 2005 - 17:26 2005-08-16

Hallo Andre,



ich kann nur sagen: Um Himmels Willen lass es bleiben. Die negativen Dinge, die hier von den anderen Schreibern schon aufgezählt wurden, stimmen absolut. Als Bauingenieur stehts du immer auf der Abschußliste, einen sog sicheren Arbeitsplatz, womit man seine Zukunft in etwa planen kann, gibt es zumindest zur Zeit nicht. Und auch die biologische Lösung durch die Verrentung ist ein ganz großer Witz. Ich habe 1998 mit dem Studium angefangen, und da haben die uns schon erzählt, wenn ihr fertig seit, habt ihr ganz ganz tolle Aussichten, weil es so wenige Bauingenieure gibt. Das war damals schon falsch und wird es auch bleiben. Ich bin seit einem Jahr arbeitslos, und habe nach 65 Bewerbungen und einem sehr gutem Abschluß 2 Vorstellungsgespräche gehabt. Ich habe die Schnauze voll.

Als Bauingeneiur verdient man sicherlich auch schlechter als viele andere Ingenieure, zb Chemiker oder Maschbauer. Jetzt kann man sagen, wenn der Beruf Spass macht, ist das Finanzielle nicht so wichtig. Aber Du musst mit der Entlohnung das ganze Leben auskommen, und zwischenzeitlische Arbeitslosigkeit wird Dich immer wieder reinreiten. Unzufriedenheit kann da schnell aufkommen.

Wenn du trotzdem Bauing machen willst, musst du dich gut informieren über Bereiche die gut laufen, zb Facility Management ( gibts auch nen extra studiengang für).

Übrigens: als Vemessungsingenieur ist es nicht besser.



Fazit: Ich kanns niemeandem empfehlen, Bauing. zu studieren, weil ich es nie mehr machen würde. Ich hatte auch großes Interesse dafür, aber es gibt noch viele andere Berufe, die interessant sind, bei denen du eine Zukunft hast. Als Bauing hast du nämlich vorerst mal keine.

Gruß

Jürgen

Andre S. | 16. August 2005 - 19:43 2005-08-16

Hallo!

Bin durch eure Antworten echt etwas ins grübeln gekommen. Der Beruf an sich gefällt mir nämlich echt gut, aber etwas bessere zukunftsaussichten hätte ich schon gerne.

Vielleicht antworten ja noch ein paar von euch zu diesem Thema, würde mich sehr freuen!

absolvent | 17. August 2005 - 15:29 2005-08-17

Hallo,



das Negative meiner Vorredner stimmt. Aber bedenke auch das Positive. Ich wollte auch immer BauIng. werden und habe es deshalb gemacht. Ich bin gerade fertig geworden und habe eine Stelle bekommen. Bei uns im Semester (FH) haben aber noch nicht sehr viele eine Stelle. Die, die eine haben, haben schon vorher oder im Praxissemester dort gearbeitet oder über Vitamin B. Der macht sehr viel aus.

Überleg dir was du willst: a) Führungsposition in einem sehr großen Unternehmen, dann mußt du Uni studieren und evtl. noch promovieren für alles andere reicht FH, dann aber mit prakt. Ausbildung auf dem Bau vorher (die kann man auf bis zu 1,5 Jahre verkürzen).

Bei Züblin werden z.B. z.Zt. nur Leute eingestellt die 1) sehr gut Englisch sprechen oder

2) Bauinformatik beherrschen oder

3) einen Abschluss mit 1,.. haben.

Ich habe auf einen Schlag 30 Bewerbungen losgeschickt (weil ich kein Vitamin B habe) und hatte nach 2 Wochen eine Stelle. 33.000 brutto als Einstiegsgehalt ist zwar nicht Tarif aber schon ganz ok. Andere bekommen 25.000€ ein Bekannter der jetzt in München anfängt bekommt 30.000 und nach einem halben Jahr 36.000.

Ich habe von der FH Hildesheim bisher nichts bzw. nichts Gutes gehört. Schau mal im Stern-Ranking nach. Bei uns haben die Professoren auch einige Stellen vermitteln können.

Mein Leitspruch war immer: "Gute Leute werden immer gebraucht" und das ist mir bisher überall aus der Wirtschaft bestätigt worden. Als Gegenargument sagt die DB AG, dass sie zu viele "Leichen" beschäftigt, die sie noch mit durchziehen müssen und die Arbeitsplätze für neue frische Leute besetzen.

Wir wäre es statt BauIng. den mit Jura? und dann auf Baurecht, da wirst Du einen sicheren Job haben.



Viel Glück bei deiner Entscheidung



der Absolvent

Anna | 01. September 2005 - 13:29 2005-09-01

Hallo,



dass die Studentenzahlen sinken sollen, kann ich nicht bestätigen. Als ich mit dem Studium begonnen haben lag der NC an der FH Köln bei 3,7 oder 4,0 - es gab praktisch keinen und das war auch die letzten Jahre noch so. Dieses Jahr zum Wintersemester liegt er bei 2,7 und es sind deutlich mehr Bewerber als Studienplätze da. Woran das liegt? Keine Ahnung, sind doch die Berufsaussichten für die breite Masse der Absolventen recht mies (und es kann nunmal nicht jeder mit Auszeichnung abschließen). Viele meiner Kommilitonen sitzen seit ihrem Abschluß auf der Straße oder hangeln sich von einer Befristung zur nächsten. Selbst im öffentlichen Dienst sieht es schwarz aus: die meisten Stellen werden kw vermerkt und nicht wieder besetzt. Projektstellen werden die Mittel gestrichen, Stellenanteile für Elternzeit dürfen nicht wieder besetzt werden... Vielleicht hat man noch eine Chance, wenn man sich nicht gerade den gängigen Studienschwerpunkten widmet (die meisten arbeitslosen Bauing., die ich kenne, sind Konstruktive oder Baubetriebler. Mein Tip: wenn es ein Herzenswusch von Dir ist, Bauing. zu studieren, solltest Du dies auch tun, aber schau während des Studiums schon nach Alternativen und Schwerpunkten, so dass Du gezielt schon Studentenjobs etc. in dieser Richtung annehmen kannst und Zusatzqualifikationen erlangst. Nur nicht den Mut verlieren!

Anna | 01. September 2005 - 16:03 2005-09-01

Mir ist noch was eingefallen:

An der FH Köln gibt es seit ca. 2 Jahren den Dualen Studiengang Bauing. Parallel Ausbildung in einer Firma und Studium. Da stehen die Chancen vielleicht besser, nach dem Abschluß in der Firma als Ing. zu bleiben. Man hat dann zumindest schon mal den sprichwörtlichen "Fuß in der Tür" und etwas Berufserfahrung gesammelt. Vielleicht bietet Hildesheim sowas ja auch an?

richard | 01. September 2005 - 19:11 2005-09-01

hallo andre,



wenn du eine begabung für naturwissenschaften hast und dich bau interessiert, dann studier es!!!

wenn du gut und pfiffig bist und während dem studium die richtigen jobs machst (nicht taxifahrer, pizzabäcker, kellner) dann wirst du danach auch einen job finden.

ich habe so das gefühl, die stimmung in diesem

forum ist identisch mit der in ganz deutschland; jammern das es keine jobs gibt, jammern dass das gehalt zu gering ist, die verantwortung zu groß ist und dass sonst auch nichts geht.

um einen job zu bekommen muß man halt auch mal zum berufspendler werden oder sich einen job im ausland suchen.

in dem sinne.

alles gute richard.

Mic | 07. September 2005 - 12:52 2005-09-07

Hallo,



meine Meinung: auf jeden Fall studieren. Die Kombination Vermessungstechniker und Bauingenieur ist super. Habe ich genauso gemacht.

Waldek | 12. September 2005 - 13:26 2005-09-12

ich würde den Studiengang nicht empfehlen. Ich bin Anfang des Jahres fertig geworden und habe sofort einen Job bekommen. Ich arbeite im Bereich Tragwerksplanung und der Job macht Spass. Was keinen Spass macht ist die miese Bezahlung, kein Urlaubs- und Weihnachtgeld, die 300 Überstunden seit Arbeitsbeginn (die weder Vergütet noch abgebummelt werden können)...

Ich hatte Glück einen Job zu bekommen, weil ich als Hiwi gearbeitet habe und mich mit der Software meines Büros bereits auskannte (Sofistik). Das können aber nicht alle während ihres Studiums machen.

Niemand braucht mir zu erzählen, dass das Berufsbild nicht interessant genug wäre, aber damit kann ich meine Miete auch nicht bezahlen!

Studiert lieber Maschbau. Macht genauso viel Spass!

MaBo | 12. September 2005 - 20:18 2005-09-12

10 Gründe NICHT Bauingenieurwesen zu studieren:



1. Schlechte Bezahlung (Einstiegsgehalt ca. 2000 EUR - 2500 EUR)!



2. Lange Arbeitszeiten, keine Freizeit!



3. Hohe Verantwortung (für Fehler, die andere verschulden)!



4. Oft befristete Arbeitsverträge!



5. Deutschlandweiter Einsatz!



6. Schlechte Stimmung im Baugewerbe!



7. Geringe Auswahl an potenziellen Arbeitgebern!



8. Kaum Branchenwechsel möglich, wer will schon Bauingenieure!



9. Kein Bedarf in der Wirtschaft an Bauingenieuren! Sucht doch mal 10 Stellenangebote im Internet für Absolventen!



10. Keine Aussicht auf Besserung!

Claus | 16. September 2005 - 21:41 2005-09-16

Hallo,



mir ist klar das die Stimmung im Gewerbe besonders bei den Absolventen schlecht ist, da ich seit vier Jahren an der Uni arbeite. Das sie allerdings so schlecht ist, ist mir neu. Ich kann nur raten versucht es im Ausland. In der Schweiz, Östereich, UK etc. werden Bauingenieure gesucht.

Gruss Claus

waldek | 20. September 2005 - 20:10 2005-09-20

An Claus:



Das kann ja sein, dass im Ausland Leute gebraucht werden, aber bring das mal deiner Familie bei... Das Problem fängt schon an, wenn man sie nur am Wochenende sieht, weil man irgendwo 500 km weit weg arbeitet. In meinem Büro sind fast alle alleinstehend, geschieden oder haben Eheprobleme wegen dem Job etc.



Gruß

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