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Samstag, 17. April 2021
Ausgabe 7180 | Nr. 107 | 20. Jahrgang
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Autor: Pressestelle
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienste oHG email-weiterempfehlendruckansicht

Online-Recruiting überholt Personalbeschaffung per Print-Stellenanzeige

# 29.11.2002

Studie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main zusammen mit dem Personaldienstleistungsunternehmen TMP Worldwide

Die Mitarbeitersuche per Internet hat die klassische Stellenanzeige in Tages- oder Wochenzeitungen überrundet. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie über aktuelle Trends und innovative Verfahren der Personalbeschaffung, die das Institut für Wirtschaftsinformatik der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Internet-Stellenmarkt Monster Deutschland und dessen Muttergesellschaft, dem internationalen Personaldienstleistungsunternehmen TMP Worldwide, durchgeführt hat. Für die Studie wurde die Einstellungspraxis der 1.000 größten deutschen Unternehmen analysiert.

Ersten Teilergebnissen der Studie zufolge nutzen 80 Prozent der 1.000 befragten Unternehmen ihre eigene Internet-Homepage häufig (17 %) oder sogar sehr häufig (63 %) zur Personalbeschaffung. Online-Stellenmärkte werden von fast der Hälfte (48 %) der Großunternehmen intensiv genutzt, um qualifiziertes Personal zu gewinnen. Mit Hilfe von Stellenanzeigen in Printmedien suchen 30 % der Firmen oft und 24 % sehr oft nach neuen Mitarbeitern.

Personalberater werden laut Studie nur von gut einem Zehntel (11 %) der Firmen häufig oder sehr häufig eingesetzt; allerdings wissen die Personalleiter in den Firmen die Dienste der Berater offenbar dennoch zu schätzen: 62 % meinen, dass die Mitarbeitersuche über einen Personalberater besonders effektiv ist. Am schlechtesten schneiden laut Studie firmeneigene Recruiting-Veranstaltungen ab: Lediglich zwei Prozent der Unternehmen führen sie häufig durch, und nur 20 % halten sie für effektiv.

Der Einsatz von Informationstechnologie wird künftig "neben direkten Kosteneinsparungen im Personalbeschaffungsprozess und einer Verkürzung der Zeiten für die Besetzung freier Stellen verstärkt dazu beitragen, geeignete Bewerber besser zu identifizieren", lautet das Fazit der Studie. Auch als Bewerberkanal gewinnt das Internet an Bedeutung. 30 % aller Bewerbungen werden heute online übermittelt. 63 % der befragten Firmen haben zu diesem Zweck auf ihrer Homepage ein entsprechendes Web-Formular eingerichtet. Allerdings schicken die meisten Bewerber ihre Unterlagen einfach per E-Mail, was die Auswertung nach Ansicht von Monster-Experte Falk von Westarp erschwere. Dennoch geben die Unternehmen an, durch den Einsatz von "E-Recruiting-Instrumenten" im Schnitt die Personalbeschaffungskosten um 28 Prozent zu senken. Etwa 88 % der Firmen greifen dabei auf so genannte Jobportale zurück.

Die Studie erläutert an fünf Beispielfirmen (Allianz, Bertelsmann, Commerzbank, CSC Ploenzke, Degussa), wie das Internet für ein effizientes Bewerbermanagement genutzt werden kann. So baut zum Beispiel die Degussa einen weltweit für den ganzen Konzern nutzbaren Bewerberpool mit weitgehend standardisierten Daten auf. "Dies ermöglicht bereits kurzfristig eine verbesserte Zuordnung von Stellen zu Kandidaten", heißt es in der Untersuchung.

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