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Ausgabe 7247 | Nr. 174 | 20. Jahrgang
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Artikel in »karriereführer bauingenieure« - Ausgabe 2013/2014: »Abenteuer zwischen Freiheit und Verantwortung«

# 22.11.2013

Für deutsche Bauingenieure gibt es viele Möglichkeiten im Ausland zu arbeiten. Doch worin besteht der Reiz? Ob als Mitarbeiter bei einem großen internationalen Infrastrukturprojekt oder als Freiwilliger für eine Hilfsorganisation - die Herausforderung, im Ausland zu arbeiten, lässt sich für den Einzelnen sehr individuell gestalten. Der bauingenieur24 Informationsdienst sprach mit Bauingenieuren über ihre Erfahrungen und Motivation.

Arbeit im Ausland - Mehr Freiheit, mehr Verantwortung

Afrika, China, Osteuropa – deutsche Bauingenieure finden sich mit ihren Projekten überall auf der Welt wieder. Neben ungewöhnlichen Baustoffen und Bauweisen macht vor allem der Umgang mit fremden Menschen und Kulturen die Arbeit im Ausland interessant.

Bauingenieur Martin Friedrich hat diese Erfahrung in Nigeria für Julius Berger International machen können. Und verbindet damit nur Gutes. Über die Bedingungen vor Ort sagt er: "In den firmeneigenen Camps gibt es Krankenhäuser, Supermärkte sowie diverse Sportangebote, alles nach europäischen Standards."

Die Arbeit bleibt bei allem Service aber natürlich Hauptbestandteil des Aufenthalts. "Sechs Tage die Woche ist man zehn Stunden täglich aktiv." Doch Friedrichs Fazit fällt positiv aus: "Ich kann es jedem nur empfehlen. Man arbeitet im Ausland freier und mit mehr Verantwortung. Das motiviert enorm."

Bauingenieure als Entwicklungshelfer im Einsatz

Genau wie Privatfirmen operieren auch viele Hilfsorganisationen im Ausland. Die Alltagswirklichkeit ist für sie oft aber eine ganz andere. "Für einen Ingenieur bei uns gilt in allen Bereichen eine Ressourcenknappheit", erklärt Roland Zech von den Ärzten ohne Grenzen. Ein Gebäude aus Holz und Ziegelsteinen zu errichten, sei bei der ehrenamtlichen Arbeit wahrscheinlicher, als solide Betonbauten zu konstruieren. Und wie private Bauunternehmen setzen auch humanitäre Organisationen im Ausland auf selbstständige Fachkräfte.

Tobias Homann aus Berlin kann dies bestätigen. Er arbeitete als technischer Logistiker für die Ärzte ohne Grenzen im Südsudan. "Vor Ort gibt es zwar immer einen Ansprechpartner. Oft müssen Entscheidungen aber allein getroffen werden. Die Devise lautet: Machen!" Entscheidend sei schließlich das Ergebnis. "Bei uns richtet sich alles nach der Funktionalität eines Bauwerks", sagt Roland Zech. "Ein Krankenhaus muss gut durchlüftet und hell sein. Design spielt eine untergeordnete Rolle."

Sprachen und Menschenkenntnis als Schlüsselqualifikationen

Wenig Material ist das eine, unausgebildetes Personal das andere. Zech berichtet, dass man als Bauleiter oft Tagelöhner zu führen habe: "Da geht nicht immer alles glatt." Eine gute Menschenkenntnis sei daher nötig, um zum Erfolg zu kommen. Wichtig sind nicht zuletzt fundierte Sprachkenntnisse. "Mit Französisch hat man in Afrika gute Chancen", so Zech. "Die Sprache wird auf dem halben Kontinent gesprochen."

Tobias Homann beschreibt seinen Auslandseinsatz als eine Kombination aus Abenteuer und "Etwas Gutes tun". "Es gab jeden Tag neue Überraschungen", meint der 34-Jährige. Er berichtet, dass Mitarbeiter beispielsweise hin und wieder unpünktlich kamen. Das ist allerdings aufgrund der Umstände nicht verwunderlich, manche hätten einen Fußmarsch von zwei Stunden zwischen ihrem zu Hause und der Baustelle gehabt. "Das sind Tatsachen, für die man Verständnis haben muss", weiß er seitdem...

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