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Ausgabe 6420 | Nr. 78 | 18. Jahrgang
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Studium Bauingenieurwesen beginnen? » Seite 4

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Karl Hinsinger | 27. September 2005 - 16:36 2005-09-27

Das Argument mit den mehr an Arbeitsplätzen durch in Rente gehende Ingenieure ist Schwachsinn. Die gehen zwar in die Rente, es wird dennoch kein Arbeitsplatz frei.



Als ich angefangen hab, war Aufbau Ost angefragt. Da sagte man uns Unwissenden: "Es werden in Zufunft Tausende Bauingenieure im Osten gesucht." Warte immernoch, dass jemand nach einem schon seit langem arbeitslosen Bauingenieur fragt.

Tu es nicht

Markus | 29. September 2005 - 08:26 2005-09-29

Die Fakten:



1.) sinkende Baukonjunktur seit 11 Jahren



2.) Einbruch seit ca. 2000/2001



3.) Bund, Länder, Kommunen verschuldet - kein Geld für Investitionen



4.) Neubau (Hochbau) geht weiter zurück - hingegen steigt der Umsatz in der Fertigteilindustrie im EF Hausbau (mit Massen-Statik)



5.) Löhne und Gehälter unter sehr hartem WBW Druck - keine Traumgehälter möglich



6.) Großbaustellen, auf denen keiner mehr deutsch spricht (WBW aus den EU Staaten)



Prognose: Talsohle vielleicht in 1-2 Jahren erreicht?



Fazit: Unsinn, dass der Markt in 4-5 Jahren zusätzliche Bauingenieure braucht. Da hilft auch kein "antizyklisches" Denken...

sickboy | 30. September 2005 - 13:09 2005-09-30

hallo andre,

hallo rest der welt,



zunächst möchte ich vorweg sagen das ich nur für mich sprechen kann und daher durchaus andere argumente habe als alle anderen zuvor!



hey andre,ich habe zufällig 1999 mein studium in hildesheim an der FH zum bauingenieur angefangen und habe dort die ersten drei semester durchgezogen,somit hatte ich dann mein vordiplom! bin dann zur FH oldenburg gewechselt,da ich privat gebunden war usw...,auch wenn hildesheim nicht gut dasteht im hochschulranking, so könnte ich mir noch heute in den arsch beißen das ich nicht bis zum ende des studiums dort geblieben bin! das was ich dort vor allem in der statik,bauchemie und baukonstruktion,also den grundfächern gelernt habe ist ein gutes rüstzeug!!! was oldenburg zu bieten hatte war einfach nur traurig, man mus sich mal vorstellen,dort gab es studenten im sechsten semester die nicht wussten wie man die schnittkräfte für einen einfachen balken auf zwei stützen ermittelt,das ist wahnsinn!!!

sicher, das liegt auch an jedem studenten selbst wie ernst er das studium nimmt, aber oftmals war man dort den professoren hilflos ausgeliefert!!!

sicher es gibt noch weitaus bessere hochschulen als hildesheim aber ich für meinen teil habe dort im grundstudium viel mitnehmen können und das zahlt sich noch heute aus!!!

genau das ist worauf ich hinaus will,du solltest möglichst (das gilt für alle studienanfänger) so viel wissen mitnehmen wie nur möglich und wenn du dich darüber hinaus noch selbstständig mit speziellen themen beschäftigst so wird es dir nützen,da sollte es dann ziemlich egal sein wo man studiert hat wie ich finde!!!



-daher kann ich zu deinem vorhaben nur sagen du solltest es machen,wenn das bauingeneurwesen deine bestrebung ist,jedoch solltest du eine portion fleiss mitbringen!!!



was die job-situation angeht,so ist es in der tat nicht einfach,ich selbst habe im juli 2004 mein studium erfolgreich beendet.



habe eine note von 2,0,zwei praktika während des studiums über je sechs monate vorzuweisen, tätigkeiten in diversen ingenieurbüros während des studiums und habe vor dem studium eine ausbildung als bauzeichner gemacht,mein fazit:



habe von juli 2004 bis januar 2005 unzählbare bewerbungen geschrieben und habe dann eine stelle in einem ingenieurbüro für geotechnik und umwelttechnik ergattern können!!!



ich arbeite im schnitt 50-60std/woche und bekomme dafür 1800euro brutto,mir bleiben dann 1150euro über,ach ich hab noch nicht erzählt das ich dafür jeden tag 120km fahren muss(hin u. zurück),naja und was die sprittkosten angeht so hast du ja bestimmt mal nachrichten gehört!!! überstunden gibt es offiziel nicht,das heißt sie werden nicht bezahlt und man kann sie auch nicht abbummel,wann denn auch bei ca 60std die woche!?



nun ich habe auf der einen seite immerhin einen job,doch manchmal frage ich mich tatsächlich wofür ich das alles auf mich nehme, wäre es nicht friedvoller einfach irgendwo an der kasse zu arbeiten ohne den täglichen stress und die verantwortung,jedenfalls wäre es ein weniger stressiges berufsleben!!!



was das gejammer angeht das es für bauingenieure keine ausweich-chancen gibt so würde ich sagen, daß es durchaus einige nieschen gibt in denen man als bauing tätig werden kann,man muss nur die augen offen halten! ich für meinen teil wollte in den stahlbau/windkraftanlagenbau habe auch daher entsprechende diplomarbeit geschrieben, habe sogar eine gute note bekommen und hatte vom thema her eine durchaus außergewöhnliche aufgabe, mein fazit: mein professor und die firma (ohne namen) haben sich letztendlich alle rechte gesichert,zum dank gab es einen feuchten händedruck für mich!!!



nun bin ich bei einem ing.-büro für geotechnik und umwelttechnik gelandet,wir machen jede menge sachen im bereich von bauwerksgründungen usw, der witz ist ohne vorher jemals im hochbau tätig gewesen zu sein hat man hier kaum eine chance etwas vernünftig auszuarbeiten,es fehlt ansonsten der zusammenhang,ich meine was nützt einem die kenntnis über bodenverhältnisse und deren tragfähigkeit wenn man nicht einmal weiß wie die lasten zusammenkommen!!!



ich will nur damit sagen das man für viele bauwerke immer das gesamtbild vor augen haben muß und dazu braucht man durchaus wissen aus allen bereichen des bauingenieurwesens und damit denke ich hat man als bauingenieur durchaus noch recht viele möglichkeiten in denen man sich betätigen kann!!!



wie gesagt ich kann nur für mich sprechen und vielleicht hatte ich nur glück aber man muss auch mal ernsthaft überlegen will man um jeden preis als bauingenieur arbeiten und seiner berufung nachgehen oder jammern und alles schlecht reden?



ich bin gerne bauingenieur und würde es wieder studieren,vielleicht würde ich dann eine semester-fete weniger mitnehmen und dafür etwas fleißiger sein als beim ersten mal, aber was solls!!!

Andre S. | 30. September 2005 - 15:01 2005-09-30

Hallo,



ich habe durch eure vielen Postings eine Menge über das Bauingenieurwesen und dem Drumherum mitbekommen. Das Verhältnis Arbeitszeit/Lohn scheint ja echt "misserabel" zu sein.

Ich hatte mir Bauingenieurwesen als Ziel gesetzt, da es mich weitesgehend interessiert und auch ganz gut zu mir passen würde (ausgebildeter Vermessungstechniker und Fachoberschule Technik besucht).



Aber die Umstände, die von vielen von Euch umschrieben werden, machen mich mehr als nachdenklich.



Gruß Andre

Tim | 30. September 2005 - 19:52 2005-09-30

Hallo alle Zusammen !



Fast alle Antworten auf André's Frage raten ihm (dringend) davon ab, Bauingnieurwesen zu studieren. Die Gründe sind verständlich.



Aber habt ihr mal überlegt, daß genau aus diesen Gründen kaum noch einer z.Zt. Bauwesen studiert ?



Die Beschäftigtenzahl im Bauwesen hat sich von 1995 bis 2005 von 1,5mio auf 0,7mio halbiert !



Wir sind im Tal angekommen, weniger geht nicht mehr in einer Industrienation der Größe Deutschlands. Ein Sockel an Beschäftigten wird es immer geben, es wird immer (ein Minimum) gebaut und wir haben großen Aufholbedarf wegen der 10 Jahre Krise.



In diesem Fall antizyklisch zu studieren, also jetzt Bauwesen anzufangen, ist für den, der den Beruf wirklich gern ergreifen möchte, genau das Richtige !



Die entsprechenden Argumente dafür findet ihr unter:

http://www.werde-bauingenieur.de/



Aber eines muß auch klar sein:

die restliche Industrie (Auto, Maschinenbau etc.) hat auch einen großen Bedarf an Maschbauern, E-Technikern etc.

Diese Branchen können einfach mehr bezahlen und auch hier scheint der Bedarf an Ings auf Jahre nicht zu decken zu sein.



Daher muß man sich überlegen, wie wichtig einem das 'Gehaltsargument' ist und in welche Richtung das 'Herzblut' fließt ...



Gruß



Tim

G. | 01. Oktober 2005 - 19:57 2005-10-01

Hallo an alle,



ich bin heute das erste Mal auf diese Seite gestossen als ich eigentlich nach Internationalen Uni Rankings im Bereich Bauingenieurwesen gegoogelt habe. Sofort habe ich das Forum angeklickt und musste schon mit etwas Erschrecken erkennen wie die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist.



Ich persoenlich studiere Bauingenieurwesen in London (University College London, www.ucl.ac.uk) und mache einen Masterstudiengang der 4 Jahre dauert. Noch habe ich Zeit mich zu entscheiden in welche Richtung ich gehen moechte, allerdings sieht es doch so aus, als ob viele Bereiche nicht zu empfehlen sind.



Der Kurs den ich mache nennt sich 'Civil Engineering', allerdings gibt es noch die Option 'Civil & Environmental Engineering', welche sehr auf die Umwelt und ihre Aspekte eingeht.

Jetzt ist die Frage ob sich der Wechsel nicht lohnen wuerde, etwas umwelttechnisches im Bereich Bauingenieurwesen zu studieren (quasi mit Recycling, Abgasen, Umweltproblemen etc.) oder doch lieber in die Bereiche der Verkehrsplanung, Hochbau oder Staedtebau zu gehen.



Diesen Sommer habe ich ein Praktikum in einem Verkehrsplanungsbuero in Deutschland gemacht, dass zwar Spass gemacht und mir viel gebracht hat, in dem ich mich aber nicht wirklich erfuellt in der Zukunft sehe. Dafuer war es mir nicht interessant genug. Nennt mich naiv, aber ich moechte vor allem eins als Bauingenieur: die Welt veraendern.

Auch befasst sich mein Studium nicht mit den deutschen Richtlinien, wohl aber mit den EU-Richtlinien. Nach welcher NORM wird denn in Deutschland gebaut/geplant? EU- oder Deutschland-NORM?

Ausserdem kann ich mir schon vorstellen, dass es z.B. in der Verkehrsplanung Richtlinien gibt, die in den deutschen Unis gelehrt werden, allerdings nicht in den britischen.



Ich habe den Wunsch nach dem Studium zurueck nach Deutschland zu kommen und hoffe zuegig einen Job zu finden.



Mein erstes Unijahr habe ich mit einem First-Class-Honours (1,0) abgeschlossen. Ausserdem spreche ich 5 Sprachen fliessend (leider nichts aus dem Osteuropaeischen Raum) und kenne mich mit ein paar hilfreichen Bauingenieurprogrammen (CorelDraw, AutoCad) gut-sehr gut aus.

So wie es aussieht boomt der Osten Europas schon etwas, allerdings sehe ich mich nicht wirklich in einem Land dessen Sprache ich nicht spreche.



Weiss jemand wie es in Laendern wie Kanada und Australien aussieht? Was ist mit Suedamerika und Nord- und Suedeuropa? Sehen dort die Aussichten auf einen Job besser aus?



Jetzt bin ich noch am ueberlegen was ich noch machen koennte, um mich von der breiten Masse abzuheben.



Die wichtigste aller Fragen allerdings ist und bleibt: in welche Richtung sollte man gehen?



Vitamin-B besitze ich einige (Brueckenbau, Atomkraftwerk, Hochbau, Verkehrsplanung), trotzdem moechte ich doch wissen in welchem Bereich die Jobaussichten langjaehrig nicht schlecht aussehen. Was bringt mir wenn ein Bekannter einen hohen Job in einer Firma besitzt, diese Firma in 5-10 Jahren aber Insolvenz beantragt, weil die Auftraege fehlen!?



Ich bezahle mich nicht dumm und daemlich und strenge mich extrem fuer mein geliebtes Fach an, um anschliessend am Arbeitsamt Schlange zu stehen. Nein danke!



Das Studium liegt mir sehr am Herzen und macht mir vor allem eins: Spass.



Nach dem Master spiele ich mit dem Gedanken noch einen Dr. zu machen. Inwiefern ist die 'Forschung' im Bauingenieurwesen moeglich/erstrebenswert? Bringt es was oder kann einem gleich davon abgeraten werden.



Vielleicht klingt das ganze hier etwas arrogant oder man koennte denken ich waere noch gruen hinter den Ohren, aber wenn ich im Sommer 2008 mit 23 Jahren meinen Master habe, dann hoffe ich aufgrund meines Ehrgeizes und Drang zum Perfektionismus eine Arbeit zu finden die Zukunft hat und unsere Gesellschaft ein kleines bisschen unterstuetzt.



Liebe Gruesse und hoffentlich verbessert sich die Lage fuer alle. Es gibt leider zu viele intelligente Menschen mit so viel Inspiration und Ideenreichtum, die nicht dazu kommen ihre Eigenschaften ausleben zu duerfen. Das sollte in einem Land wie Deutschland eigentlich nicht der Fall sein, damit schaedigt sich die Wirtschaft nur selber.

andreas | 02. Oktober 2005 - 09:52 2005-10-02

Hallo Tim,



über Deine Stellungnahme habe ich mich sehr gewundert.



Für das Erreichen der Talsohle gibt es keine Hinweise. Es kann sehr gut sein, dass es weiter mit der deutschen Bauwirtschaft bergab geht. Und zwar aus folgenden Gründen:



- Minimales Wirtschaftswachstum

- Hoher Leerstand an Büroflächen

- Investitionen der Deutschen Industrie werden zunehmend im Ausland getätigt

- Öffentliche Kassen sind leer

- Langfristig sinkende Bevölkerungsanzahl verbunden mit einem Rückgang des Einkommens

- harter Wettbewerb aus dem Ausland

- Demnächst Dienstleistungsfreiheit in der EU. Osteuropäische Firmen können dann Projekte schlüsselfertig in Deutschland erstellen ohne deutsche Beteiligung.



Die Seite "www.werde-bauingenieur.de" ist mit großer Vorsicht zu genießen. Denn es ist eine Werbeseite des Verbandes der deutschen Bauindustrie(http://www.werde-bauingenieur.de/seiten/impressum.html). Meiner Meinung nach soll sie dazu dienen, die Studentenzahlen hoch zu halten, denn die Bauindustrie profitiert natürlich von der ausweglosen Situation vieler Kollegen. Wie es um die deutsche Bauwirtschaft wirklich bestellt ist findet man auf der eigentlichen Seite des Verbandes unter:

http://www.bauindustrie.de

http://hvb.epgmbh.de/seiten/medien/dihk_beschaeftigte.jpg



Es gibt ca. 130000 Bauingenieure in Deutschland. Davon sind ca. 8% arbeitslos. Macht ca. 10000 arbeitlose Bau-Ings bei 4000-5000 Absolventen. Da würde nicht einmal ein Mangel an Bau-Ings eintreten, wenn 2 Jahre keine Absolventen auf den Markt kämen. Und selbst wenn können die Lücken leicht mit den unzähligen arbeitslosen Architekten geschlossen werden.



Du schreibst:

„Diese Branchen können einfach mehr bezahlen“

Auch Bauunternehmen können anständige Gehälter bezahlen, wenn sie müssen. Aus deiner E-Mail Adresse entnehme ich das Du bei Bilfinger arbeitest. Da solltest du mal einen Blick auf eine Gehaltsabrechnung eurer Poliere werfen. Gute Poliere sind selten, gute Bau-Ings gibt’s an jeder Ecke.



Fazit:

In der Bauwirtschaft muss man sehr hart arbeiten und viel Schlucken um überhaupt im Geschäft zu bleiben, wer das nicht kann oder will findet keinen Job, Auswege gibt es nur wenige, und keiner sollte auf Besserung hoffen, denn dafür gibt es keinen Anlass. Mit dem Einsatz, den man im Bauwesen bringen muss, hat man in vielen anderen Branchen ein einfacheres und sicheres Leben. Ich würde nicht wieder Bauingenieurwesen studieren und kann es auch niemandem empfehlen.



Gruß

Andreas

MaBo | 03. Oktober 2005 - 11:11 2005-10-03

Es gibt ca. 130.000 Bauingenieure in Deutschland. Davon sind ca. 8% arbeitslos. Macht ca. 10.000 arbeitlose Bauingenieure bei 4.000-5.000 Absolventen



8% arbeitslose Bauingenieure, die von der Bundesagentur für Arbeit Leistungen beziehen und warscheinlich nochmals 40.000, die in anderen Branchen arbeiten. Ich kenne einen der eine Umschulung zum Pfleger macht, einen der macht ein Zweitstudium in einem anderen Bereich - das sagt eigendlich alles! Da würde der Arbeitsmarkt auch ohne Absolventen in den nächsten 10 Jahren gesättigt werden.



Und immer dieses Argument mit dem Herzblut für das Bauwesen - nach meiner Auffassung ist das Quatsch! Man geht arbeiten um Geld zu verdienen! Ihr müßt auch mal die Kosten für das Studium berücksichtigen:



Verdienstausfall mindestens:

9 Sem. x Hartz IV = 375 Monate x 375 EUR + Miete

Studiengebüren 9 x 500 EUR =4500 EUR

Da habt ihr schon einmal 25.000 EUR weniger als ein Hartz IV-Empfänger bekommt!



Um dann ein Jobangebot von 2000 EUR Brutto zu bekommen und 60 Stunden zu arbeiten!

chris | 20. Dezember 2005 - 20:29 2005-12-20

Hallo zusammen!



Mir will es einfach nicht in den Kopf, dass es jetzt nicht bis zum Letzten durchgedrungen ist, dass die Baubranche gleich 0 Perspektive bietet!Ich, selbst Bauingenieur, nach zahllosen aussichtslosen Bewerbungen immer noch ohne job, würde mit dem heutigen Wissen auf gar keinen Fall das Gleiche studieren! Lasst die Finger von diesem Beruf/Studium, Ihr werdet es noch bereuen. Herzblut hin oder her, die Rahmenbedingungen in der Baubranche sind und bleiben auf nicht absehbare Zeit bescheiden!



Ich für meinen Teil sattele ganz um, da ich erst 24 bin ist das noch im Rahmen, jobben kann ich nebenher genauso und bekomme auch nicht viel weniger als ein Baustellenpraktikant!



P.S.: Maschinenbau wäre die einzige Sparte, die noch zu empfehlen wäre, aber in ein paar Jahren? Hellseher müsste man sein!

Heiko | 31. Januar 2006 - 10:06 2006-01-31

Hallo,



tu es nicht! Ich würde es nicht nochmal studieren. Harte Branche, schlechte Arbeitszeiten

und Bezahlung, keine Perspektive. Das man als Bauingenieur praktisch keine Ausweichmöglichkeiten hat, finde ich sehr belastend.



Mein Tipp: möglichst allgemein studieren, z.B. Maschinebau oder Wirtschaft.



Gruß Heiko

Michael | 08. Februar 2006 - 13:58 2006-02-08

Hallo,



ich habe 1996 Bauingenieurwesen begonnen und nach 11 Semestern als Dipl.-Ing. (TH) abgeschlossen. Nach 3 Monaten Suche der erste Job als Bauleiter mit Auto, seit 2004 als Abteilungsleiter tätig. Fachrichtung war Baubetrieb und Facility Management, also zweigleisig.



Wer Lust hat, diesen Weg zu wählen, sollte dies auch tun:

1. Bauingenieure haben die breitgefächertste Ausbildung, z.B. Bau, Recht, Wirtschaft, FM, Prozessbetrachtung, Projektleitung, Umwelt, etc...



2. Schon im Studium sehen, was Freude macht, dass hilft ungemein.



3. Bau hat Klasse! Schaut mal nach unten....der Boden Eurer Wohnung stammt von nem Ing.! oder Architekt, hüstel!



4 . Schnell studiert und dann nen Zusatzstudiengang, das alles hilft, um weiter zukommen.



5. Aus meinem Semester haben, ich glaube alle, nen guten Job, also nicht immer jammern, ran an die Sache!



6. Traumgehälter: Betrachtet man die Entwicklung in Deutschland, sieht man den Wechsel vom Industriellen Sektor in den Dienstleistungssektor. Dies ist ein Gang, den fast jedes Land in seiner wirtschaftlichen Entwicklung vollzieht. Somit fallen Arbeitsplätze aus den produzierenden Bereichen weg und es entstehen neue Arbeitsplätze in der Dienstleistung. Diese Gehälter können nicht mehr in der gleichen Höhe sein, wie bisher, da eine Serviceleistung nicht sehr hoch bewertet ist. Allerdings kann man den Wechsel nicht aufhalten, da sich die produzierende Industrie nach Osten verlagert, also sollten wir uns auf diese Situatioen einstellen. Schaut nach Jobs in der Dienstleistung, z.B. Bauwerkserhalt oder oder Bauservice, Ihr werdet sehen, daß sich da was tut!



7. Kein Absolvent steigt mit 35.000 Euro ein - wo ist den bitte die Erfahrung eines Absolventen? Hm? Richtig....



Allen, die einen Job suchen...toi toi toi! Es klappt, manchmal auch anders, als man denkt!



Grüße

Michael

bauingenieur | 16. Februar 2006 - 23:03 2006-02-16

Hallo Michael,



endlich mal jemand, der nicht jammert, weil er Bauingenieur ist.



Ich freue mich auch jeden Tag, dass ich diesen Beruf gewählt habe und nichts anderes studiert habe, weil ich wirklich mit Leib und Seele Bauingenieur bin.



Ich habe meinen Abschluß an der Uni gemacht und nach 10 Semestern in 2001 beendet. Meine Diplomarbeit war noch nicht gebunden, da hatte ich meinen ersten Job in einem Ingenieurbüro, bei dem ich vorher schon als Student gearbeitet habe.



Die Bezahlung war nicht ganz so gut, aber ich habe unheimlich viel gelernt, daraus wurde richtig viel "Humankapital".



Dann gings weiter mit einem Jobangebot in einer großen, weltweit tätigen Firma, die nichts mit dem Bau im engeren Sinne zu tun hat. Dort wurde ich Projektsteuerer und wechselte dann auf Empfehlung meines Chefs zu einer Tochterfirma und wurde Abteilungsleiter mit Dientswagen und jeder Menge Verantwortung inkl..



Außerdem habe ich noch Wirtschaftsingenieurwesen studiert und Weiterbildungen zum Bausachverständigen und zum Gutachter für Immobilienbewertungen abgeschlossen.

Vor meinem Studium habe ich außerdem noch eine Mauererlehre absolviert.



Nachdem ich bei mir noch mehr Potenzial entdeckte,

habe mein eigenes Ingenieurbüro (inkl. Freier Mitarbeiter) gegründet.



Ich freue mich jeden Tag, in mein eigenes Büro zu gehen und zu wissen, dass es der Job meines Lebens

ist. Mir geht es in erster Linie darum einen guten

Job zu machen, so dass meine Auftraggeber zufrieden sind und in zweiter Linie erst um den Verdienst, was natürlich nicht heißt, dass man kein Geld braucht um die Grundbedürfnisse zu befriedigen.



Tipp für alle im Forum; wenn man an sich glaubt und den Job nicht nur wegen der "Kohle" macht, sondern mit Ehrgeiz und Engagement bei der Sache ist, wird man erfoglreich sein. Es nützt nichts nur zu jammern, man muß es ändern.



In dem Sinne viele Grüße

Michael | 27. Februar 2006 - 12:02 2006-02-27

Hallo Zusammen,



zu meinem Artikel vom 08.02.06 möchte ich noch etwas ergänzen:



Wer Interesse am Bau oder den artverwandten Berufen hat, sollte dies schon frühzeitig durch entsprechende Praktika oder Nebenjobs belegen.



Ich kenne auch den ein oder anderen, der im Studium zwar viel Geld durch wasweisdennich verdient hat, aber nie wirklich im oder am Bau tätig war. Es nutzt in meinen Augen nichts, mit "fremden" Nebenjobs Geld zu verdienen und dabei das eigentliche Interesse außen vor zu lassen. Reden wir nicht vom Praktikum, es geht um das kontinuierliche Reinwachsen in die Materie. Sucht Euch nach Eurer Neigung entsprechende Jobs, das wird von vielen Personalern später als Erfahrung gewertet! Denn, man beachte, wo ist der Unterschied zwischen einem Student in den letzten Semestern und einem Berufsanfänger?



Scheut Euch nicht, auch mal für wenig Geld ín den Schlamm zu stellen oder Pläne zu erstellen! Und, es gibt auch ordentliche Büros, die einen vernünftigen Lohn zahlen und gutes Klima bieten!



Aber: Bietet auch den Unis und FHs paroli, sprecht Eure Professoren und Dozenten an, bittet Sie um Hilfe und fragt ímmer wieder nach der Aktualität der Inhalte. Ich kenne viele Dozenten, die gerne aktuelle Dinge mit reingenommen haben.



Noch mal was zum Studium: Es gilt in Deutschland ja das Motto, dass Lehrpläne zu alt sein usw.



Man muss aber auch Grundwissen haben, um die neuen Lehren verstehen zu können. Sicher, TM und HM, Statik und so weiter sind trocken, aber das ändert sich nicht!



In diesem Sinne weiterhin viel Erfolg!

Euer Michael

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