Pressemeldungen & Pressetexte
Saturday, 20. August 2022
Ausgabe 7670 | Nr. 232 | 22. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Presse & News »
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Ingenieurunternehmen zeigen sich krisensicher

# 23.09.2009

Als vergleichsweise krisensicher zeigt sich die Bauingenieur-Branche in Bezug auf die aktuelle weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise. In einer Branchenumfrage des bauingenieur24 Informationsdienstes bestätigten die befragten Ingenieurunternehmen damit einen Trend, der sich schon zu Jahresbeginn bei einer ersten Umfrage des Informationsdienstes abzeichnete. Der unabhängige Online-Dienst für Bauingenieure informiert seit 2001 die Branche mit aktuellen und praxisbezogenen Themen.

Der Brückenbau ist ein wichtiges Fachgebiet des Konstruktiven Ingenieurbaus, Foto: bauingenieur24 Bild-Download » Der Brückenbau ist ein wichtiges Fachgebiet des Konstruktiven Ingenieurbaus, Foto: bauingenieur24

Im Februar 2009 hatte der bauingenieur24 Informationsdienst in einer ersten Umfrage ermittelt, dass die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise bislang keine Auswirkungen auf die Auftragslage bei Ingenieurunternehmen hatte. "Mit gut bisweilen sogar sehr gut gefüllten Auftragsbüchern sehen sich deutsche Ingenieurunternehmen vorerst nicht von der Krise betroffen", hieß es seinerzeit in der Umfrageanalyse. "Auftragsrückgänge wurden eher für das Jahr 2010 erwartet", erklärt Dipl.-Ing.Christian Wieg, Geschäftsinhaber von bauingenieur24.de.

Die meisten der befragten Ingenieure - 35 Prozent - bewerteten im Februar die Auftragslage für das erste Halbjahr 2009 für gut. 10 Prozent hielten die Lage sogar für sehr gut. 20 Prozent waren mit der Auslastung ihres Büros zufrieden. 12 Prozent bewerteten die Auslastung als noch ausreichend. Als schlecht beurteilten 25 Prozent der Befragten ihre damalige Projektsituation.

Anspruchsvolles Gebäude für Bauingenieure: Das Airrail-Center am Flughafen Frankfurt, Foto: bauingenieur24 Bild-Download » Anspruchsvolles Gebäude für Bauingenieure: Das Airrail-Center am Flughafen Frankfurt, Foto: bauingenieur24

Ein halbes Jahr später hat der bauingenieur24 Informationsdienst die Frage noch einmal aufgenommen und gerade vor dem Hinblick der angestoßenen Konjunkturpakete der Bundesregierung konkretisiert. Ergebnis: Auch im 3. Quartal dieses Jahres bleiben die Ingenieurunternehmen von negativen Auswirkungen der Krise weitgehend verschont. 45 Prozent der Befragten sind nach eigener Aussage gar nicht betroffen. Die Auftragslage sei nach wie vor gut. Etwa 10 Prozent der von bauingenieur24 Befragten sind nach eigener Auskunft darüber hinaus nicht betroffen, da sie von den Konjunkturpaketen der Bundesregierung direkt oder indirekt profitieren. Der Rest sieht sich betroffen, da deren Auftragslage sich im Vergleich zu den Vorjahren verschlechtert hat.

Keine Auswirkungen spürt beispielsweise Dr.-Ing. Markus Kämpf von der BGS Umwelt GmbH in Darmstadt. Die Leistungsschwerpunkte von BGS Umwelt GmbH liegen in den Bereichen Grundwasserbewirtschaftung und Wasserversorgung sowie Abfallwirtschaft und Altlasten. Die Integration ökologischer Fragestellungen und der Einsatz moderner Methoden der Geoinformatik sind dabei besonderes Kennzeichen des Darmstädter Ingenieurunternehmens. "Da unsere Leistungen vor allem im beratenden Bereich liegen, ist eine Auswirkung der Krise auf unsere Arbeit nicht feststellbar", erklärt Geschäftsführer Dr.-Ing. Markus Kämpf gegenüber bauingenieur24. Das gelte im Übrigen für jede konjunkturelle Schwankung der vergangenen Jahre. "Das heißt aber auch, dass wir auch nicht von besonderen Boomphasen profitieren", erklärt der erfahrene Ingenieur. Die letzte nennenswerte Auswirkung äußerer Einflüsse liege bei dem Darmstädter Ingenieurunternehmen schon lange zurück: Es war die Mehrwertsteuererhöhung.

Energieeffizientes Bauen und Sanieren, wie aktuell bei der Deutschen Bank in Frankfurt, ist ein wichtiges Aufgabengebiet für Ingenieurbüros, Foto: bauingenieur24 Bild-Download » Energieeffizientes Bauen und Sanieren, wie aktuell bei der Deutschen Bank in Frankfurt, ist ein wichtiges Aufgabengebiet für Ingenieurbüros, Foto: bauingenieur24

Dass die Kottowski Ingenieurgesellschaft mbH keine Auswirkungen der Krise spürt, liegt an ihrer besonderen Ausrichtung: "Wir sind ja vor allem in der Verkehrs- und Straßenplanung tätig, und da spüren wir von der Finanzkrise tatsächlich nichts", erklärt Geschäftsführer Dipl.-Ing. Torsten Feldkamp im Gespräch mit dem bauingenieur24 Informationsdienst. Das 13 Mitarbeiter zählende Büro mit Sitz in Bedburg-Hau existiert seit 1963. In Sachen Verkehrs- und Straßenplanung hat sich das Ingenieurunternehmen vor allem auf die Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten, auf Bundes-, Landes- und Umgehungsstraßen, auf die Gestaltung von Ortsdurchfahrten und die Umgestaltung von dörflichen Ortskernen, Marktplätzen, Rathaus-Vorplätzen und Altstadt-Quartieren spezialisiert. Der Straßenbau sei weder von Seiten der Krise noch durch die Konjunkturpakete besonders betroffen. "Von daher spüren wir nichts", erklärt Torsten Feldkamp.

Diesen Trend bestätigt auch die BEC Energie Consulting GmbH aus Berlin. Die BEC- Energie Consult GmbH ging 1984 aus der BLS Energieplan hervor, mit dem Ziel, die regenerativen Energien in Deutschland zu etablieren und deren Ausbau voranzutreiben. Geschäftsführer Dr. Andreas Brockmöller trieb als Gründungsmitglied des Offshore Forums maßgeblich die Pläne zur Energieerzeugung auf See voran. Auch hier das gleiche Bild: Auswirkungen der Krise spüre man nicht, Effekte der Konjunkturprogramme seien auch nicht wahrnehmbar.

Die Verkehrsplanung ist ein Spezialgebiet der Bauingenieure, Foto: bauingenieur24 Bild-Download » Die Verkehrsplanung ist ein Spezialgebiet der Bauingenieure, Foto: bauingenieur24

Dass Ingenieurunternehmen von den Konjunkturprogrammen profitieren könnten, daran glaubt Dipl.-Ing. Klaus Dünschede, Geschäftsführer der Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH. "Die Programme laufen ja gerade erst richtig an, was öffentliche Vorhaben angeht", erklärt Klaus Dünschede gegenüber bauingenieur24. Sobald diese Effekte greifen, könne er sich gut vorstellen, dass in den nächsten Wochen weitere Aufträge zu erwarten sind. Die Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH ist ein international tätiges, unabhängig beratendes Bauplanungsunternehmen in den Bereichen Infrastruktur und Umwelt, Brücken- und Ingenieurbau sowie Hoch- und Industriebau. Mit rund 200 Mitarbeitern an mehreren Standorten in Deutschland und in Polen projektieren, planen, entwerfen, überwachen und begleiten die Ingenieure die Ausführungen.

Dass die Konjunkturprogramme gerade erst anlaufen und noch nicht bei Unternehmen angekommen sind, sieht auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie so. Der Hauptverband schätzt, dass von der öffentlichen Baunachfrage noch keine stabilisierende Wirkung auf die Baukonjunktur ausgeht, sieht aber Perspektiven für die kommenden Monate.

"Unsere Umfragen zeigen, dass es sich beim Ingenieurwesen um einen vergleichsweise krisensicheren Bereich handelt", erklärt Dipl.-Ing. Christian Wieg vom bauingenieur24 Informationsdienst. "Das liegt vor allem an der Ausrichtung vieler Büros, die sich zum einen auf grundlegende beratende Tätigkeiten spezialisiert haben, die immer gefragt sind, oder die sehr spezialisierte Ingenieurleistungen anbieten, für die eine Nische abseits jeder Krise vorhanden ist“, erklärt der Fachmann. Der bauingenieur 24 Informationsdienst werde seine Umfragen in den kommenden Monaten fortführen, um weitere Trends ausmachen zu können.

Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
http://www.bauingenieur24.de/url/760/35