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Dienstag, 18. Mai 2021
Ausgabe 7211 | Nr. 138 | 20. Jahrgang
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Autor: Pressestelle
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienste oHG email-weiterempfehlendruckansicht

Online-Marktplätze setzen Tageszeitungen im Anzeigengeschäft zu

# 21.10.2002

Bedeutung von Online-Stellenmärkten nimmt deutlich zu / Zusätzliche Services durch strukturierte Bewerber-Datenbanken / Struktureller Wandel in der Medienlandschaft

Der konjunkturelle Abschwung hat die deutschen Tageszeitungen hart getroffen. Nicht nur die Einnahmen aus klassischer Werbung sind eingebrochen, sondern auch der geschmolzene Stellenmarkt ist im besonderen Maße für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten auch führender Tageszeitungen verantwortlich. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ermittelte in den ersten sechs Monaten 2002 einen Rückgang der Stelleninserate um 40 Prozent, nachdem sie bereits im vergangenen Jahr um 19 Prozent gesunken waren. Der Stellenmarkt ist der Spiegel der Wirtschaft, so BDZV-Geschäftsführer Jörg Laskowski: "Wenn die Konjunktur wieder anspringt, kommen auch die Anzeigen wieder zurück." Doch die Stimmen mehren sich, die nicht ausschließlich die Konjunktur für die missliche Lage verantwortlich machen. "Die Tageszeitungen haben ein strukturelles Problem", sagt etwa Stephan Lindenfeld in einem Gespräch mit Frankfurter Rundschau (FR). Der Sprecher des Karriereportals Jobpilot beobachtet seit Jahren, dass mehr und mehr Stellenausschreibungen ins Internet abwandern. Der günstigere Preis der Onlinemärkte gebe oftmals dafür den Ausschlag. Mehr Service für die Personalentscheider bieten auch strukturierte Bewerber-Datenbanken, die ergänzend oder allein zur Personalbeschaffung genutzt werden, führt Christian Wieg, Mitbetreiber des speziellen Stellenmarktes unter bauingenieur24.de, weiter aus.

In der Tat rechnet die Unternehmensberatung Mummert Consulting mit einer Ersparnis um die Hälfte beim so genannten E-Recruiting: Koste die Einstellung eines Hochschulabsolventen auf traditionellem Weg etwa 10 000 Euro, zahle eine Firma bei der Online-Rekrutierung nur 4000 bis 5000 Euro.

Die Vorteile der Jobportale haben sich bei den Personalchefs längst herumgesprochen. Einer Umfrage des Personaldienstleisters Campus Career Network zufolge nutzen bereits zwei Drittel der deutschen Firmen Online-Datenbanken bei der Suche nach Beschäftigten. So setzt etwa die deutsche Tochter des Pharma-Multis Novartis jedes Stellenangebot auch ins Internet, Lufthansa und T-Online akzeptieren bei einigen Ausschreibungen ausschließlich E-Mail-Bewerbungen.

Doch auch die Online-Stellenmärkte können sich der derzeitigen wirtschaftlichen Lage nicht entziehen. So ging die Zahl der Stellenangebote bei Jobpilot im ersten Halbjahr 2002 um fast die Hälfte auf nur noch 28 800 zurück. Der Umsatz sackte im gleichen Zeitraum um 36 Prozent auf 16 Millionen Euro. Das Bad Homburger Unternehmen reagierte darauf mit einer Reduzierung seiner Belegschaft um mehr als 200 auf noch 322 Mitarbeiter. Nur deshalb kam es in den ersten sechs Monaten auf einen Mini-Gewinn von 6000 Euro. Der norwegische Konkurrent Stepstone hat ebenfalls Arbeitsplätze abgebaut und weist für das erste Halbjahr 2002 einen Verlust von etwa mehr als drei Millionen Euro aus. "Auch wir sind erheblich von der Krise betroffen", räumt Vorstand Baumann ein. Allein in der normalen Fluktuation liegt laut Baumann ausreichend Potenzial für ein profitables Geschäft der Jobbörsen im Internet. Ein kräftiger Aufschwung sei dafür nicht notwendig. BDZV-Mann Laskowski sieht trotz allem keine existenzielle Gefahr durch die Online-Konkurrenz: "Das Image einer Printanzeige kann nichts ersetzen." Doch nur noch wenige Firmen können oder wollen sich den Imagegewinn auf diesem Wege leisten.

Quellen:

Frankfurter Rundschau vom 19.10.2002
Der Spiegel, Ausgabe 42/2002

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